Re: Pfälzer Spezialitäten (20 Pics)
Hallo Forum
Nachdem hier in der Pfalz wochenlang Pilz-Flaute herrschte, nutzte ich die
letzten witterungsbegünstigsten Tage für intensive
Steinpilz-Fronteinsätze. Dabei hat sich auch einiges Seltenes,
Vorzeigbares, Unbestimmtes und auch völlig Unbekanntes angesammelt.
Falscher Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca) in einer noch nie gesehener
„schweren Ausführung“.und hier nochmal Frischmaterial 4 Tage später
Bitterer Schleimkopf (Cortinarius infractus), ein persönlicher Erstfund.
Nadelwald-Anhängsel-Röhrling (Boletus subappendiculatus), bei dessen
Bestimmung die Pilzfreunde Saar-Pfalz geholfen haben. Ebenfalls ein
persönlicher Erstfund.
Schnitt ca. 30 Stunden später.Die Totentrompete (Craterellus cornucopioides) ist im sauren Pfälzerwald sehr
selten. Wiederum ein persönlicher Erstfund.Violetter Schleierling (Cortinarius violaceus)
Ein erstmalig Gefundener mit dem Arbeitstittel
Erdigriechender Schleimkopf (Cortinarius largiusculus)
Allerdings keine Farbreaktion mit Ammoniak auf den nicht frischen
Schnittflächen.
Ich bitte hierzu um Bestätigung oder Korrektur.
Ein weiterer Erstmaliger mit dem Arbeitstitel
Blutblättriger Hautkopf (Cortinarius sernisanguineus)
Bitte Bestätigung oder Korrektur.
Ein Eselsohr (Otidea onotica) hat mir Joschi am Abend zuvor noch gezeigt, mit
der Angabe das diese nur auf Kalk vorkommen).
Gefunden im sauren Waldboden etwa 2 m neben einer asphaltierten
Waldwirtschaftsstraße und als persönlicher Erstfund registriert.Bei einer vereinsinternen Pilz-Ausstellung der Pilzfreunde Saar-Pfalz am
Montag erstmals gesehen und am nächsten Tag gleich 2 größere Ansammlungen
in unmittelbarer Dorfnähe entdeckt, ein Reifpilz oder Zigeuner (Rozites
caperatus)Zu diesem interessanten Pilzchen benötige ich Eure speziellen Kenntnisse.
Joschi und auch ein weiterer sehr erfahrener Pilzfreund kratzten sich
vergeblich am Kopf. Auch heftiges blättern in mehreren Büchern brachte
nichts ein. Irgendetwas passte nie richtig dazu.
Kein Sporenabwurf. Auch unter dem Mikro mit noch halbwegs frischem Material
keine gefunden, Pilz wahrscheinlich noch zu jung. Keulige Pleurozystiden
etwa 6-7 my dick. Bringe im Moment kein halbwegs vernünftiges Mikrofoto
zustande, die kleine Digicam spielt verrückt.
Gefunden als einzelne Gruppe an einer Wegeböschung unter vorwiegend alten
Kiefern auf etwa 500 m üNN. Keine Brandstelle, saurer Sandboden, Hutgröße
max. 15 mm Durchmesser.
Wer kann hier die Richtung weisen, besser noch einen fertigen Namen geben.
Zuletzt noch (für die , die bis jetzt durchgehalten haben) ein seltener
Porling, den ich mit Rosafarbener Saftporling (Oligoporus placenta)
bestimmt und den die Pilzfreunde in Bexbach so bestätigt haben.
Allgemeine Lage im nördlichen Pfälzerwald: In den Lagen bis 350/400 m üNN
steppt hier Benedetto mit Narmen Cebel. Täublinge und Reizker „satt“,
Steinpilze ebenfalls „satt“, wenn man exponierte Stellen kennt,
Pfifferlinge so lala, kleine gelbe Röhrlinge und Schirmlinge ebenfalls
fast überall in großen Mengen und für mich viel Neues und Unbekanntes.
Komme mit dem Bestimmen fast nicht mehr nach und schiebe vieles auf die
„lange Bank“.
In den letzten 24 Stunden gab es ca.20 Liter Regen auf den qm.
Gruß aus dem Pfälzerwald
Dieter
Solche riesigen Falsche Pfifferlinge habe ich noch nie gesehen. Muss wohl an der Regenmenge liegen.
Dass das Eselsohr nur auf Kalkboden vorkommen soll, kann ich nicht bestätigen. Ich finde diese regelmäßig in einem sauren Eichen- Buchenmischwald.
).