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Pilzsuche anno 1917 - und heute?

Ralf, (vor 9173 Tagen)

Hallo Pilzfreunde!

vor einiger Zeit erstand ich im Antiquariat ein kleines Pilzbüchlein, nämlich das "Taschenbuch für deutsche Pilzsammler" von Prof. Ernst Walter, Oberlehrer an der 2. höheren Mädchenschule und dem Lehrerinnenseminare zu Leipzig. Herausgegeben im Jahre 1917 und damals für 1,25 Reichsmark erhältlich

Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, einen Abschnitt daraus ins Forum zu setzen (sihe unten). Weil es auf geradezu poetische Weise genau das beschreibt, was für mich das Pilzesuchen ausmacht. Hoffe, Ihr habt ebenfalls Freude daran.

Und es es interessiert mich natürlich, was Ihr heute, im Jahre 2001, mit dem Pilzesuchen verbindet. Hat sich im Vergleich zu 1917 etwas geändert? Welchen "schönen Nebengewinn für Kopf und Herz", wie Prof. Walter es formuliert, wirft das Pilzesammeln für Euch ab?

" X. Ein Wort über das Pilzsammeln in seiner Bedeutung für den innern Menschen

Wenn auch selbstverständlich die Förderung der wirtschaftlichen Interessen, die
Gewinnung von Nahrungsmitteln der eigentliche, unmittelbare Zweck jedes Pilz-sammelgangs ist und bleibt, so wird doch ein Mensch, der nicht völlig im materiellen aufgeht, nicht übersehen, dass dabei denn auch so manches andere für die ideelle Seite des lebens am Wege liegt, das als ein innerer Wert in Anspruch genommen werden kann. Ein Tag beim Pilzsuchen draußen im Wald und auf der Heide verlebt, er kann, während er die Hand reichlich füllt, auch manchen schönen Nebengewinn für Kopf und Herz abwerfen.

Aus dem Studel und der Unrast des Großstadtlebens sich einmal losgelöst fühlen und sich dafür eintauchen in den Frieden und die Stille des Waldes, schon das ist ein Stück innerer Bereicherung und Erhebung.

Und nun wird der Wald zum freundlichen Spender seiner Gaben. Hier bietet er sie
in reicher Fülle offen dar; dort wiederum versteckt er sie schalkhaft und lässt sie uns suchen im heimlichen Verstecke, wie es die Mutter einst tat mit den bunten Eiern zur Osterzeit. Und welche Freudes des Findens dann, wenn es dem Spürsinne und dem sich immer mehr schärfenden Auge gelingt, hinter die Schliche und Kniffe der Farben- und Formentäuschungen zu kommen und trotz aller aufgebotenen Mittel der Verhüllung durch die Eigenart des Standortes schliesslich doch in den Besitz der verborgenen Schätze zu kommen!

dabei Tritt für den naturkundliche Interessierten so manches Problem wissenschaftlichen Charakters auf und ladet zum Forschen und Sinnen und nachdenken an.

Wer aber Sinn und Empfindung dafür hat, der kann am Anblick so manches seltsam und keck aus dem Moosgrund hervorlugenden Pilzindividums seiner Augen Lust haben. Wie in Märchenstimmung gehüllt scheint erscheint im ein Waldbezirk, darin eine Schar der kleinen Kobolde mit dem grossen Hute ihr stilles Wesen treibt, und umwoben fühlt er sich bei ihrem Anblicke von Waldeszauber und Waldpoesie.

Und selbst später noch, zu Hause, zur Winterszeit, wenn ein aus dem getrockneten Sammelmaterial hergestelltes Gericht auf den Tisch kommt und Nase und Zunge an Duft und Geschmack ihr Ergötzen haben, wird der materielle Genuss von dem Hauche der Erinnnerung an das in der Vergangenheit im Walde erlebte Schöne verklärt und gehoben sein."

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Re: Pilzsuche anno 1917 - und heute?

Baerentatz, (vor 9173 Tagen) @ Ralf

Hallo Pilzfreunde!
vor einiger Zeit erstand ich im Antiquariat ein kleines Pilzbüchlein, nämlich
das "Taschenbuch für deutsche Pilzsammler" von Prof. Ernst
Walter, Oberlehrer an der 2. höheren Mädchenschule und dem
Lehrerinnenseminare zu Leipzig. Herausgegeben im Jahre 1917 und damals für
1,25 Reichsmark erhältlich
Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, einen Abschnitt daraus ins Forum zu
setzen (sihe unten). Weil es auf geradezu poetische Weise genau das
beschreibt, was für mich das Pilzesuchen ausmacht. Hoffe, Ihr habt
ebenfalls Freude daran.
Und es es interessiert mich natürlich, was Ihr heute, im Jahre 2001, mit dem
Pilzesuchen verbindet. Hat sich im Vergleich zu 1917 etwas geändert?
Welchen "schönen Nebengewinn für Kopf und Herz", wie Prof.
Walter es formuliert, wirft das Pilzesammeln für Euch ab?
" X. Ein Wort über das Pilzsammeln in seiner Bedeutung für den innern
Menschen
Wenn auch selbstverständlich die Förderung der wirtschaftlichen Interessen,
die
Gewinnung von Nahrungsmitteln der eigentliche, unmittelbare Zweck jedes
Pilz-sammelgangs ist und bleibt, so wird doch ein Mensch, der nicht völlig
im materiellen aufgeht, nicht übersehen, dass dabei denn auch so manches
andere für die ideelle Seite des lebens am Wege liegt, das als ein innerer
Wert in Anspruch genommen werden kann. Ein Tag beim Pilzsuchen draußen im
Wald und auf der Heide verlebt, er kann, während er die Hand reichlich
füllt, auch manchen schönen Nebengewinn für Kopf und Herz abwerfen.
Aus dem Studel und der Unrast des Großstadtlebens sich einmal losgelöst
fühlen und sich dafür eintauchen in den Frieden und die Stille des Waldes,
schon das ist ein Stück innerer Bereicherung und Erhebung.
Und nun wird der Wald zum freundlichen Spender seiner Gaben. Hier bietet er
sie
in reicher Fülle offen dar; dort wiederum versteckt er sie schalkhaft und
lässt sie uns suchen im heimlichen Verstecke, wie es die Mutter einst tat
mit den bunten Eiern zur Osterzeit. Und welche Freudes des Findens dann,
wenn es dem Spürsinne und dem sich immer mehr schärfenden Auge gelingt,
hinter die Schliche und Kniffe der Farben- und Formentäuschungen zu kommen
und trotz aller aufgebotenen Mittel der Verhüllung durch die Eigenart des
Standortes schliesslich doch in den Besitz der verborgenen Schätze zu
kommen!
dabei Tritt für den naturkundliche Interessierten so manches Problem
wissenschaftlichen Charakters auf und ladet zum Forschen und Sinnen und
nachdenken an.
Wer aber Sinn und Empfindung dafür hat, der kann am Anblick so manches
seltsam und keck aus dem Moosgrund hervorlugenden Pilzindividums seiner
Augen Lust haben. Wie in Märchenstimmung gehüllt scheint erscheint im ein
Waldbezirk, darin eine Schar der kleinen Kobolde mit dem grossen Hute ihr
stilles Wesen treibt, und umwoben fühlt er sich bei ihrem Anblicke von
Waldeszauber und Waldpoesie.
Und selbst später noch, zu Hause, zur Winterszeit, wenn ein aus dem
getrockneten Sammelmaterial hergestelltes Gericht auf den Tisch kommt und
Nase und Zunge an Duft und Geschmack ihr Ergötzen haben, wird der
materielle Genuss von dem Hauche der Erinnnerung an das in der
Vergangenheit im Walde erlebte Schöne verklärt und gehoben sein."

Is ja drollig...

Hat sich schon einiges geändert seit anno 17.Aber so weit weg is es von meiner Motivation in die Pilze zu gehen auch nicht.

Gruß
Baerentatz

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Kaum ein Unterschied

Thomas Pruß, (vor 9173 Tagen) @ Ralf

Moin Ralf,
zumindest für mich hat sich nichts, aber auch gar nichts geändert. Erholung, Ernährung, Erfahrung sind auch für mich die drei Triebfedern, „in die Pilze“ zu gehen. Auch wenn die Schriftsprache von 1917 teilweise drollig wirkt, so ist die Aussage zeitlos!
Grüsslis
Thomas

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Re: Pilzsuche anno 1917 - und heute?

Mison, (vor 9172 Tagen) @ Ralf

Vor allem der "Oster-Effekt" war es, der mich vor ein paar Jahren sofort infiziert hatte. Da ich mich noch immer als Pilz-Gourmet bezeichnen würde, erklärt sich das höherhüpfende Herz beim Anblick z.B. der vielen Boleten am Samstag natürlich auch von der Erwartung eines äußerst delikaten Mahls. Was mich dann seit dem letzten Jahr besonders freut, ist das immer schärfer werdende Auge, das gute Training, das der Wald bietet.
Aber schöner als in den Worten von Prof. Walter hab ich es noch nie gehört. Danke, Ralf.
Simon

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Re: Pilzsuche anno 1917 - und heute?

Werner2, (vor 9172 Tagen) @ Ralf

Schön, dass Du dich an so etwas noch erfreuen kannst. Leider findet
man solche blumig-verklärten Beschreibungen wirklich nur in der Literatur vor 1940. Ich habe zuhause z.B. eine ganze Reihe von Pilzzeitungen von 1910. Es ist ein Genuß darin zu lesen, wie sehr sich Menschen in der damaligen Zeit an der Natur erfreut haben. Lesenswert sind auch die Pilzbücher aus dieser Zeit. Kaum jemand macht sich heute die Mühe, Funde so anschaulich, präzise und genau zu beschreiben wie z.B. Emil Nuesch 1923 und 1926 (Monografie der Ritterlinge und der Trichterlinge) oder z.B. Julius Schäffer 1952 (Täublingsmonografie mit Beschreibungen aus den 30er und 40er Jahren). Wir leben halt in einer technischen, nüchternen und unromantischen Zeit.
Gruss Werner2:

Hallo Pilzfreunde!

vor einiger Zeit erstand ich im Antiquariat ein kleines Pilzbüchlein, nämlich
das "Taschenbuch für deutsche Pilzsammler" von Prof. Ernst
Walter, Oberlehrer an der 2. höheren Mädchenschule und dem
Lehrerinnenseminare zu Leipzig. Herausgegeben im Jahre 1917 und damals für
1,25 Reichsmark erhältlich
Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, einen Abschnitt daraus ins Forum zu
setzen (sihe unten). Weil es auf geradezu poetische Weise genau das
beschreibt, was für mich das Pilzesuchen ausmacht. Hoffe, Ihr habt
ebenfalls Freude daran.
Und es es interessiert mich natürlich, was Ihr heute, im Jahre 2001, mit dem
Pilzesuchen verbindet. Hat sich im Vergleich zu 1917 etwas geändert?
Welchen "schönen Nebengewinn für Kopf und Herz", wie Prof.
Walter es formuliert, wirft das Pilzesammeln für Euch ab?

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Leute - Poisie hin bzw. hot ...die Gene ...

Franz W., (vor 9172 Tagen) @ Ralf

..habe mal vor kurzem einen Bericht gelesen über die Sammel- und Jagdleidenschaft des Menschen.

Ein bis'chen sind auch unsere Gene schuld ... ;-)

Natürlich blubbere ich durch den Wald wenn die Zeit da ist für Pilze .
Oder fische ....wenn ich Zeit dafür habe.

Leider jagd/sammelt man heutzutage nach irgendwelchen Zielsetzungen im Alltagsleben die auch dementsprechend honoriert werden...

Aus diesem Kreislauf auszubrechen tut gut - immer - indem man z.B. sich auf die Pilzsasion freut und wenn sie da ist genießt man Regenschauern, Unzulänglichkeiten im Gelände/Wald ... man nimmt halt alles in Kauf um sich selbst und mittels der Natur zu entspannen und wenn's nur für 3 Std. ist
- mit Beute!

Man könnte dies auch als Verdrängen des Alltagsleben ansehen - jedoch hat man das Gefühl des Sichauftankens .. und dies ist verdammt wichtig !

Andere laden ihre Batterie in der Kirche auf , wiederum andere besuchen Kulturveranstaltungen (Theater,Oper usw.) um sich abzulenken/aufzutanken.

Es ist schon erschreckend festzustellen , wenn man im Wald ne Pause einlegt
... sagen wir mal auf nem Baumstamm und hört nichts mehr...
Ja - Totenstille - kein Vogelgezwitscher, keine Windgeräusche ... eben kein Ton. Ist ma einfach nicht gewohnt - solch eine Stille - und ist zunächst unangenehm...dann aber genießt man es ....

Es ist also nicht nur das "Männlein im Walde" was uns in den Wald zieht...
...oder die Poisie der Natur ... sondern NUR das Anderserleben des persönlichen Alltags indem man für sich persönlich Rückzugsmöglichkeiten eröffnet.

Meine ich .

Und dann sind da noch die Gene ...;-))) !

Z.B. in der Steinzeit sammelten die Frauen Holz - die Männer jagdten usw. das ist noch genetisch drinne bei uns ....und Jagd ist auch eine Art von sammeln.

(:-)

gruss

franz

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Re: Pilzsuche anno 1917 - und heute?

Karl Keck ⌂, (vor 9172 Tagen) @ Ralf

Ist sie nicht herrlich, diese blumige Sprache von damals: "Und nun wird der Wald zum freundlichen Spender seiner Gaben. Hier bietet er sie in reicher Fülle offen dar; dort wiederum versteckt er sie schalkhaft und lässt sie uns suchen im heimlichen Verstecke, wie es die Mutter einst tat mit den bunten Eiern zur Osterzeit."
Wenn ich es auch heute mit anderen (nüchterneren) Worten ausdrücken würde, so sind doch meine Beweggründe keine anderen.

Ein derzeit verschollener Forumsteilnehmer namens "Huhngesicht" (manche werden sich noch an ihn erinnern) würde mit seinem barock-schwülstigen Stil möglicher Weise der Blumigkeit des Ausdrucks von damals sehr nahe kommen.

In den letzten Tagen konnte ich selbst im Wald trotz seiner Stille und dem wohltuenden Grün und den schönen Pilzgestalten nicht vollkommen abschalten. Immer wieder sah ich die schrecklichen Bilder aus den USA vor meinem inneren Auge.

Karl

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Re: Pilzsuche anno 1917 - und heute?

adi rehm, (vor 9172 Tagen) @ Ralf

Hallo Pilzfreunde!
vor einiger Zeit erstand ich im Antiquariat ein kleines Pilzbüchlein, nämlich
das "Taschenbuch für deutsche Pilzsammler" von Prof. Ernst
Walter, Oberlehrer an der 2. höheren Mädchenschule und dem
Lehrerinnenseminare zu Leipzig. Herausgegeben im Jahre 1917 und damals für
1,25 Reichsmark erhältlich
Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, einen Abschnitt daraus ins Forum zu
setzen (sihe unten). Weil es auf geradezu poetische Weise genau das
beschreibt, was für mich das Pilzesuchen ausmacht. Hoffe, Ihr habt
ebenfalls Freude daran.
Und es es interessiert mich natürlich, was Ihr heute, im Jahre 2001, mit dem
Pilzesuchen verbindet. Hat sich im Vergleich zu 1917 etwas geändert?
Welchen "schönen Nebengewinn für Kopf und Herz", wie Prof.
Walter es formuliert, wirft das Pilzesammeln für Euch ab?
" X. Ein Wort über das Pilzsammeln in seiner Bedeutung für den innern
Menschen
Wenn auch selbstverständlich die Förderung der wirtschaftlichen Interessen,
die
Gewinnung von Nahrungsmitteln der eigentliche, unmittelbare Zweck jedes
Pilz-sammelgangs ist und bleibt, so wird doch ein Mensch, der nicht völlig
im materiellen aufgeht, nicht übersehen, dass dabei denn auch so manches
andere für die ideelle Seite des lebens am Wege liegt, das als ein innerer
Wert in Anspruch genommen werden kann. Ein Tag beim Pilzsuchen draußen im
Wald und auf der Heide verlebt, er kann, während er die Hand reichlich
füllt, auch manchen schönen Nebengewinn für Kopf und Herz abwerfen.
Aus dem Studel und der Unrast des Großstadtlebens sich einmal losgelöst
fühlen und sich dafür eintauchen in den Frieden und die Stille des Waldes,
schon das ist ein Stück innerer Bereicherung und Erhebung.
Und nun wird der Wald zum freundlichen Spender seiner Gaben. Hier bietet er
sie
in reicher Fülle offen dar; dort wiederum versteckt er sie schalkhaft und
lässt sie uns suchen im heimlichen Verstecke, wie es die Mutter einst tat
mit den bunten Eiern zur Osterzeit. Und welche Freudes des Findens dann,
wenn es dem Spürsinne und dem sich immer mehr schärfenden Auge gelingt,
hinter die Schliche und Kniffe der Farben- und Formentäuschungen zu kommen
und trotz aller aufgebotenen Mittel der Verhüllung durch die Eigenart des
Standortes schliesslich doch in den Besitz der verborgenen Schätze zu
kommen!
dabei Tritt für den naturkundliche Interessierten so manches Problem
wissenschaftlichen Charakters auf und ladet zum Forschen und Sinnen und
nachdenken an.
Wer aber Sinn und Empfindung dafür hat, der kann am Anblick so manches
seltsam und keck aus dem Moosgrund hervorlugenden Pilzindividums seiner
Augen Lust haben. Wie in Märchenstimmung gehüllt scheint erscheint im ein
Waldbezirk, darin eine Schar der kleinen Kobolde mit dem grossen Hute ihr
stilles Wesen treibt, und umwoben fühlt er sich bei ihrem Anblicke von
Waldeszauber und Waldpoesie.
Und selbst später noch, zu Hause, zur Winterszeit, wenn ein aus dem
getrockneten Sammelmaterial hergestelltes Gericht auf den Tisch kommt und
Nase und Zunge an Duft und Geschmack ihr Ergötzen haben, wird der
materielle Genuss von dem Hauche der Erinnnerung an das in der
Vergangenheit im Walde erlebte Schöne verklärt und gehoben sein."

grüss dich, lieber ralf,
dein beitrag hat mich genauso gefreut wie ein seltener pilz.-ich besitze einige
pilz- und pflanzenbücher "vor 1940" und freue mich immer wieder an der liebevollen, verklärten und doch so gewissenhaften und präzisen darstellungen der objekte. die potentiellen leser haben damals das wort gesucht; es war ihnen oft bild und sogar das ,was uns heute das fernsehen etc. ist. und sie haben sich nicht wie die heutige kommunikationswelt gescheut, auch empfindungen und emotionen in die einschlägigen texte und bilder einfließen zu lassen.
aber schliesslich ist ja das, was die menschen empfunden haben (und wohl auch heute noch in ihren oft blödsinnig starr abgeschirmten herzen, das nennt man jetzt "cool") fühlen, ein ungemein wichtiges kulturerbe. lasst den zauber der pilzwelt auch auf diese emotionelle weise an euch heran; ihr erlebt damit eine neue dimension!
adi