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"Eichensteinpilze"

Ronny, (vor 5894 Tagen)

Hallo zusammen,

mir ist aufgefallen, das die Steinpilze ich unter Eichen finde, grundsätzlich wesentlich dunkler und kompakter sind, als die, die ich 5m daneben unter Fichten oder Buchen finde. Nur letzere haben die steini-typische haselbraune Hutfarbe mit weißlichen Hutrand. Die Huthaut meiner "Eichensteinpilze" ist jedoch eher ein kastanienbraun, also sehr dunkel, fast ins schwarz tendierend, mit leichtem Rotstich... habe leider keine Nahaufnahmen davon gemacht.
Beim googeln habe ich nun dieses Bild gefunden, das meinen "Eichensteinpilzen" sehr sehr nahe kommt. Allerdings ist dieses mit Boletus aereus bestimmt worden. Jetzt bin etwas ich verunsichert, ob ich nicht doch den Bronzeröhrling gefunden haben könnte...
Also ich hätte den auf den Bild abr eher als normalen Boletus edulis gedeutet.
Ist es ggf. einfach normal, das Edulis unter Eichen und je nach Bodenbeschaffenheit und Witterung zu einer anderen Hutfärbung tendieren???
Auf den meisten Bildern hat der Boletus aereus ja auch eher eine schwarzgraue Hutfärbung...

Grüsse, Ronny

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Re: "Eichensteinpilze" *PIC*

Muecke, (vor 5894 Tagen) @ Ronny

Hallo zusammen,
mir ist aufgefallen, das die Steinpilze ich unter Eichen finde, grundsätzlich
wesentlich dunkler und kompakter sind, als die, die ich 5m daneben unter
Fichten oder Buchen finde. Nur letzere haben die steini-typische
haselbraune Hutfarbe mit weißlichen Hutrand. Die Huthaut meiner
"Eichensteinpilze" ist jedoch eher ein kastanienbraun, also sehr
dunkel, fast ins schwarz tendierend, mit leichtem Rotstich... habe leider
keine Nahaufnahmen davon gemacht.
Beim googeln habe ich nun dieses Bild gefunden, das meinen
"Eichensteinpilzen" sehr sehr nahe kommt. Allerdings ist dieses
mit Boletus aereus bestimmt worden. Jetzt bin etwas ich verunsichert, ob
ich nicht doch den Bronzeröhrling gefunden haben könnte...
Also ich hätte den auf den Bild abr eher als normalen Boletus edulis
gedeutet.
Ist es ggf. einfach normal, das Edulis unter Eichen und je nach
Bodenbeschaffenheit und Witterung zu einer anderen Hutfärbung tendieren???
Auf den meisten Bildern hat der Boletus aereus ja auch eher eine schwarzgraue
Hutfärbung...
Grüsse, Ronny

Hallo Ronny,

Dublizität der Ereignisse. ich war heute in einem kleinen Eichwäldchen und habe dort, wie Du, Kiefernsteinpilze gefunden. Deine Merkmale kann ich nur unterstreichen bezüglich des sehr dunklen,bei jungen Pilzen noch filzigen Hutes, der leichten Rötung und bei mir, seltsamerweise, eine kaum bis nicht zu erkennende Netzung des Stiels.

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Re: "Eichensteinpilze" *PIC*

Muecke, (vor 5894 Tagen) @ Muecke

Hallo Ronny,
Dublizität der Ereignisse. ich war heute in einem kleinen Eichwäldchen und
habe dort, wie Du, Kiefernsteinpilze gefunden. Deine Merkmale kann ich nur
unterstreichen bezüglich des sehr dunklen,bei jungen Pilzen noch filzigen
Hutes, der leichten Rötung und bei mir, seltsamerweise, eine kaum bis
nicht zu erkennende Netzung des Stiels.

Anbei, noch ergänzend, Kiefernsteinpilze mit unterschiedlichen Hutfarben und Oberflächen - von glatt bis rauh.

Grüße

Mücke

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Boletus aereus

HoBi, (vor 5894 Tagen) @ Muecke

Hallo Muecke,

Dein Foto zeigt Boletus aereus, den Bronzeröhrling! Der steht unter besonderem
Schutz und darf nicht mal zum Eigenverbrauch gesammelt werden. Nur zur Info ;-)
Ansonsten natürlich ein schöner Fund!

Viele Grüße von

Sabine & Holger

PS: Der Kiefernsteinpilz (Boletus pinophilus) ist ein anderer und nicht zu
verwechseln mit B. aereus.

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Re: Boletus aereus

Peter W., (vor 5894 Tagen) @ HoBi

Hallo Muecke,

Waren die FK sehr schwer (im Vergleich zum Sommersteinpilz? Meine Erfahrung mit B. aereus ist, dass auch die FK wie Blei in der Hand liegen, also sehr schwer sind.

Gruß Peter

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Re: Boletus aereus *PIC*

Muecke, (vor 5894 Tagen) @ HoBi

Hallo Muecke,
Dein Foto zeigt Boletus aereus, den Bronzeröhrling! Der steht unter
besonderem
Schutz und darf nicht mal zum Eigenverbrauch gesammelt werden. Nur zur Info
;-)
Ansonsten natürlich ein schöner Fund!
Viele Grüße von
Sabine & Holger
PS: Der Kiefernsteinpilz (Boletus pinophilus) ist ein anderer und nicht zu
verwechseln mit B. aereus.

Hallo, Sabine u. Holger,

für mich war er sehr wohl zu verwechseln, denn er riecht (beinah noch intensiver) wie ein Steinpilz, ist so schwer wie eben dieser und ist auch in der Textur des Fleisches völlig identisch. Das Einzige, das mich stutzig gemacht hat und ich auch textlich erwähnte, war, dass der Stiel keine Netzung aufwies. Ich glaubte mich schlau gemacht zu haben, als ich im -Steinbachs Naturführer Pilze, 1996 vom Mosaik-Verlag, nachschlug und glaubte - bis auf die Netzung - es mit einem Kieferssteinpilz zutun zu haben.

Anbei noch ein anderes Bild des Bronzeröhrlings. Was mir jetzt noch einfällt - Stiel ist kürzer und noch bauchiger als der des Steinpilzes.

Ich bitte um weitere, genaue Unterscheidungsmerkmale - vielen Dank!

Grüße

Mücke

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Re: "Eichensteinpilze"

olly, (vor 5894 Tagen) @ Ronny

Hallo Ronny,

es gibt eine Eichenform eines Steinpilzes, Boletus edulis f. quercicola Vassilk. Dieser gewisse B.P.Vassilkov (Russe) beschreibt 18 Formen des Steinpilzes abhängig von dem Mykorrhiza-Partner. Hier ist der Link zu russischen Wikipedia – ich weiss, die wenigsten hier können Kyrillisch lesen – wenn man aber runter scrollt (Kapitel Изменчивость), kommt man zu den lateinischen Namen: http://ru.wikipedia.org/wiki/Белый_гриб;
Dort steht auch die Eichenform beschrieben, ich übersetze: »Hut dunkelbraun, grau wirkend (wahrscheinlich kühleres Farbklima gemeint), manchmal mit helleren Flecken, aber nicht so hell, wie beim Birken-Steinpilz. Das Fleisch ist weicher als bei anderen Steinpilz-Formen. Juni-Oktober, Mittel- und Südeuropa.«

Vielleicht hast Du so einen auch erwischt. Ich könnte auch die anderen Formen übersetzen, falls einer Interesse hat.

LG,

olly

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Re: "Eichensteinpilze"

Ronny, (vor 5893 Tagen) @ olly

Danke für die vielen Infos, fühle mich etwas bestätigt und verwirrt zugleich...

Zunächst einmal hätte ich Mückes Fund auch als Bronzeröhrling bestimmt, obwohl ich den selbst noch nie gefunden habe. Ich führe das auf den Stiel (Färbung, fehlendes Netz) und die fast weiße, schön homogene Röhrenstruktur zurück. Schöner Fund übrigens, Mücke ! *neid*

"Meine Eichensteinpilze" haben hingegen praktisch dieselbe Hutfarbe- und struktur wie auf Mückes zweiten Foto, dabei haben die aber einen ganz normalen "edulis-typischen" Stiel, sprich weißes Netz auf hellbraunen, faserigen Grund, in etwa so wie auf dem Bild, das ich hier verlinkt habe.
Dabei sind die sehr kompakt, also mit dickem kurzen Stiel und recht schwer, aber das könnte man ggf. noch auf den Untergrundung zurückführen, denn in meinem Eichenwäldchen gibts praktisch keinen Bewuchs, die Pilze fruktuizieren direkt auf sehr festem Erdreich.
Es ist halt nur aufällig, das die Steinpilze, die weniger Meter weiter am Rand einer Fichtenschonung im Gras stehen, normale typsche Edulis sind.
Man hat das Gefühl zwei völlig unterschiedliche Arten in den Händen zu halten...

Ich glaube es hilf nichts, werde nach meinem nächsten Fund mal Bilder hier reinstellen :)

Übrigens scheint die extreme Steinischwemme hier in NRW gerade deutlich zurück zu gehen. Hatte ich vor zwei Wochen noch hunderte kirschgroße Ministeins im Wald gesehen, gabs zuletzt praktisch keinen einzigen mehr, dafür nur noch große Exemplare. Ich führe das auf die längere Trockenheit (das bißchen Nieselregen mal ausgenommen) in den letzten 7 Tagen zurück

Danke & Gruß,
Ronny

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Re: "Eichensteinpilze" *PIC*

Ronny, (vor 5858 Tagen) @ Ronny

Hallo zusammen,

was lange währt wird endlich gut ...:)
ich war Euch noch das besagte Foto schuldig ...
Auf dem Foto (sorry, für die Qualität, ist mit einem Fotohandy aufgenommen) sieht man deutlich, das die Steinpilze, die vornehmlich in der linken Hälfte liegen, eine wesentlich dunklere Hutfärbung haben, fast schon ins schwarz tendierend. Das sind die Steinpilze, die ich unter Eichen gefunden hatte.
Rechts sieht man mehr die Edulis-typischen Steinpilze, gefunden unter Fichten.
Leider hatte ich seinerzeit nicht genau die Spreu vom Weizen getrennt, sodaß sich auch rechts das ein oder andere ein Exemplar der dunkleren Variante befindet und auch umgekehrt, aber Euer geübtes Auge wird die schon ausfindig machen ;)

Sind diese "Eichensteinpilze" denn nun eine eigene Art oder ist es nur die besagte Farbvariante des Edulis??

Grüsse, Ronn

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