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Hydnellum spongiosipes vs ferrugineum

Älbler, (vor 5892 Tagen)

Liebe Pilzfreunde,

auf der Suche nach Cortinarien durchstöberte ich einen mageren Seggen-Buchenwald über Jurakalk und finde dort diese Hydnellumart, deren Bestimmung mir jetzt Schwierigkeiten bereitet:

Hut: rostorange bis rostbraun mit konzentrischen Ringen und weißem Rand. Rand bei Berührung dunkelbraun verfärbend.
Stacheln: rostbraun.
Trama: rostorange gezont, mild, Geruch nach Gurke.
Hyphen: ohne Schnallen, verfärben sich mit KOH violett.
Sporen: rundlich mit groben Doppelhöckern oder eingedellten Höckern (Foto folgt): 4,6-5,4-6,2 x 4,1-4,8-5,4 my; Q = 1,0-1,1-1,35. Sporenmaße inklusive der Höcker !

Am Standort gab es noch Kiefern! die nächste war gut 20 m vom Fundort entfernt. Meiner Meinung nach zu weit, um mit ihr assoziiert zu sein.

Mit dem Bestimmungsschlüssel in KRIEGLSTEINER gelange ich aufgrund der KOH-Reaktion, dem nicht radial gerippten Hut und der besonderen Sporenornamentation zu H. spongiosipes. Der soll sogar im Laubwald wachsen.
Meine Sporenmessungen passen aber nicht zu den Maßen der Art im JÜLICH.

Wer kann mir hier weiter helfen ?

Viele Grüße aus der Cortinarienstadt Ehingen
Christian

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Re: Hydnellum spongiosipes vs ferrugineum *PIC*

Älbler, (vor 5892 Tagen) @ Älbler

... hier noch das vergessene Bild !
Grüßle
Christian

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Re: Hydnellum spongiosipes vs ferrugineum *PIC*

Älbler, (vor 5892 Tagen) @ Älbler

... und noch ein Sporenfoto zu dem Korkstacheling !

Grüßle
Christian

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Re: Hydnellum spongiosipes vs ferrugineum

Andreas ⌂, (vor 5892 Tagen) @ Älbler

Hallo Christian,

hast Du junge Fruchtkörper beobachten können? Wenn ja, hatten die rote Tropfen wie H. peckii? Der Gurkengeruch deutet nämlich eher auf H. ferrugineum hin.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Hydnellum spongiosipes vs ferrugineum *PIC*

Älbler, (vor 5892 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

die von mir fotografierten Fruchtkörper waren jung. Der weiße Rand, den du dort erkennst, war nach gut einer Woche (2. Besuch des Standorts) nach gelb-ocker verfärbt (siehe Foto). Guttationstropfen habe ich nicht gesehen.

Riecht denn H. spongiosipes nicht auch nach Gurke? Für H. ferrugineum finde ich in der Literatur nur Fundangaben im Nadelwald.

Grüßle
Christian

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Re: Hydnellum spongiosipes vs ferrugineum *PIC*

Stephan Weißer, (vor 5892 Tagen) @ Älbler

Hallo Christian,
ich habe vor zwei Jahren ebenfalls in einem Kalk-Buchenwald mit eingestreuten Kiefern in thermophiler Südhanglage etwas gefunden, das ich seinerzeit als Hydnellum spongiosipes bestimmt hatte. Es handelte sich dabei um recht massige, also keinesfalls dünnfleischige Exemplare mit jeweils ca. 10 cm Durchmesser, etwa 200 Gramm wiegend, deren Hut von einem sehr dicken altrosafarbenen Filz bedeckt war. Ein Foto von diesem Fund ist unten zu sehen. Auf deinem Bild sind jedoch ausgesprochen rostorangefarbige Teile zu sehen, die am Rand einen fast weißlichen Hutfilz aufweisen, und die mich sehr an H. aurantiacum erinnern, den ich am gleichen Tag im gleichen Wald in ca. 100 m Entfernung auch gefunden habe. Dieses Foto ist im ersten Antwortposting drin.

Rein farblich gesehen wäre H. spongiosipes ein "Rosabrauner" und kein "Rostorangener", und in dem von dir erwähnten Schlüssel von Krieglsteiner stellt sich die Sporenfrage nur bei den "Rosabraunen". Was mich irritiert, ist die Schlüsselung der KOH-Reaktion, die bei H. aurantiacum negativ und bei H. spongiosipes positiv sein soll. Denn damals war bei dem von mir gefundenen H. aurantiacum (die Variation mit den weißen Stacheln und dem orangefarbigen Stiel) die KOH-Reaktion ebenfalls positiv, was ja nach dem Schlüssel eigentlich nicht sein dürfte.

Ich würde deinen Fund daher trotz KOH-positiv als H. aurantiacum ansehen und noch einmal anhand alternativer Literatur recherchieren, ob das mit dem KOH-negativ tatsächlich stimmt.

Freundliche Grüße
Stephan

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Re: Hydnellum spongiosipes vs ferrugineum

Älbler, (vor 5892 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stefan,

Das ist ja interessant !

Rein makroskopisch würde mein Fund wirklich besser zu H. aurantiacum passen. Nur KOH-Reaktion und Standort passen nicht.

Es soll noch einen H. auratile geben. Müsste ich den auch noch in Erwägung ziehen? Und - wie sehen eigentlich die Sporen vom H. aurantiacum aus? Passen die zu meinem Fund?

Viele Grüße
Christian

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Re: Hydnellum spongiosipes vs ferrugineum

Stephan Weißer, (vor 5891 Tagen) @ Älbler

Nur KOH-Reaktion und Standort passen nicht.

Im Krieglsteiner-Schlüssel ist nur von "KOH" die Rede, aber KOH gibt es ja in allen möglichen Konzentrationen. Vielleicht macht KOH-30% alles schwarz, KOH 3% dagegen nicht. Mein KOH-30% habe ich schon auf einige Stachelinge geschmiert, und es kam nie etwas anderes raus als sofort tiefschwarz. Künftig werde ich mal mit einer schwächeren Konzentration oder vielleicht auch mit Ammoniak experimentieren. Man müsste in einer guten Literaturquelle mal nachlesen, welches KOH hier gemeint ist.

Es soll noch einen H. auratile geben. Müsste ich den auch noch in Erwägung
ziehen?

Ich selber habe schon zwei Korkstachelinge mit ausgesprochen orangefarbigen Tönen gesehen, die makroskopisch und standortmäßig deutlich unterschiedlich rüberkommen:

- im Kalknadelwald (Ostschwarzwald bei Dunningen und in der Sattnitz in Kärnten): relativ klein, dünnfleischig, orangerote Stacheln, orangebrauner Stiel, Hutfilz dünn und schwach ausgebildet - das wäre genau dein Pilz

- im thermophilen, trockenen Kiefern-Buchen-Wald (nur in der Sattnitz): dicke, massige Exemplare mit kräftig ausgebildetem, jung fast weißem Hutfilz, auch alt grauweißlichen Stacheln und kontrastierend dazu orangebrauner Stiel

Das müssen die zwei Arten sein, die in einer Arbeit von Maas-Geesteranus (1975) unterschieden werden. Nach diversen Umbenennungen heißt dein Pilz aktuell H. aurantiacum (1975 noch H. auratile), und der dickere heißt H. floriforme (1975 noch H. aurantiacum).

FG
Stephan

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Re: Hydnellum spongiosipes vs ferrugineum *PIC*

Älbler, (vor 5891 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

vielen Dank für die ausführlichen Informationen.

Also ich habe 5% KOH beim Mikropräparat verwendet und die Hyphen haben sich sofort violett verfärbt.

Weiß man genau, mit welchen Baumarten die Korkstachelinge Mykorrhiza bilden? Ich habe dir ein Foto von dem Biotop angehängt, in dem ich meinen Fund gemacht habe. Der schlanke Stamm in mittleren Hintergrund ist die Waldkiefer, die man als Pilzpartner ansprechen müsste. Das Foto ist vom Standort von meiner H.aurantiacum-Kollektion gemacht.

Bei einem weiteren Standort in diesem Wald wuchs zwischen H. aurantiacum noch eine Phellodon-Art. Dort war eine Kiefer nur in 5 m Entfernung. Ist dies bekannt, dass Stachelinge verschiedener Gattungen in Gesellschaft wachsen?

Viele grüße
Christian

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Re: Hydnellum spongiosipes vs ferrugineum

Stephan Weißer, (vor 5891 Tagen) @ Älbler

Weiß man genau, mit welchen Baumarten die Korkstachelinge Mykorrhiza bilden?
Ist dies
bekannt, dass Stachelinge verschiedener Gattungen in Gesellschaft wachsen?

Zu diesen Fragen weiß ich leider (noch) nicht mehr als das, was in "Großpilze BW, Band 1" steht. Ich weiß nur, dass ich nächste Woche wohl mal auf der Zwiefaltener Alb vorbeischaue, wenn ich Zeit habe.

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Re: Hydnellum spongiosipes vs ferrugineum

Lothar, (vor 5891 Tagen) @ Stephan Weißer

..... also ich würde Stephan ausdrücklich zustimmen: das ist für mich H. aurantiacum.
LG, Lothar

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Re: Hydnellum spongiosipes vs ferrugineum

Älbler, (vor 5891 Tagen) @ Lothar

Hallo Lothar,

vielen Dank fürs reinschauen. Ich werde den Pilz als H. aurantiacum kartieren.
Die Art kenne ich jetzt an 3 Standorten im gleichen Wald. Einmal ist er mit einer Phellodon vergesellschaftet. Dort steht eine Kiefer nur ca. 5 m entfernt. Bilden Stachelinge unterschiedlicher Arten Gesellschaften?

Viele Grüße aus Ehingen
Christian