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Wundersame Beziehungskiste*4 PIC* *PIC*

Pilzthomas, (vor 5890 Tagen)

Hallo liebe Forum-Gemeinde,

in einer Herde Kuhröhrlinge fand ich am Wochenende tatsächlich auch Exemplare des Rosenroten Gelbfußes.
Nachdem ich schon oft in Pilzbüchern über dieses ungleiche Paar gelesen hatte, erfüllte sich mir so endlich der lang gehegte Wunsch, die beiden selbst einmal zu finden:

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Der Standort war ein zwergstrauchreicher Kiefern-Birken-Wald, bodensauer und anmoorig, aber durchsandet. In der Fläche gab es Ericaceen wie Vaccinium myrtillus, V. vitis-idea, Erica und Calluna kamen vor, daneben auch Empetrum nigrum.
Am Wuchsort der Pilze waren allerdings Deschampsia flexuosa, Hypnum jutlandicum und Polytrichum formosum vorherrschend.

Ist schon eine mysteriöse Beziehung, die der Gelbfuß mit dem Kuhröhrling pflegt.

Ich bin immer noch hin und weg vor Freude *juhu*.

Lieben Gruß und eine gute Pilzzeit wünscht

Thomas

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Adelphoparasitismus

Jürgen, (vor 5890 Tagen) @ Pilzthomas

Siehe hier

(Der Artikel ist leider nicht mehr online.)

Gruß Jürgen

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Re: Adelphoparasitismus

Pilzthomas, (vor 5890 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,

Dein Hinweis weckt Lust auf mehr. Schade, dass der Artikel nicht mehr online ist. Spannendes Thema mit klangvoller Namensgebung :-)
Wieder was gelernt, danke! Obgleich ich das Verhältnis zur Kiefer auf den ersten Blick irgendwie nicht parasitisch finde. Er nutzt doch wenn, den Kuhröhrling aus und der hat doch schließlich eine Mykorrhiza mit dem Baum, oder? Geht der Kiefer das was ab?

Auf jeden Fall eine tolle Laune der Natur.

Gruß
Thomas

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Re: Adelphoparasitismus

Jürgen, (vor 5890 Tagen) @ Pilzthomas

Hallo Thomas,

siehe auch
hier
oder grundlegend:
Agerer R. (1991): Studies on ectomycorrhizae XXXIV. Mycorrhizae of Gomphidius glutinosus and of G. roseus with some remarks on Gomphidiaceae (Basidiomycetes). Nova Hedwigia 53: 127 – 170.

Gruß Jürgen

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Danke für die Literatur-Hinweise *oT*

Pilzthomas, (vor 5890 Tagen) @ Jürgen

- kein Text -

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Re: Wundersame Beziehungskiste*4 PIC*

Schnuffel, (vor 5890 Tagen) @ Pilzthomas

Ist schon eine mysteriöse Beziehung, die der Gelbfuß mit dem Kuhröhrling
pflegt.

Hallo Thomas,

ich weiß zwar nicht mehr, woher ich das habe, aber zwischen dem Fleckenden Schmierling und dem Goldröhrling soll eine vergleichbare Beziehung bestehen.
ich habe allerdings die beiden erst 1-mal zusammen am gleichen Standort gesehen.

Gruß - Schnuffel

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Re: Wundersame Beziehungskiste*4 PIC*

Pilzthomas, (vor 5890 Tagen) @ Schnuffel

Hallo Schnuffel,

in der mir zugänglichen Literatur einschließlich einzelner spezieller Bearbeitungen der Gomphidiaceen aus den letzten 10 Jahren wird eine solch enge Bindung von Gomphidius maculatus an Suillus grevillei nicht erwähnt.
Auch Bildquellen im Internet lassen auf Funde ohne den anderen Mycobionten schließen.
Eine Gemeinsamkeit besteht in der Bindung an Larix als Mycorrhiza-Partner.
Vielleicht zufällig mal gemeinsam aufgetreten?

Gruß
Thomas

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allgemeines zu der Dreierbeziehung

Christoph ⌂, (vor 5890 Tagen) @ Pilzthomas

Hallo zusammen,

zunächst als Erklärung: die Gomphidius- und Chroogomphusarten können eigenständig Mykorrhizen bilden (zumindest sind solche beschrieben worden). Diese Mykorrhizen sind gewöhnliche Ektomykorrhizen. Die Hyphen der Schmierlinge und Gelbfüße können aber in das Myzel und somit die Rhizomorphen von Schmierröhrlingen und Wurzeltrüffeln einwachsen und über diese die Mykorrhizen dieser mit Nadelbäumen erreichen.
Dringen sie so in die Ektomykorrhiza der Schmierröhrlinge und/oder Wurzeltrüffeln ein, schaffen sie es, Haustorien in die Wurzelzellen der Nadelbäume zu versenken ("Anzapforgane"). Offensichtlich schaffen sie das nicht in ihrer eigenen Mykorrhiza.
Dies ist der Grund für die Vermutung, dass die Gelbfüße/Schmierlinge am Baum parasitieren und die Schmierröhrlinge nur als Zugang benutzen. Es kann aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass sie auch an dem Röhrlingsmyzel nuckeln. Nur wurden meines Wissens hier noch keine Haustorien nachgewiesen.

Gomphidius maculatus drängt sich in Lärchenbegleiter wie den Grauen Lärchenröhrling (wohl der Hauptwirt) und sicherlich auch Goldröhrling und die hybride der beiden ein.

LG
Christoph

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Re: allgemeines zu der Dreierbeziehung

Pilzthomas, (vor 5890 Tagen) @ Christoph

Hallo Christoph,

danke für die ausführliche Erklärung.
Das bringt mir zumindest den besonderen Charakter dieser "Huckepack-Mykorrhiza" näher. Du hast daran selbst geforscht?

Herzlichen Gruß

Thomas

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Re: allgemeines zu der Dreierbeziehung

Christoph ⌂, (vor 5887 Tagen) @ Pilzthomas

Hallo Thomas,

nein, selber nicht, aber ich war in der Arbeitsgruppe an der LMU München, die sich damit beschäftigt hat (Labor Agerer).

LG
Christoph

Hallo Christoph,
danke für die ausführliche Erklärung.
Das bringt mir zumindest den besonderen Charakter dieser
"Huckepack-Mykorrhiza" näher. Du hast daran selbst geforscht?
Herzlichen Gruß
Thomas

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Re: allgemeines zu der Dreierbeziehung

Andreas ⌂, (vor 5888 Tagen) @ Christoph

Hallo Christoph,

die hybride der beiden ein.

Du nimmst das böse Wort "Hybride" so einfach in den Mund? Bisher daschte ich immer, man dürfe sowas nicht behaupten, auch wenn ich bei eben diesem Pilz (Suillus nueschii) auch immer von einem hybridogenen Ursprung ausgegangen bin. Ich hab noch ein Beispiel, zwischen Laccaria purpureobadia und laccata var. pallidifolia.
Ist dazu eigentlich etwas publiziert worden, weil Du das mit so einer Bestimmtheit äußerst, oder ist das Deine eigene Meinung?

beste Grüße,
Andreas

P.S.: Danke für den Artkel mit BLASCHKE et al.! Hab ihn diese Woche aus dem Bayerwald mitgenommen.

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Re: allgemeines zu der Dreierbeziehung

Gábor, (vor 5887 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

bei mehreren diesjährigen Aufsammlungen von B. luridus und B. queletii bin ich mittlerweile versucht, ebenfalls an die Bildung von Hybriden zu denken.

Die vorgefundenen Pilze sind für mich weder Hühnchen, noch Kaninchen.
Gerade so, als wäre Herr Luridus mit Frau Queletii fremdgegangen :-)

LG, Gábor

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Re: allgemeines zu der Dreierbeziehung

Andreas ⌂, (vor 5887 Tagen) @ Gábor

Hallo Andreas,
bei mehreren diesjährigen Aufsammlungen von B. luridus und B. queletii bin
ich mittlerweile versucht, ebenfalls an die Bildung von Hybriden zu
denken.
Die vorgefundenen Pilze sind für mich weder Hühnchen, noch Kaninchen.
Gerade so, als wäre Herr Luridus mit Frau Queletii fremdgegangen :-)
LG, Gábor

Hallo Gábor,

ja stimmt, den hatte ich vergessen zu erwähnen. Bei dem reichhaltigen Vorkommen im Waldfriedhof in Stuttgart-Weilimdorf kommen auch jede Menge Übergänge vor und nicht wenige Exemplare sind nur dann zuordenbar, wenn man nur EIN Merkmal betrachtet. Eigentlich sollte ja das Sporenmaß Klarheit verschaffen - tat es aber auch nicht immer ....

beste Grüße,
Andreas

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Re: allgemeines zu der Dreierbeziehung

Christoph ⌂, (vor 5887 Tagen) @ Andreas

Servus Andreas,

Hybriden wurden bei Pilzen bereits nachgewiesen. Frag mich aber bitte nicht, bezüglich welcher Arten (hab irgendwann vor einigen Jahren mal nen Artikel in der Hand gehabt...).
Was Suillus nueschii und Konsorten angeht, ist das eine reine private Meinung, die ich aber als sehr plausibel annehme. ;-)

LG
Christoph

P.S.: gern geschen (unser Artikel)

Hallo Christoph,
Du nimmst das böse Wort "Hybride" so einfach in den Mund? Bisher
daschte ich immer, man dürfe sowas nicht behaupten, auch wenn ich bei eben
diesem Pilz (Suillus nueschii) auch immer von einem hybridogenen Ursprung
ausgegangen bin. Ich hab noch ein Beispiel, zwischen Laccaria
purpureobadia und laccata var. pallidifolia.
Ist dazu eigentlich etwas publiziert worden, weil Du das mit so einer
Bestimmtheit äußerst, oder ist das Deine eigene Meinung?
beste Grüße,
Andreas
P.S.: Danke für den Artkel mit BLASCHKE et al.! Hab ihn diese Woche aus dem
Bayerwald mitgenommen.