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I Funghi 2010: Das Lachnellula-Syndrom *PIC*

Seraph, (vor 5834 Tagen)

Hallo allerseits,

zum ersten Mal in meinem Mykologendasein mikroskopiere ich einen Leotiomycetes (Ascomycota) mittels einer Chemikalie: Melzers Reagenz. Das möchte ich vorab klarstellen, es ist für mich wieder ein Sprung in eine neue Dimension, die es für mich noch zu entdecken gilt ^^
Also bitte nicht lachen, wenn ich mich hier etwas starr verhalte im Umgang mit verschiedenen Reagenzien. Vielleicht könnt ihr mir ja auch hier oder da weiterhelfen ;)

Vor ein paar Tagen fand ich am Brandenburger Tor, Hürtgenwald (Nordeifel, NRW) auf kleinen Lärchenästchen eine der häufig vorkommenden Lachnellula-Arten (=Nadelholz-Haarbecherchen). Was mir dazu einfällt: Lachnellula ist eine zweiteilige Gattung mit weiß- und braunhaarigen Arten, aber durchgehend mit irgendwie gelblicher Fruchtschicht und einem Vorkommen an Koniferenästen (Fichte, Kiefer, Tanne usw).

Was sich hier mikroskopisch abspielt: keine Ahnung ^^

Aber das sollte sich bald ändern. Ich möchte euch hier kurz, aber prägnant, die gefundene Art vorstellen, ich hoffe, ich habe soweit alles richtig gemacht ;)

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Lachnellula occidentalis, Hyaloscyphaceae, Helotiales

Meine Frage ist nun: Wieso sind die Angaben zur IKI-Reaktion so widersprüchlich? Bei Barals DVD sind jedenfalls einige Zeichnungen korrigiert worden, bei L. willkommii wird keinerlei IKI-Reaktion angegeben, obwohl bei Medardi (2006) "amiloidi" angegeben wird. Bei L. occidentalis vice versa. Was stimmt hier jetzt? Ich beruhe mich jetzt auf die Daten von "In Vivo veritas" und deklariere diese Art jetzt mit dem Namen Lachnellula occidentalis.

Nähere Beschreibungen gibt es dann auf meiner DVD.

LG Chemokazuya

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Re: I Funghi 2010: Das Lachnellula-Syndrom

Andreas ⌂, (vor 5833 Tagen) @ Seraph

Hallo,

zum ersten Mal in meinem Mykologendasein mikroskopiere ich einen
Leotiomycetes (Ascomycota) mittels einer Chemikalie: Melzers Reagenz.

Du meinst bestimmt Lugolsche Lösung oder Baralsche Lösung. Mit Melzers lässt sich keine rotbraune Reaktion erzielen, weil das CHloralhydrat dies verhindert.
Diesen Reaktionstyp nennt Zotto hemiamyloid, die Angabe "amyloid" bzw. bei MEDARDI "amiloidi" beschreibt eine blaue Reaktion. Also die, die man nach KOH-Vorbehandlung auch bei den hemiamyloiden erzielt, bzw. die Reaktion der euamyloiden Arten.

beste Grüße,
Andreas

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Re: I Funghi 2010: Das Lachnellula-Syndrom

Seraph, (vor 5833 Tagen) @ Andreas

Hallo,
Du meinst bestimmt Lugolsche Lösung oder Baralsche Lösung. Mit Melzers lässt
sich keine rotbraune Reaktion erzielen, weil das CHloralhydrat dies
verhindert.
Diesen Reaktionstyp nennt Zotto hemiamyloid, die Angabe "amyloid"
bzw. bei MEDARDI "amiloidi" beschreibt eine blaue Reaktion. Also
die, die man nach KOH-Vorbehandlung auch bei den hemiamyloiden erzielt,
bzw. die Reaktion der euamyloiden Arten.
beste Grüße,
Andreas

Hallo Andreas,

also ich hab jedenfalls das Fläschchen mit dem Namen "Melzer" benutzt, soviel ist sicher. Lugol wäre nochmal eine andere Flasche.

LG Kazuya

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Re: I Funghi 2010: Das Lachnellula-Syndrom

Ingo Wagner, (vor 5832 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo!

Sehe gerade, dass der Archiv-Link nicht funzt. Beitrag war vom 1.2.2009 unter Lachnellula occidentalis.

VG Ingo W

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Re: I Funghi 2010: Das Lachnellula-Syndrom

Seraph, (vor 5832 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo!
Sehe gerade, dass der Archiv-Link nicht funzt. Beitrag war vom 1.2.2009 unter
Lachnellula occidentalis.
VG Ingo W

Hallo Ingo,

vielen dank für die Infos. Ich glaub, da hab ich das mit dem Syndrom ja wörtlich gut getroffen, scheint tatsächlich problematisch zu sein hier, ob es L. willkommii gibt oder nicht und welche Reaktion L. occidentalis in welchem Alter in welchem Zustand hervorbringt (auf Melzer, Lugol, KOH + Melzer usw). Ich nahm jedenfalls Melzer als Reaktion und die Asci färbten sich apikal so rot, wie ich sie hier auf dem Foto darstelle (Chemikalien sind von Hornberg).

LG Kazuya

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Re: I Funghi 2010: Das Lachnellula-Syndrom

Ingo Wagner, (vor 5832 Tagen) @ Seraph

Hallo Ingo,
vielen dank für die Infos. Ich glaub, da hab ich das mit dem Syndrom ja
wörtlich gut getroffen, scheint tatsächlich problematisch zu sein hier, ob
es L. willkommii gibt oder nicht und welche Reaktion L. occidentalis in
welchem Alter in welchem Zustand hervorbringt (auf Melzer, Lugol, KOH +
Melzer usw). Ich nahm jedenfalls Melzer als Reaktion und die Asci färbten
sich apikal so rot, wie ich sie hier auf dem Foto darstelle (Chemikalien
sind von Hornberg).
LG Kazuya

Hallo Kazuya!

Ich denke inzwischen schon, dass die Porus-Reaktion der Art mit Lugol immer rot ist. Melzer habe ich nie ausprobiert, weil die Chemikalie in meinen Augen das Präparat zu sehr angreift.

Meine Frage bleibt halt nach wie vor unbeantwortet. Gibt es tatsächlich einen großsporigen L. willkommii, deren Asci mit Lugol negativ reagieren und der keine moniliformen Paraphysen hat.
Besonders im Vorwinter neigt L. occidentalis zu Sporen deutlich über 20 µm.
Die moniliformen Paraphysen sind hauptsächlich an sehr reifen Apothezien zu bebachten, jüngere haben da manchmal sehr wenig diesbezüglich gestaltete.
Und die negative Ascus-Reaktion? Es werden in der Literatur einige Becher als Jod-negativ eingeschätzt, weil durch Verwendung aggressiverer Jod-Substanzen die Rotreaktion mit Lugol nicht wahrgenommen werden konnte.
Allerdings hätte dann wenigsten eine Blaufärbung des Porus wahrgenommen werden müssen.(?)
Fakt ist, dass die meisten Bestimmer von L. willkommii nach Pilze der Schweiz bestimmt haben, und da ist jede L. occidentalis mit positiver Porusreaktion und Sporen über 17 (wie es ganz normal ist) automatisch willkommii.

Für mich bleibt L. willkommii solange eine Phantom bis ich ihn mal unter´m Mikroskop habe.

VG Ingo W