Re: Knollis kosten?
Hallo Andreas.
Das war zwar ein tapferer Versuch des Probanden, aber sicherlich kein
hinreichender Beweis für die Ungefährlichkeit von
Knollenblätterpilzkostproben.
Erstens ist der Giftgehalt von giftigen Pilzen im Allgemeinen stark
unterschiedlich von Pilz zu Pilz einer Art.
Zweitens reagieren verschiedene Personen auch stark unterschiedlich auf die
bekannten Pilzgifte. Kinder scheinen insbesondere nur äusserst wenig
Alpha-Aminitin zu vertragen.
Drittens merkt man leichte bis mittlere chronische Schäden der Leber und vor
allem der Nieren, die durch eine Pilzvergiftung hervorgerufen wurden z.B.
durch Orellanin oder Alpha-Aminitin (auch stark nierentoxisch) meist erst
Jahre bis Jahrzehnte später.
Also reicht ein einziger oberflächlich betrachtet gutgegangener Versuch nicht
aus, um die Unbedenklichkeit bezüglich Giftpilz-Kostproben zu beweisen.
Ich weiß ausserdem nicht was eine Kostprobe bei einem Knollenblätterpilz
soll. Der schmeckt nämlich angenehm. (wie man liest-kein Selbstversuch!)
Wenn man den Knolli also für einen Täubling hält und ihn kostet, um zwischen
gut oder schlecht zu entscheiden, wird er im Korb bei den Guten landen.
Ich bleibe also dabei, nur denjenigen eine Kostprobe von Täublingen zu raten,
die wenigstens sicher einen Täubling von anderen Pilzfamilien
unterscheiden können.
Hallo,
das war erstens kein tapferer Versuch des Probanten sondern eine stark alkoholbeeinflußte Schwachsinnstat und zweitens wollte ich nicht zur Geschmacksprobe bei Knollis zwecks deren Bestimmung raten.
Ich wollte nur übertriebener Hysterie entgegenwirken, mit der ich jedes Jahr auch von Ratsuchenden konfrontiert werde ("Mein Kind hat einen Pilz angefaßt, sollen wir jetzt ins Krankenhaus mit ihm?").
Gruß,
Andreas