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Anzahl der Pilzesucher in Deutschland

Thomas Pruss, (vor 5812 Tagen)

Moin zusammen,
ich glaube es war in der Steinzeit dieses Forums, als mal die Frage aufkam und diskutiert wurde, wieviele Menschen in Deutschland wohl in die Pilze gehen. Gemeint waren alle Menschen die überhaupt Pilze sammeln, also z. B. auch solche, die nur 2 oder 3 Arten kennen und sammeln, nicht nur die ausgesprochen hartgesottenen Pilznasen wie hier im Forum. Wir kamen damals, soweit ich mich erinnere, auf etwa 10 % der Bevölkerung, sprich, etwa 8 Mio. Wer von Euch weiß genaueres über die Statistik? Gibt es überhaupt eine, und wenn nicht, wie könnte man die Zahl der Pilze sammelnden Menschen in etwa hochrechnen?
Für Hinweise, Schätzungen und Zahlen bin ich sehr dankbar!
Grüßlis
Thomas

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Re: Anzahl der Pilzesucher in Deutschland

Huperzia ⌂, (vor 5812 Tagen) @ Thomas Pruss

Moin zusammen,
ich glaube es war in der Steinzeit dieses Forums, als mal die Frage aufkam
und diskutiert wurde, wieviele Menschen in Deutschland wohl in die Pilze
gehen. Gemeint waren alle Menschen die überhaupt Pilze sammeln, also z. B.
auch solche, die nur 2 oder 3 Arten kennen und sammeln, nicht nur die
ausgesprochen hartgesottenen Pilznasen wie hier im Forum. Wir kamen
damals, soweit ich mich erinnere, auf etwa 10 % der Bevölkerung, sprich,
etwa 8 Mio. Wer von Euch weiß genaueres über die Statistik? Gibt es
überhaupt eine, und wenn nicht, wie könnte man die Zahl der Pilze
sammelnden Menschen in etwa hochrechnen?
Für Hinweise, Schätzungen und Zahlen bin ich sehr dankbar!
Grüßlis
Thomas

Bei google hab ich nur gefunden dass angeblich 70% der Tschechen Pilze sammeln. In Deutschland ist es sicher weniger, aber für meine Gegend hier nehme ich auch mal eine Zahl von 50% an, die zumindest einmal im Jahr bei gutem Wetter und Zeit in den Wald gehen und mit Pilzen zum Essen wieder rauskommen.

In meiner alten Heimat Niedersachsen würd ich die Zahl allerdings auch eher bei den 10 bis 20 % ansiedeln.

....damit meine ich nur den Kreis Leute, die zumindest ganz am Rande mal mit mir zu tun haben.

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Re: Anzahl der Pilzesucher in Deutschland

Ingo, (vor 5812 Tagen) @ Huperzia

Hallo Thomas,

wenn ich mich mal umtue, dürften zumindest in meinem Umfeld so
an die 80% aller Leute schon mal irgendwann Pilze gesammelt haben.
Meist zusammen mit Bekannten oder im Familienkreis.

Ich schätze mal selbstständig, also ohne externen Anstoß, könnten
es eben zwischen 10 und 20% der Bevölkerung sein, die das irgendwann
schon mal taten.

Regelmäßig, aus eigenem Antrieb, wird es eher eng. Da denke ich mal 2 bis 3%.

Das Ganze als Expertise, so wie bei uns und den anderen Postern hier der Fall,
dürfte bei deutlich unter einem Prozent liegen.

Stimmt nachdenklich, wenn man es z. B. mit dem hoch technisierten und weitaus
teureren Hobby Amateurastronomie vergleicht.

Da braucht man sich nur die jeweiligen Internetforen anschauen.
Astronomie.de meist Faktor 20 bis 50 gegenüber pilzepilze.de.
Auch gut zu beobachten, dass hier im Forum, seit Felix die 30 überschritten
hatte, keine Handvoll Leute mit einer 2 vorne mit macht;
Jule und Kazuya mal ausgenommen.

Obwohl der Vergleich mit der Astronomie hinkt; da werden Interessenten
knallhart über Werbestrategien ans Hobby nachgeführt (Lidl Teleskope und so).
Mit uns Neturfreunden läßt sich die schnelle Mark halt nicht machen.

Ist aber nur meine Meiniung

Grüßlis Ingo

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Re: Anzahl der Pilzesucher in Deutschland

Uwe58, (vor 5812 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo

Ich würde auch sagen, das ist eine realistische Einschätzung. Wenn in der Lokalzeitung ein Foto mit einem großen Pilz erscheint, trifft man kurzzeitig Pilzsammler im Wald wie Sand am Meer. Ansonsten ist es im Wald herrlich ruhig. Im November wurden wir gefragt, ob wir uns nicht blöd vorkommen, mit einem Pilzkorb durch den Wald zu laufen. Wer noch nie Frostschnecklinge probiert hat, stellt eben mal solche Fragen.

Ein schönes Wochenende wünscht Euch

Uwe

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Re: Anzahl der Pilzesucher in Deutschland

Hans hurter, (vor 5811 Tagen) @ Ingo

Hallo Ingo,da liegst Du warscheinlich richtig!LG Hans

Hallo Thomas,
wenn ich mich mal umtue, dürften zumindest in meinem Umfeld so
an die 80% aller Leute schon mal irgendwann Pilze gesammelt haben.
Meist zusammen mit Bekannten oder im Familienkreis.
Ich schätze mal selbstständig, also ohne externen Anstoß, könnten
es eben zwischen 10 und 20% der Bevölkerung sein, die das irgendwann
schon mal taten.
Regelmäßig , aus eigenem Antrieb, wird es eher eng. Da denke ich mal 2 bis
3%.
Das Ganze als Expertise, so wie bei uns und den anderen Postern hier der
Fall,
dürfte bei deutlich unter einem Prozent liegen.
Stimmt nachdenklich, wenn man es z. B. mit dem hoch technisierten und weitaus
teureren Hobby Amateurastronomie vergleicht.
Da braucht man sich nur die jeweiligen Internetforen anschauen.
Astronomie.de meist Faktor 20 bis 50 gegenüber pilzepilze.de.
Auch gut zu beobachten, dass hier im Forum, seit Felix die 30 überschritten
hatte, keine Handvoll Leute mit einer 2 vorne mit macht;
Jule und Kazuya mal ausgenommen.
Obwohl der Vergleich mit der Astronomie hinkt; da werden Interessenten
knallhart über Werbestrategien ans Hobby nachgeführt (Lidl Teleskope und so).
Mit uns Neturfreunden läßt sich die schnelle Mark halt nicht machen.
Ist aber nur meine Meiniung
Grüßlis Ingo

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Re: Anzahl der Pilzesucher in Deutschland

Thomas Pruss, (vor 5811 Tagen) @ Ingo

Moin Ingo,

Ich schätze mal selbstständig, also ohne externen Anstoß, könnten
[quote]es eben zwischen 10 und 20% der Bevölkerung sein, die das irgendwann
schon mal taten.
[/quote]

Ja, genau so sehe ich es auch!

Regelmäßig , aus eigenem Antrieb, wird es eher eng. Da denke ich mal 2 bis
[quote]3%.
Das Ganze als Expertise, so wie bei uns und den anderen Postern hier der
Fall,
dürfte bei deutlich unter einem Prozent liegen.
[/quote]

Und die räufeln dann auch regelmäßig in den Foren rum.

Da braucht man sich nur die jeweiligen Internetforen anschauen.
[quote]Astronomie.de meist Faktor 20 bis 50 gegenüber pilzepilze.de.
Auch gut zu beobachten, dass hier im Forum, seit Felix die 30 überschritten
hatte, keine Handvoll Leute mit einer 2 vorne mit macht;
Jule und Kazuya mal ausgenommen.
[/quote]

Ja, da findet in der Jugend meist ein Interessenwandel statt, das genau so wie beim Angeln. Die Kinder machen begeistert mit, dann wird das Genöök rollig und Pilze sammeln ist wie angeln uncool. Welches Mädel geht schon mit in die Büsche, wenn der Kerl nur Pilze sammeln (resp. angeln) will …? Öhem! Da sind die Jäger z. B. besser dran: Hier steigt z. B. der Anteil der (Jung-)Jägerinnen stetig an. Ist ja auch eine ziemlich Prestige behaftete Passion. Tja, und später dann sind die Jungen so in den Beruf und vielleicht auch Familie eingespannt, dass sie keine Zeit mehr für so ein Hobby haben. Erst, wenn sie sich einigermaßen "gesettled" haben, finden sie wieder die Muße dazu. Die Erfahrung muss wohl jeder machen.
Bei den Jugendlichen sehe ich aber noch ein anderes Problem: Wie führt man die an das Thema ran, so dass es für sie interessant ist? Viele Pilzbegeisterte, die Exkursionen anbieten, nehmen ihr Hobby einfach zu ernst: Wenn da vorne einer steht und mit ständig erhobenen Zeigefinger oberlehrerhaft versucht, den Kiddies was beizupulen, dann schreckt das ab! Die Kids wollen nix wissen von Paraphysen, HDS oder Sporenornamenten, die wollen Pilze finden, wissen, ob man die essen kann und sich gruseln, wenn sie erfahren warum Pilze giftig sind und wie sie wirken. Und was nutzt es, wenn ich denen erzähle, das Pilze sammeln geil ist, und im selben Atemzug, dass sie im Wald auf den Wegen bleiben müssen und das fast alle Pilze auf der Roten Liste stehen. Da steckt kein Lustgewinn hinter, kein Fun. Also erzähle ich ihnen, dass es nicht schlimm ist, wenn man im Wald mal ein paar Meter vom Weg abweicht, dass man aber ganz oft die meisten Pilze entlang von Wegen findet. Und dass es bestimmt nicht Lieschen Müller ist, die mit Pilze sammeln zum Niedergang der Pilze beiträgt, sondern die Lebensraum-Zerstörung.
Das sind nur ein paar Beispiele.
Fazit: Die Kinder wollen was lernen, aber das soll Spaß machen. Meine Frau und ich haben Schulklassen geführt, und die Kids waren am Ende ganz begeistert, weil es ihnen so einen Spaß gemacht hat. Was aber oft meiner Frau zu verdanken ist, denn leider muss ich mich auch manchmal des oberlehrerhaften Zuges bekennen.

Obwohl der Vergleich mit der Astronomie hinkt; da werden Interessenten
[quote]knallhart über Werbestrategien ans Hobby nachgeführt (Lidl Teleskope und so).
[/quote]

Allerdings muss man auch sagen, dass die Hobbyastronmie ebenfalls einen ziemlich hohen Prestigewert hat. So ein Teleskop macht ja schon was her, wenn es auch "nur" eins vom Lidl ist.[/i]

Mit uns Naturfreunden läßt sich die schnelle Mark halt nicht machen.

Ich sehe das eher so: Es ist -pilzmäßig gesehen – gar kein Markt vorhanden, mit dem sich eine schnelle Mark resp. ein schneller Euro machen ließe. Was m. E. aber eher daran liegt, das niemand bislang diesen Markt aufgemacht hat. Der schnelle Euro wird in anderen Sparten dagegen sehr wohl gemacht, denn sonst würde der Bio-Markt ja nicht so boomen.

Grüßlis und ein gutes, für dich auch sternenklares Nächtle
Thomas

Übrigens: Die Venus "brennt" ja im Moment vom Himmel wie nix Gutes! ;-)

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Re: Anzahl der Pilzesucher in Deutschland

McMuck, (vor 5811 Tagen) @ Thomas Pruss

Lieber Thomas,

da hast du einen wunden Punkt getroffen, der hier hoffentlich auch eine sachliche und selbstkritische Diskussion lostreten wird.

Bei dem von dir erwähnten Oberlehrerverhalten müssen wir uns wohl alle an die eigene Nase fassen. Das schreckt Jugendliche ganz sicher ab!

Es spricht für dich, dass du dich selbst auch mal dabei erwischst, etwas oberlehrerhaft zu sein.
Danke für diesen offenen und reflektierten Beitrag!

LG Stefan

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Re: Anzahl der Pilzesucher in Deutschland

Thomas Pruss, (vor 5811 Tagen) @ Huperzia

Moin Tanja,
70 % der Tschechen glaube ich unbesehen (und 100 % der Russen (auch hier in D ;-))).
Wenn ich die Zahlen aus dem Jahr-Top-Special-Verlag, in dem ich arbeite, nehme, komme ich bei 150 Mitarbeitern auf gut 10 %. In dieser Zahl sind diejenigen, die aktiv suchen (neben mir noch 5 andere) und solche, die Interesse haben, auf meinen Exkursionen mit gehen, aber nicht aus eigenem Antrieb sammeln weil sie keine Kenntnisse haben oder, wie gesagt, nur 2 bis 5 Arten. Und es ist diese "schweigende Mehrheit", die ich mit in die Statistik einrechnen möchte. Wobei ich in Deutschland auch ein Süd-Nord- und Ost-West-Gefälle vermute: Im Osten, in der Mitte und im Süden gibt es viel mehr Wälder, die zum Pize sammeln einladen. Im hohen Norden dagegen tut man sich aus Waldmangel schon schwerer. Wie ich es hier in Nordfriesland immer höre: "Fröher, do bün ick mit mien Öllern (Opa, Oma, Onkel usw.) op de Koppeln gangen, tom Champignons-Sammeln. Ove, de giv’t dat hüüt jo nich mehr." Tja, und die ganz Wagemutigen haben dann noch Maronen und Steinpilze gesammelt. Allerdings ist das Interesse immer noch vorhanden, denn in jedem Jahr wird die Zahl der Exkursionteilnehmer größer.
Grüßlis
Thomas

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Re: Anzahl der Pilzesucher in Deutschland

Ronny, (vor 5809 Tagen) @ Thomas Pruss

Moin zusammen,

ja, die Frage nach der Anzahl der Pilzsucher habe ich mir auch immer gestellt. Eine genaue Erhebung wäre hier sicherlich mal interessant ...
Die genannten Prozentzahlen würde ich in etwa auch so einschätzen.
Neben den genannten West-Ost- und Nord-Süd-Gefälle gibt es natürlicherweise auch ein deutliches Stadt-Land-Gefälle. Ich als Städter kenne hier in meinem städtischen Bekanntenkreis (sicherlich eine höhere dreistellige Zahl) nur eine einzige Person die regelmäßig in die Pilze geht (also weniger als 1%) und ein paar, die schonmal mit zum Pilzesuchen waren (somit weniger als 3%).
In meinem "ländlicheren" Bekanntenkreis (z.B. Münster- und Sauerland) würde ich die Zahlen auf 5% (regelmäßiges Pilzesuchen) und 30% (gelegentliches Pilzesuchen) schätzen. In meinem Bekanntenkreis im bayrischen Wald würde ich die Zahlen gar auf etwa 30% und 80% schätzen, aber da gehören ja "Schwammerl" auch zu den Nationalgerichten ... ;)
Außerdem korreliert die Anzahl der Pilzsucher auch ganz ganz sicher und deutlich spürbar mit der Anzahl der Meldungen in den Medien ;)

Noch viel interessanter hingegen finde ich die Frage, ob die Anzahl der Pilzsucher generell zu oder abgenommen hat. Mich würde da Eure subjektive Meinung interessieren.
Man liest ja meistens in den Medien, das es immer mehr Pilzsucher gibt.
Ich glaube das aber ehrlich gesagt nicht. Es gibt wohl eher immer weniger natürlichen Wald. Und außerdem sinkt die Bevölkerungszahl in Deutschland ja auch.
Mir gelingt es z.B. auch immer seltener, meine Neffen für Pilze und andere Naturdinge zu begeistern, Nintendo und Playstation werden immer mächtiger und präsenter. Für viele Kinder sind Enten gelb und Elefanten blau ... und es gibt auch Kinder, die Angst vor Schmetterlingen haben .. eigentlich recht erschreckend, diese Entwicklung ... Aber ich will keine Diskussion darüber lostreten.
Meines Erachtens wird die aufkeimende Naturverdrossenheit bei der nachwachsenden Bevölkerung schon dafür sorgen, das es immer weniger Pilzsammler gibt. Sicherlich wirds hier auch Ausnahmen geben, aber der Trend geht da meiner Meinung nach hin. Meine subjektive Beobachtung ist zumindest, das die meisten Pilzsammler zunehmend ältere Leute sind.
Meine Eltern und Großeltern sagen auch immer, das der Wald früher viel voller mit Pilzsammlern war (das Angebot an natürlichem Wald und Pilzen war da allerdings auch noch größer), weil "man hatte ja nix zu fressen und Pilze kosteten nix"

Viele Grüsse, Ronny

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Re: Anzahl der Pilzesucher in Deutschland

Thomas Pruss, (vor 5809 Tagen) @ Ronny

Moin Ronny,
die Frage nach der Anzahl an Pilzsammlern ist so eine, die bei den statistischen Landesämtern nicht gestellt wird. Daher bleibt man auf Vermutungen und persönliche Erfahrung angewiesen. Du liegst mit deinen Annahmen wohl im Trend.
Aber im Gegensatz zu dir möchte ich behaupten, dass die Zahl zunimmt. Hier sind es vor allem die Aus- und Übersiedler aus Osteuropa, die die Zahlen nach oben treiben, denn in Russland ist das Pilze Sammeln ja gang und gäbe.
Es stimmt aber auch schon, was die Omas und Opas sagen: Früher wurde in D viel mehr gesammelt, eben, weil es – besonders nach dem Krieg – nichts zu essen gab. Aber heutzutage ist das Bild ja ähnlich: Zwar gibt es Nahrung im Überfluss, aber welcher "Arbeitnehmer im Dienste von Graf Hartz dem Vierten" kann sich von dem bißchen Geld, das ihm zusteht, richtig ernähren? Schon allein aus diesem Grund steigt die Zahl der Menschen, die sich wieder auf die "Früchte der Natur" (nicht nur Pilze) besinnen.
Weniger Wald gibt es D entgegen deiner Meinung nicht. Die Waldflächen sind in den letzten Jahrzehnten wieder angestiegen und steigen weiter.
Und eine wirkliche Naturverdrossenheit bei Kindern und Jugendlichen gibt es so auch nicht: Meiner Beobachtung nach haben die Youngsters einfach keine Ahnung, was sie entdecken können, wenn sie in den Wald und an den Fluss gehen. Wenn man ihnen aber die Gelegenheit dazu gibt und sie entsprechend fördert, gehen die "ab wie Schmidt’s Katze" und sind kaum zu bremsen. Ich bekomme das z. B. mit über meinen Job als AngelWoche-Redakteur. Es sind oft Kinder und Jugendliche, die ihre Fangmeldungen einsenden. Und bei den Jägerprüfungen, die in Nordfriesland abgenommen werden, ist die Zahl Jugendlicher auch recht hoch: Im Schnitt sind bei 20 Lehrgangsteilnehmern immer so 3 bis 5 Kinder/Jugendliche. Aber in den Schulen findet mit drögem Bio-Unterricht keine wirkliche Förderung statt. Und für Exkursionen ist schlicht kein Geld da. Die Schulen sind da ganz auf die ehrenamtliche Tätigkeit von Naturliebhabern angewiesen, egal, ob das Jäger sind, Angler, Insektenkundler oder ganz einfach auch Landwirte.

Grüßlis
Thomas

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Re: Anzahl der Pilzesucher in Deutschland

Huperzia ⌂, (vor 5809 Tagen) @ Thomas Pruss

Hallo,

Ich bin der Meinung, dass die Zahl der Pilzsucher stark abgenommen hat, parallel zum Wissen über Pilze. Früher war das Wissen einfach "drin" und wurde weitergegeben, heute weiß man nur noch etwas über Pilze, wenn man bewußt danach sucht (Anstrengung) óder noch Familienmitglieder hat, wo die Übermittlung ohne Bruch weiterlief (in entsprechenden Pilzgebieten).

Wahrscheinlich gibt es in manchen Gegenden jetzt mehr Pilzsúcher als vor 20 Jahren, weil es wieder "cool" ist, die Natur zu kennen und sich in ihr aufzuenthalten .... man hat ja auch nicht mehr so viel.
Aber nochmal hundert Jahre zurück ist´s deutlich seltener geworden...

Mit den Medien kann man ganz gut verfolgen, wie sich die Wahrnehmung der Natur/des Waldes verändert hat. Früher (und in entsprechenden Gegenden) war das Verhältnis zur Natur einfach da. Heute wird Natur mehr und mehr zum Event. Kindergärten machen Waldtage - hui, ein Abenteuer! - und alle (teils wirklich guten!) Medien, die Kinder zur Natur führen wollen, betonen besonders den Event-Charakter. Klar, nur so fängt man die Kinder ein, aber ich sehe das schon auch etwas zwiespältig.

Eine echte Daseinsberechtigung im Alltag hat das Pilzesammeln nicht mehr und es reiht sich so neben all den anderen Dingen ein, die meist viel greller und attraktiver sind.

LG, Tanja

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Re: Anzahl der Pilzesucher in Deutschland

Gerhard Schuster ⌂, (vor 5809 Tagen) @ Huperzia

Hallo,
ein für mich sehr interessantes Thema habt ihr hier.

Nach meinem Empfinden stagniert die Zahl der Pilzsammler auf niedrigem Niveau.
Das mag auch daran liegen, dass die Aufenthaltsqualität im Wald durch die vielen Harvester, die grossen Schnitzelmaschinen und deren Spuren deutlich nachgelassen hat. Die wenigen schönen, naturbelassenen Wälder sind überlaufen.
Wer sich regelmässig im Wald aufhält, sind nach meiner Beobachtung zumeist Jogger oder Biker und die haben keinen Blick für Pilze übrig und keine Hand frei und können somit auch kein zufälliges Interesse entwickeln.

Ich persönlich schätze aber das potentielle Interesse riesig ein. Man merkt doch immer wieder, wie schnell Leute sich für das Thema Pilze begeistern können. Irgend etwas schlummert da tief drinnen, auch bei jüngeren Menschen.
VG
Gerd

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Re: Anzahl der Pilzesucher in Deutschland

Huperzia ⌂, (vor 5809 Tagen) @ Gerhard Schuster

"...... Wer sich regelmässig im Wald aufhält, sind nach meiner Beobachtung zumeist Jogger oder Biker und die haben keinen Blick für Pilze übrig und keine
Hand frei und können somit auch kein zufälliges Interesse entwickeln...."

....hab ich andere Erfahrungen gemacht, aber da weiß man dann auch nicht was zuerst war, die Henne oder das Ei. ;-)

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Re: Anzahl der Pilzesucher in Deutschland

Gerhard Schuster ⌂, (vor 5809 Tagen) @ Huperzia

"...... Wer sich regelmässig im Wald aufhält, sind nach meiner
Beobachtung zumeist Jogger oder Biker und die haben keinen Blick für Pilze
übrig und keine
Hand frei und können somit auch kein zufälliges Interesse
entwickeln...."
....hab ich andere Erfahrungen gemacht, aber da weiß man dann auch nicht was
zuerst war, die Henne oder das Ei. ;-)

...ein Sturz über eine Baumwurzel und man ist plözlich ganz besonders nah dran :-)) vielleich hat man gar einen Trüffel vor der Nase.
Soll jeder seinen Spass haben, ich mache lieber weiter stickless-softwalking.

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Re: Anzahl der Pilzesucher in Deutschland

Wolferl, (vor 5809 Tagen) @ Gerhard Schuster

Hallo zusammen

Also rein subjektiv würde ich sagen, dass das Pilzesuchen immer weiter in Vergessenheit gerät und größtenteils von immer älter werdenden Menschen ausgeübt wird. Das soll natürlich nicht heißen, dass es keine jungen Menschen mehr gibt, die Pilze sammeln, aber wenn ich Leuten im Wald begegne, die Pilze sammeln, dann sind die meist mindestens 40+. Das verwundert mich aber nicht wirklich. Ich bin jetzt Mitte 30 und habe immer Pilze gesammlt. Auch in der Pubertät, auch während des Studiums und dann auch danach als arbeitender Mensch. Meist wenn ich das anderen in meinem jeweiligen Alter erzählt habe, z.B. auf die Frage "Was hast den am Wochenende gemacht" ("Also am Freitag war ich bis 4 Uhr nachts unterwegs, hab geschlafen bis mittag und bin dann mal Pilze suchen gegangen"), habe ich staunden Augen gesehen und Fragen wie "Warum" oder "Wozu" oder "Was bringt das?" geerntet. Den meisten Leute heutzutage dauert das Suchen, Putzen und Kochen zu lange, es ist nicht "flippig" genug, es bringt keinen monetären Vorteil und kostet die Zeit, die man braucht, sich mit all den anderen wichtigen Dingen zu beschäftigen, die "in" sind (wobei ein iPhone einen endlich davor bewahren könnte, sich bein Suchen zu verlaufen, man könnte die Dinge also durchaus miteinander kombinieren :-)). Wenn mal jemand mich begleiten wollte, ließ das Interesse auch immer schlagartig nach, nachdem der(die)jenige(n) erkannt hatte, dass im deutschen Standardwald Pilzesuchen nicht bedeutet, Pilzmassen einfach abzuernten. Alles viel zu mühselig, die ganze Sucherei.

Und was sagt uns das?
Pilze suchen ist heute keine notwendige Ergänzung des Speiseplans mehr, sondern ein Hobby. Das Angebot an Hobbies nimmt aber immer mehr zu. Die Pilzesucher werden demnach weniger. Vielleicht werden dann ja die Pilze wieder mehr? :-)

Gruß

Wolfgang