Pilze Pilze Forum
Erweitert

Re: Anzahl der Pilzesucher in Deutschland

Wolferl, (vor 5811 Tagen) 46 Beiträge @ Gerhard Schuster

Hallo zusammen

Also rein subjektiv würde ich sagen, dass das Pilzesuchen immer weiter in Vergessenheit gerät und größtenteils von immer älter werdenden Menschen ausgeübt wird. Das soll natürlich nicht heißen, dass es keine jungen Menschen mehr gibt, die Pilze sammeln, aber wenn ich Leuten im Wald begegne, die Pilze sammeln, dann sind die meist mindestens 40+. Das verwundert mich aber nicht wirklich. Ich bin jetzt Mitte 30 und habe immer Pilze gesammlt. Auch in der Pubertät, auch während des Studiums und dann auch danach als arbeitender Mensch. Meist wenn ich das anderen in meinem jeweiligen Alter erzählt habe, z.B. auf die Frage "Was hast den am Wochenende gemacht" ("Also am Freitag war ich bis 4 Uhr nachts unterwegs, hab geschlafen bis mittag und bin dann mal Pilze suchen gegangen"), habe ich staunden Augen gesehen und Fragen wie "Warum" oder "Wozu" oder "Was bringt das?" geerntet. Den meisten Leute heutzutage dauert das Suchen, Putzen und Kochen zu lange, es ist nicht "flippig" genug, es bringt keinen monetären Vorteil und kostet die Zeit, die man braucht, sich mit all den anderen wichtigen Dingen zu beschäftigen, die "in" sind (wobei ein iPhone einen endlich davor bewahren könnte, sich bein Suchen zu verlaufen, man könnte die Dinge also durchaus miteinander kombinieren :-)). Wenn mal jemand mich begleiten wollte, ließ das Interesse auch immer schlagartig nach, nachdem der(die)jenige(n) erkannt hatte, dass im deutschen Standardwald Pilzesuchen nicht bedeutet, Pilzmassen einfach abzuernten. Alles viel zu mühselig, die ganze Sucherei.

Und was sagt uns das?
Pilze suchen ist heute keine notwendige Ergänzung des Speiseplans mehr, sondern ein Hobby. Das Angebot an Hobbies nimmt aber immer mehr zu. Die Pilzesucher werden demnach weniger. Vielleicht werden dann ja die Pilze wieder mehr? :-)

Gruß

Wolfgang

Eintrag gesperrt
39 Aufrufe

gesamter Thread: