weißt Du, meine Skespsis sollte jetzt hoffentlich aber nicht so rüberkommen
wie "ihr wisst doch alle nix", gell! Klar guckt msn bei seltenen
oder schwer bestimmbaren Arten auch darauf, wer das denn nun ist, der das
da meldet. Aber einen Beleg für die Meldung wird auch von anerkannt guten
Pilzlern oft gefordert werden.
Bei der hier diskutierten Gattung (Tricholoma), und insbesondere bei der Art T. umbonatum, ist das auch völlig nachvollziehbar. Wie oft hat man schon gedacht, man hätte etwas besonderes, und musste später erkennen, dass der Fund "nur" die einem selbst bekannte Variationsbreite einer "alten" Art erhöht hat. Da ist die Forderung nach Offenlegung der Funde legitim.
Im Hinblick auf die Dokumentation der Artverbreitung samt Eingruppierung in RL 0 oder RL 1 hat dies natürlich gewisse Konsequenzen. Manche Arten sind vielleicht nicht selten, sie werden nur selten gefunden oder selten korrekt bestimmt. Wenn eine Art nun ortshäufig ist, und in dieser Gegend ist niemand, der diese Art korrekt bestimmen kann, könnte es zu Unterkartierung kommen. Beste Beispiele hierfür sind die Verbreitungskarten von Tintlingen mit Schwerpunkten in der Kölner Bucht oder von Faserlingen in der Ulmer Gegend. Außer in den genannten Gegenden gibt es keine qualifizierten Bestimmer, ergo auch keine dokumentierten Funde, die entsprechenden Arten sind damit scheinbar "selten".
Auch das Übersehen als solches mag ein Problem sein. Ich lese gerade die "Mainfränkischen Platten", darin taucht witzigerweise der Fahle Röhrling nicht als gefunden auf. Andererseits muss man aus den Würzburger Fundberichten in diesem Forum schließen, dass dieser Pilz dort nicht so besonders selten ist.
Fazit: ich halte es auch für richtig, dass in Verbreitungskarten nur das dokumentiert wird, was bestimmungstechnisch "safe" ist, aber das kann manchmal zu Seltenheitseinstufungen führen, die so nicht stimmen.
Aber was natürlich schon schön wäre: wenn man glaubt, was Seltenes gefunden zu haben, dass man zumindest ein Knips-Foto macht, auf dem die wesentlichen Details zu erkennen sind.