Pilze Pilze Forum
Erweitert

Re: 6F ohne Namen

Ingo Wagner, (vor 5772 Tagen) 4.044 Beiträge @ HARZPILZCHEN

Hallo Hartmut!

Ganz salopp hätte ich ja Bisporella citrina gesagt,

Da wirst du nicht so unrecht haben. Die Hymenoscyphen kommen eigentlich nur sehr schlecht über so einen Winter, bei Bisporella bleibt immer noch was Becheriges übrig, die sind eigentlich regelmäßig zu finden.

jedoch fehlt irgendwie der dunklere Stiel,

Den haben bloß ältere Becher, jung sind die Stiele hell.

dann noch die Sporengröße (KOPFKRATZ).

Das ist ein größeres Problem. Frosteinwirkung bei nicht trocken-/frostresistenten Ascos geht immer einher mit abnormen Bildungen der Mikroelemente. Nicht nur, dass die gut für eine Bestimmung zu gebrauchenden Inhalte der Elemente verschwinden, auch Formen, z.B. von Sporen, nehmen ganz unübliche Gestalt an, Übergrößen sind an der Tagesordnung.
Fundierte Bestimmungen sind im Prinzip an solchen Apos kaum noch möglich.

Bei deinem wäre noch die Ansicht des Aufbaus des Excipulums vorteilhaft. Das sollten langgestreckte prismatische Zellen sein mit einer geligen Schicht dazwischen (Text. oblita), die dafür verantwortlich ist, dass die Elemente ständig unscharf erscheinen.

Eine Richtung wäre schon viel wert.

Das wird man momentan nicht ganz genau sagen können. Meiner Meinung nach kommen wegen des Porus-Typs und wenn ich mit dem Excipulumaufbau recht habe (was der Fall sein wird) Bisporella citrina mit verunstalteten übergroßen Sporen oder aber die größersporige Bisporella confluens in Frage.

Alle Mikros in Lugol. Sporen sehr variabel: min 11,3 x 3,7
max 17,8 x 5,2
mittel 13,7 x 4,4

Was mich als einziges stört für meine Theorie ist diese eindeutige Lugolreaktion bei deinen Becherchen. Normalerweise ist die bei Bisporella citrina nie so gut zu sehen.
Vielleicht sollte ich nach dem langen Frost auch wieder mal eine testen, ob es damit zusammenhängt.

VG Ingo W

Eintrag gesperrt
81 Aufrufe

gesamter Thread: