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Rindenpilz mit ornamentierten Sporen *PIC*

Älbler, (vor 5759 Tagen)

Liebe Pilzfreunde,

ich habe letzten Herbst einen Rindenpilz dokumentiert den ich nirgends einordnen kann, obwohl er auffallende Mikromerkmale hat.

Auffallend ist auch der Fundort des Pilzes: Er bildet relativ dicke weiße Überzüge auf dem Erdboden und überzieht die Unterseite von Laub, Ästchen, Pflanzenstengeln u.ä (Foto 1).

Das Hymenium ist leicht rau und cremefarben. Auffallend sind stemmleistenartige Strukturen die wie Rhizomorphen aussehen (Foto 2).

Mikromerkmale:
Hyphensystem monomitisch, keine ampullenförmigen Anschwellungen gesehen, Schnallen an allen Septen, auch an Basidienbasis.
Sporen oval mit groben Höckern, cyanophil.
(p = 95%; n =20): 4,7-5,4-6,0 x 3,5-3,8-4,2 µm; Q = 1,2-1,4-1,6; Vm = 41,7 µm³ (Foto 3).
Keine Zystiden.
Die Basidien sind an der Basis eigenartig abgebogen (Foto 4), so dass ich schon an Pleurobasidien gedacht habe. Außerdem lassen sie sich mit Baumwollblau anfärben (Foto 5).

Als einzige Gattungskandidaten würden mir Lindtneria, Hypochnicium und Phlebiella (Trechispora s. auct.) einfallen.

Wer kann mir da weiter helfen?

Viele Grüße
Christian

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Re: Rindenpilz mit ornamentierten Sporen *PIC*

Älbler, (vor 5759 Tagen) @ Älbler

Eine Detailaufnahme:

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Re: Rindenpilz mit ornamentierten Sporen

Hans Bender, (vor 5758 Tagen) @ Älbler

Hallo
Es könnte eine Trechispora sein!
oder auch Lindtneria

Grüße Hans

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Re: Rindenpilz mit ornamentierten Sporen *PIC*

Älbler, (vor 5759 Tagen) @ Älbler

Sporen:

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Re: Rindenpilz mit ornamentierten Sporen *PIC*

Älbler, (vor 5759 Tagen) @ Älbler

Könnten das Pleurobasidien sein?

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Re: Rindenpilz mit ornamentierten Sporen *PIC*

Älbler, (vor 5759 Tagen) @ Älbler

... und schließlich noch Hymenialelemente mit Baumwollblau angefärbt.

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Phlebiella vaga

Wolfgang D. ⌂, (vor 5758 Tagen) @ Älbler

Hallo Christian,

das schaut ganz typisch nach Phlebiella vaga (= P. sulphurea) aus, besonders mit dem am Boden "herum-vaga-bundierenden" Wachstum und mit den "stemmleistenförmigen", fächerförmigen, knotigen, wurmförmigen, etc. Strukturen und der körnig-bereiften Oberfläche des Hymeniums. Einzig die Farbe kommt auf meinem Monitor sehr weiß, sie hat in der Regel einen deutlichen stohgelblichen-ockerlichen-bräunlichen Ton (seltener zitronen- bis schwefelgelb). Und es fehlt mir der Hinweis, dass sich der Frk. mit KOH (dunkel-)rot verfärbt. Aber das sollte auch am getrockneten Beleg noch funktionieren.

LG
Wolfgang

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Re: Phlebiella vaga

Ingo Wagner, (vor 5758 Tagen) @ Wolfgang D.

Hallo Christian,
das schaut ganz typisch nach Phlebiella vaga (= P. sulphurea) aus, besonders
mit dem am Boden "herum-vaga-bundierenden" Wachstum und mit den
"stemmleistenförmigen", fächerförmigen, knotigen, wurmförmigen,
etc. Strukturen und der körnig-bereiften Oberfläche des Hymeniums. Einzig
die Farbe kommt auf meinem Monitor sehr weiß, sie hat in der Regel einen
deutlichen stohgelblichen-ockerlichen-bräunlichen Ton (seltener zitronen-
bis schwefelgelb). Und es fehlt mir der Hinweis, dass sich der Frk. mit
KOH (dunkel-)rot verfärbt. Aber das sollte auch am getrockneten Beleg noch
funktionieren.
LG
Wolfgang

Hallo Wolfgang!

Ich finde die Phlebiella/Trechispora vaga eigentlich nur an der Unterseite von Holz (gern dickere Äste und Buche). Im Frühjahr, wenn die frisch wächst, ist die immer sehr eindeutig zitronengelb, Stemmleisten habe ich noch nicht beobachten können.
Insofern und auch vom restlichen Makro-Eindruck kommen mir die Bilder eigentlich für vaga geradezu sehr unpassend vor.

Ich schätze, man müsste womöglich beim vorliegenden Fund auch nochmal versuchen, etwas mehr herauszubekommen.(sicher keine Zystiden? Sporen wirklich von diesem Pilz?)

VG Ingo W

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Re: Phlebiella vaga *PIC*

Älbler, (vor 5758 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Wolfgang, hallo Ingo,

Phlebiella vage kenne ich, wie Ingo schon anführte, als deutlich gelb und immer an der Unterseite von liegendem Laubholz wachsend. Zudem hatte mein Fund im Gegensatz zu Ph. vaga eine feste, fast gummiartige Konsistenz. Ph. vaga ist weicher, fast schon wattig.

Die Sporen stammen wirklich von dem Fund. Ich habe sie auch an Basidien beobachtet. Anbei nochmal ein Bild vom Hymenium in Baumwollblau bei 1000facher Vergrößerung. Ich kann da keine Zystiden erkennen.

Wäre es möglich, dass man bei Hypochnicium und Sistotrema suchen muss? In den Gattungen gibt es doch auch Bodenkriecher. Lindtneria würde ich inzwischen ausschließen, weil die laut Literatur gelbe Pigmente und cyanophile Tröpfchen in den Basidien haben müsste.

Viele Grüße
Christian

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Re: Phlebiella vaga

Ingo Wagner, (vor 5758 Tagen) @ Älbler

Hallo Christian!

Die Sporen stammen wirklich von dem Fund. Ich habe sie auch an Basidien
beobachtet.

Gut.

Anbei nochmal ein Bild vom Hymenium in Baumwollblau bei
1000facher Vergrößerung. Ich kann da keine Zystiden erkennen.

Ist irgendwie so eine halbschräge Sicht auf die Oberfläche.
Wenn die Zystiden immer herausragen würden, könnte man wohl Rückschlüsse aufgrund des Mikrobildes ziehen. Manchmal tun sie das aber auch nicht und haben auch ein rundes Köpfchen, Leptozystiden oder ähnliche z.B.
Mir würde es nicht reichen aufgrund der Aufnahme Zystiden auszuschließen. Ich würde da noch etwas weiterquetschen, bis ich die Basidien reihenweise in voller Länge vor mir hätte.
Ich habe aber nicht wirklich Ahnung von den Corticioiden. Vielleicht kannst du ja im rindenpilzigen Bayernforum mal nachfragen.

VG Ingo W

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Re: Rindenpilz mit ornamentierten Sporen

Gernot, (vor 5758 Tagen) @ Älbler

Hallo Christian,

mir ist zu deinem Fund spontan Trechispora fastidiosa eingefallen. Die Art wächst häufig am Erdboden und kann ähnlich aussehen wie dein Fund: http://www.mycokey.com/MycoKeySolidState/species/Trechispora_fastidiosa.html

Jahn schreibt auch noch Interessantes zu dieser Art: http://www.pilzbriefe.de/arten/fastidiosa_Trech.html

Vielleicht hilft dir das ein wenig.

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Rindenpilz mit ornamentierten Sporen

Älbler, (vor 5758 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot,

super klasse der Hinweis auf den "Satanshang". Daran habe ich gar nicht mehr gedacht. Als ich den Artikel früher einmal gelesen habe, lag mein Interesse bei den Mykorrhizapilzen. Für die Resupinaten war ich damals noch nicht so weit. Deshalb konnte ich mich auch gar nicht mehr an die Trechispora in dem Artikel erinnern.

Obwohl die makroskopisch und von der Ökologie her gut zu meinem Fund passen würde, habe ich keinen auffallenden Geruch feststellen können. T. fastidiosa müsste laut Literatur unangenehm riechen. Auch die Sporen sind bei der Art größer als bei meinem Fund.

Viele Grüße
Christian

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Re: Rindenpilz mit ornamentierten Sporen

Ingo Wagner, (vor 5757 Tagen) @ Älbler

Hallo Christian!

Als ich den Artikel früher einmal gelesen habe, lag
mein Interesse bei den Mykorrhizapilzen. Für die Resupinaten war ich
damals noch nicht so weit. Deshalb konnte ich mich auch gar nicht mehr an
die Trechispora in dem Artikel erinnern.

Eventuell gibt es noch nicht mal einen Widerspruch in diesem Fall von resupinat wachsend und Mykorrhiza-Bildner.

VG Ingo W

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Re: Rindenpilz mit ornamentierten Sporen

Älbler, (vor 5757 Tagen) @ Ingo Wagner

Hallo Ingo,

das sehe ich auch so. Der nutzt das Substrat nur als Stütze.

Gruß
Christian

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Re: Rindenpilz mit ornamentierten Sporen

Ingo Wagner, (vor 5757 Tagen) @ Älbler

Hallo Ingo,
das sehe ich auch so. Der nutzt das Substrat nur als Stütze.
Gruß
Christian

Hallo Christian!

War übrigens ernst gemeint. Man ist dabei einigen Corticioiden durchaus eine Mykorrhiza nachzuweisen. Bei Tomentella ist es wohl schon amtlich, bei Trechispora erst mit Fragezeichen. Aber mein Kenntnisstand ist da sicher nicht der aktuellste.

VG Ingo W

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Re: ... und er stinkt doch!

Älbler, (vor 5508 Tagen) @ Älbler

Liebe Pilzfreunde,

nun mache ich seit anderthalb Jahren an dieser Trechispora rum, alle Merkmale passen auf die Art fastidiosa und erst bei meiner neuesten Exkursion zusammen mit dem Jürgen fällt ihm auf, dass dieser Rindenpilz seinen deutschen Namen (Stinkender Stachelsporling) tatsächlich verdient. Ich weiß net, wie mir dieser auffallende Geruch entgehen konnte. Riecht er vielleicht nicht immer? Jedenfalls riecht er deutlich nach Tricholoma sulphureum oder Cystolepiota bucknallii, also nach Leuchtgas.

Damit wäre dieser Programmpunkt endlich abgeschlossen.

Viele Grüße
Christian

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Re: ... und er stinkt doch!

Champignon, (vor 5508 Tagen) @ Älbler

Liebe Pilzfreunde,
nun mache ich seit anderthalb Jahren an dieser Trechispora rum, alle Merkmale
passen auf die Art fastidiosa und erst bei meiner neuesten Exkursion
zusammen mit dem J�rgen f�llt ihm auf, dass dieser Rindenpilz seinen
deutschen Namen (Stinkender Stachelsporling) tats�chlich verdient. Ich
wei� net, wie mir dieser auffallende Geruch entgehen konnte. Riecht er
vielleicht nicht immer? Jedenfalls riecht er deutlich nach Tricholoma
sulphureum oder Cystolepiota bucknallii, also nach Leuchtgas.
Damit w�re dieser Programmpunkt endlich abgeschlossen.
Viele Gr��e
Christian

Danke für diese Information. Ist mir früher nicht aufgefallen!!!