Re: Risspilze (Italiener)
Servus Hias,
ist ja toll! Da lernt man italienische Schwammerln kennen ohne dorthin fahren zu müssen.
Mikroskopisch kommt das gut hin, mit Ausnahme der etwas zu kleinen Sporen (lt. Lit bis 10 oder noch darüber). Makroskopisch irritieren die rein weißen Stiele, die Frk. sehen recht klein aus (täuscht das?). Vergleich doch mal mit der "var. n. 2" der I. grammata von Ferrari (der noch kleinere Sporen angibt)!
I. tenebrosa kenne ich auch so, wenn ich die Art auch erst zwei- oder dreimal gesehen habe, 2010 ein Einzelexemplar an xerothermem Standort im Donautal.
Bei flocculosa ist die Art der Hutbedeckung alleine ein schwaches Merkmal zur Artabgrenzung. Da gibt es gelegentlich sehr variable Kollektionen mit komplett geschlossener Befaserung bis hin zu extrem schuppiger. Hier tendiere ich dazu, die Synonymisierung von Kuyper nachzuvollziehen. Bis das vielleicht mal durch DNS-Vergleiche geklärt ist, bist Du aber mit gausapata auf der sicheren Seite.
Gruß
Helmut
Hallo zusammen,
diesmal sind ein paar Funde aus toskanischen Eichenwäldern an der Reihe.
Koll. 1) Inocybe grammata Quél.
Pleurozystiden fusoid, meist schlank und dickwandig:
Sporen schwach höckerig, Höcker spärlich, wenig vorgewölbt, ab und zu
rundich, kaum zapfig, 7,6 x 5,3 (7-9 x 4,5-6):
Mit Stangl und Funga Nordica geschlüsselt; die Stiele sind sehr hell und nur
minimal rosa überhaucht; die Sporen recht klein; die Art kenne ich bislang
nicht, deshalb ein kleines Fragezeichen; nach Ferrari gibt's wohl noch
eine I. albodisca Peck, die sehr ähnlich ein soll, jedoch einen blasseren
Stiel und kleinere Sporen aufweisen soll (in Acta fungorum erwähnt);
Koll. 2) Inocybe tenebrosa Quél. (Schwarzfüßiger Risspilz)Hier dürfte die Bestimmung ausnahmsweise einmal unkritisch sein. In den
toskanischen Eichenwäldern habe ich die Art sehr häufig gesehen, in Bayern
noch nie.
Koll. 3) Inocybe flocculosa (Berk.) Sacc. (bei Eiche, Zeder)Pleurozystiden:
Sporen: 9,3 x 5,1 (8-11 x 4,5-5,5), Q=1,81Wegen der geschlossenen, eher filzigen und nicht schuppigen Hutbedeckung
würde man diese Art wohl als I. gausapata bestimmen, wenn man Kuypers
Synonymisierungen nicht akzeptiert; Ferrari betont diesen Unterschied und
zeigt ebenfalls kaum schuppige Fk.
Grüße aus München
Hias