Re: C. gentianeus
Hallo,
ich sage gerne was zu dieser für mich sehr interessanten Diskussion:
Wir haben in Tübingen je 3 Sequenzen "gentianeus" und 3 "caesiostramineus" (also bislang 2 Taxa), die 3 ersteren schlagen in der galucopodes-clade, die 3 letzteren ziemlich isoliert im phylogenetischen Baum auf.
Die caesiostramineus-Kollektionen mit bitterer Huthaut, mehr oder weniger Blautönen und kleinen mandelförmig bis citriformen Sporen sind nach der CFP bestimmt worden.
Den (Arbeits)namen C. gentianeus haben wir von einer spanischen Kolektion übernommen, die uns Ortega zugesandt hatte. Diese ist in Mycotaxon LXXXIII, (2002) pp 435-445 als C. caesiostramineus var gentianeus beschrieben, wobei sich die Autoren in der arbeit auf A. Bidaud beziehen. Der Typus ist m. W. allerdings noch nicht sequenziert worden.
Dieses Taxon (incl. Blutsee-Kollektion) hat ocker-braune Farbtöne, bitteres Fleisch und mandelförmige Sporen, die eher ins elipsoide tendieren. Die Sporengröße ist ähnlich der von caesiostramineus. Es ist durchaus möglich, daß wir diese Art auch C. olidoamarus nennen können, lt. Thomas Jeppesen sowohl mit bitterer Huthaut als auch mit bitterem Fleisch. Dieser Name hätte dann sicher Vorrang vor gentianeus, sollten sich die Typuen als identisch herausstellen.
Ich würde mich aber auch nicht wundern, wenn sich die Typus-Kolektion von C. gentianeus als caesiostramineus entpuppen würde.
es bleibt spannend.
schöne Grüße,
Günter