Re: Mittelleichtes Rätsel
Hallo Jürgen!
Das passt alles sehr gut zu der cf-Version von Lachnum subvirgineum (Baral
1985), die Ingo auf seiner Webseite zeigt.
Bis auf die Haare. Die sind bei meinem Fund noch kürzer. Anfangs habe ich
50-60µm gemessen. Nachdem ich den entsprechenden Forumsbeitrag vom April
2009 gelesen habe, habe ich nochmal nachgemessen und bin auf 65µm
gekommen. Recht viel länger werden sie aber nicht.
Dann stehst du vor dem gleichen Problem wie ich. Das cf. habe ich genau aus diesem Grund gesetzt.
Ich denke, eines der wichtigsten Punkte bei der Lachnum-Bestimmung ist die Einschätzung des Inhaltes in Paraphysen/Haare. Ob bei vitalen Apothezien in Wasser mikroskopiert Ansammlungen von gelblichen Vakuolen-Guttulen zu sehen sind oder nicht.
Selbst bei diesbezüglich positiven Becherchen sind diese Inhalte lange nicht in jeder Paraphyse vorhanden.
Auch ein makroskopisches Nichtröten lässt mitunter nicht zweifelsfrei den Schluss zu, dass man es mit "nicht stark lichtbrechenden Vakuolenguttulen" zu tun hat (meist bei weniger frischen Aufsammlungen).
Bei Lachnum virgineum und subvirgineum sind in Wasser betrachtet maximal schemenhaft "schwach lichtbrechende Plasmaguttulen" zu sehen, das ist das, was dann wohl gestresst (z.B. durch Hitze unterm Mikro oder Anfärbemittel) zu Gürtel oder der gefüllten Paraphysenspitze zusammenläuft.
Die Haarmaße bei subvirgineum mit 110 µm im damaligen Zotto-Lachnum-Schlüssel (2005) beziehen sich auf die Flankenhaare.
Aber wie gesagt, ich habe mir bei 2 Aufsammlungen sehr viel Mühe gegeben so lange Haare zu finden und habe es nicht geschafft.
Vielleicht sollte man ja mal in die Originalbeschreibung von 1985 schauen Baral, H.O.; Krieglsteiner, G.J., 1985, Beihefte zur Zeitschrift für Mykologie 6: 83, das ist das Beiheft zur ZfM "Bausteine zu einer Askomyzetenflora in der BRD", ob dort die angegebene Haarlänge ebenso angegeben wird. Leider ist mit der dortigen Notiz unter Lachnum subvirgineum nom. prov. bestimmungstechnisch nicht wirklich was anzufangen. Keine Ahnung, was in der richtigen Diagnose drinsteht bzw. wo die zu finden ist.
Darf ich das trotzdem so als Lachnum subvirgineum speichern? Die Länge der
Haare scheint sich bei der Art ja in einem ausgedehnterem Bereich zu
bewegen.
Das habe ich mir bisher nicht getraut ohne cf., ich bin aber der Meinung, dass du genau das gleiche hast wie ich.
Klaas hatte ihn übrigens letztens auch, hast du gesehen?
Beitrag 204020
VG Ingo W