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Wieviel Knolli ist giftig?

hajo, (vor 9153 Tagen)

Hallo,

ich habe heute mit einem grünen Knolli mal wieder Weilands Zeitungspapiertest ausprobiert und ihn dazu ne zeitlang in der Hand getragen, dann auf Zeitungspapier ein Stück ausgedrückt...
Dabei hab ich mich dann schon gefragt, wieviel es von dem Pilz braucht, um eine Vergiftung auszulösen. Für eine tödliche reicht ja u.U. schon ein einziger Pilz (schwankt der Toxingehalt eigentlich regional/jahreszeitlich?). Aber wieviel ist nötig, dass man überhaupt was merkt? Reicht beispielsweise etwas vom Pilz unterm Fingernagel? Es heißt ja, man sollte keine Kostversuche unternehmen, wenn man etwas probiert und wieder ausspuckt, ist das wirklich schon gefährlich?
Vielleicht weiß jemand was dazu?

Danke,
Hajo

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Re: Wieviel Knolli ist giftig?

Matzinger, (vor 9153 Tagen) @ hajo

Hallo,
ich habe heute mit einem grünen Knolli mal wieder Weilands Zeitungspapiertest
ausprobiert und ihn dazu ne zeitlang in der Hand getragen, dann auf
Zeitungspapier ein Stück ausgedrückt...
Dabei hab ich mich dann schon gefragt, wieviel es von dem Pilz braucht, um
eine Vergiftung auszulösen. Für eine tödliche reicht ja u.U. schon ein
einziger Pilz (schwankt der Toxingehalt eigentlich
regional/jahreszeitlich?). Aber wieviel ist nötig, dass man überhaupt was
merkt? Reicht beispielsweise etwas vom Pilz unterm Fingernagel? Es heißt
ja, man sollte keine Kostversuche unternehmen, wenn man etwas probiert und
wieder ausspuckt, ist das wirklich schon gefährlich?
Vielleicht weiß jemand was dazu?
Danke,
Hajo

Hallo Hajo,
der Knolleblätterpilz (grün, weiß und spitzthütig) ist für Erwachsene ab ca.50 gramm tötlich, es sei denn man hat vorher ärztliche Hilfe.
gruß Matzinger

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Re: Wieviel Knolli ist giftig?

elfi ⌂, (vor 9153 Tagen) @ hajo

Hallo Hajo,

wenn Du einen von den Knollis, die Matzinger beschrieben hat, in deiner Pilzbeute hast, und er sport auf die anderen Pilze aus, kannst Du Dir einen Leberschaden für immer holen, so sauber kannst Du die essbaren Pilze nicht putzen, da hilft nur: alles wegwerfen!
Jeder Kostversuch ist sträflicher Leichtsinn!! Einfach Finger weg von diesen Pilzen!

Grüße
elfi

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Sporen sind angeblich unverdaulich

Birgit, (vor 9152 Tagen) @ elfi

Hallo elfi,

wenn Du einen von den Knollis, die Matzinger beschrieben hat, in deiner
Pilzbeute hast, und er sport auf die anderen Pilze aus, kannst Du Dir
einen Leberschaden für immer holen, so sauber kannst Du die essbaren Pilze
nicht putzen, da hilft nur: alles wegwerfen!

In Hornberg lernten wir, daß die Sporen von Knollis total unverdaulich sind, also droht von dort keine Gefahr. Aber wer will ausschließen, daß nicht irgendwo ein Stück Lamelle, Manschette oder Teile der Scheide im Korb rumfliegen und die können durchaus für den Leberschaden reichen und sich auch gut zwischen die anderen Pilze mischen. Also gehört wirklich alles in dem Korb weggeschmissen. Es gibt sogar Leute, die sind so geschockt, daß sie den Korb auch gleich noch mit wegschmeißen.

Gruß

Birgit

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Re: Wieviel Knolli ist giftig?

Thomas Pruß, (vor 9152 Tagen) @ hajo

Moin Hajo,
Matzinger hat ja schon geschrieben, dass 50 g Knolli reichen, um einen in die ewigen Pilzgründe zu katapultieren.
Hast du einen Knolli im Pilzkorb liegen und er sport dabei auf die anderen Pilze, ist kein Schaden zu befürchten. 1. sind Sporen, wie Birgit richtig schrieb, unverdaulich, 2. ist die Menge zu gering, selbst für einen Leberschaden, 3. nehme ich nicht an, dass du den Pilz in deinem Korb derart zerbröselst, dass Lamellen oder andere Reste an den übrigen Pilzen hängenbleiben, 4. gehören Pilze, die bestimmt werden sollen, in einen Extra-Korb.
Die tödliche Dosis bezieht sich auf die Mengen an Pilz, die über den Verdauungstrakt aufgenommen werden. Du kannst einen Knollenblätterpilz in der Hand halten, bis er verschimmelt, und du würdest dich nicht vergiften können: Das Amanitin-Molekül ist so groß, dass es nicht durch die Haut diffundieren kann. Auch bei einer Verkostung, bei der du das Pilzstückchen wieder ausspuckst, wirst du dich nicht vergiften können. Die Menge reicht nicht, und außerdem wird das Amanitin, wiederum aufgrund seiner Größe, auch nicht durch die Mundschleimhaut aufgenommen. Einen Leberschaden riskiert, wer regelmäßig kleinste Mengen des Pilzes zu sich nehmen würde (schleichende Vergifting). Aber ist eine Verkostung tatsächlich notwendig?
Alles in allem: Der Knollenblätterpilz ist tödlich giftig, und er sollte in keiner Weise verharmlost werden. Aber für Panik besteht auch kein Grund.
Grüsslis
Thomas

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Genau das wollt ich wissen, danke!

hajo, (vor 9152 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

das ist genau die Antwort nach der ich gesucht habe! Es macht ja keinen Sinn übertriebene Panik zu schüren, man muss einfach wissen woran man ist. Dann schmeißt man auch nicht so viele Pilzkörbe weg ;-)
Beispielsweise sind in dem Wald, wo ich mein Abendessen gesammelt habe grüne und auch weiße Knollis die bei weitem häufigsten Pilze. Wäre die Gefahr wirklich so groß, fielen mir einige Szenarien ein, wie meine Hexenröhrlinge oder Perlpilze kontaminiert werden könnten (Tiere, Pilzsammler die einen Knolli wegwerfen und meinen Parasol treffen ...).

Viele Grüße,
Hajo

Moin Hajo,
Matzinger hat ja schon geschrieben, dass 50 g Knolli reichen, um einen in die
ewigen Pilzgründe zu katapultieren.
Hast du einen Knolli im Pilzkorb liegen und er sport dabei auf die anderen
Pilze, ist kein Schaden zu befürchten. 1. sind Sporen, wie Birgit richtig
schrieb, unverdaulich, 2. ist die Menge zu gering, selbst für einen
Leberschaden, 3. nehme ich nicht an, dass du den Pilz in deinem Korb
derart zerbröselst, dass Lamellen oder andere Reste an den übrigen Pilzen
hängenbleiben, 4. gehören Pilze, die bestimmt werden sollen, in einen
Extra-Korb.
Die tödliche Dosis bezieht sich auf die Mengen an Pilz, die über den
Verdauungstrakt aufgenommen werden. Du kannst einen Knollenblätterpilz in
der Hand halten, bis er verschimmelt, und du würdest dich nicht vergiften
können: Das Amanitin-Molekül ist so groß, dass es nicht durch die Haut
diffundieren kann. Auch bei einer Verkostung, bei der du das Pilzstückchen
wieder ausspuckst, wirst du dich nicht vergiften können. Die Menge reicht
nicht, und außerdem wird das Amanitin, wiederum aufgrund seiner Größe,
auch nicht durch die Mundschleimhaut aufgenommen. Einen Leberschaden
riskiert, wer regelmäßig kleinste Mengen des Pilzes zu sich nehmen würde
(schleichende Vergifting). Aber ist eine Verkostung tatsächlich notwendig?
Alles in allem: Der Knollenblätterpilz ist tödlich giftig, und er sollte in
keiner Weise verharmlost werden. Aber für Panik besteht auch kein Grund.
Grüsslis
Thomas

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Re: Wieviel Knolli ist giftig?

Pilzfee, (vor 9152 Tagen) @ hajo

Hallo,

was ist denn das für ein Test?

Ich fand immer, daß man Knollis wunderbar so erkennen kann, oder irre ich?

bye

Pilzfee

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Re: Wieviel Knolli ist giftig?

hajo, (vor 9152 Tagen) @ Pilzfee

Hallo,
was ist denn das für ein Test?
Ich fand immer, daß man Knollis wunderbar so erkennen kann, oder irre ich?
bye
Pilzfee

Stimmt, Knollis erkennt man schon ziemlich gut, es ist mehr der Forscherdrang den Test an grünen oder weißen Amanitas auszuprobieren. Obwohl ich vielleicht einen großen Scheidling oder einen Eier-Wulstling nach dem Test auch beruhigter essen würde.
Aber eigentlich will ich den Test an G. marginata (s.o.) ausprobieren um diesen sicher zu identifizieren (leider noch keinen gefunden).
Den Test kenne ich aus dem Forum, man drückt ein kleines Stück Pilz auf Zeitungspapier aus (es muss wirklich Zeitungspapier sein, auf Papier mit geringem Ligningehalt tut es nicht) und läßts trocknen. Dann einen Tropfen konz. Salzsäure drauf und wieder trocknen lassen. Beim Vorhandensein von Amatoxinen erhält man eine blaue Färbung auf dem Papier. Der Test reagiert aber auch auf andere Toxine, wers genauer wissen will => im Archiv schauen.

Viel Spass mit den Löchern in den Kleidern...

Hajo

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Wieviel spitzgebuckelter Rauhkopf?

Birgit, (vor 9152 Tagen) @ hajo

Hi,

in dem Zusammenhang auch interessant, weil mir auf ANhieb erstmal nicht bekannt. Wieviel spitzgebuckelten Rauhkopf (C. rubellus), den es ja in einigen Gegenden, z.B. Schwarzwald, ziemlich häufig gibt wird denn benötigt um einen

a) ohne ärztliche Behandlung in die ewigen Jagdgründe zu befördern

b) nach Verspeisen einen ernsthaften Nierenschaden zu verursachen?

Von C. orellanus wärs auch ganz nett das mal zu wissen. Wenn man von der sachlichen Richtigkeit von Karin Montags Krimi "Tödliche Pilze" ausgeht müßten da 400g auch mit ärztlicher Behandlung dicke reichen, aber der ist ja, Gott sie Dank, nun mal relativ selten.

Gruß

Birgit

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Re: Wieviel spitzgebuckelter Rauhkopf?

Christoph ⌂, (vor 9152 Tagen) @ Birgit

Hi Birgit,

der Giftgehalt scheint stark zu schwanken. Vor drei oder vier Jahren gab es hier in München einen Vergiftungsfall mit Cort. speciosissimus. Es hat ein Erwachsener im Gelände einen viertel Hut (!) roh verspeist. Mehr nicht! Er verlor beide Nieren komplett, überlebte dank Dauerdialyse und hat dann eine Spenderniere erhalten.
Es kann also sein, dass schon kleinste Mengen absolut schädlich sein können.

Mach's gut und auf bald,

Christoph

Hi,
in dem Zusammenhang auch interessant, weil mir auf ANhieb erstmal nicht
bekannt. Wieviel spitzgebuckelten Rauhkopf (C. rubellus), den es ja in
einigen Gegenden, z.B. Schwarzwald, ziemlich häufig gibt wird denn
benötigt um einen
a) ohne ärztliche Behandlung in die ewigen Jagdgründe zu befördern
b) nach Verspeisen einen ernsthaften Nierenschaden zu verursachen?
Von C. orellanus wärs auch ganz nett das mal zu wissen. Wenn man von der
sachlichen Richtigkeit von Karin Montags Krimi "Tödliche Pilze"
ausgeht müßten da 400g auch mit ärztlicher Behandlung dicke reichen, aber
der ist ja, Gott sie Dank, nun mal relativ selten.
Gruß
Birgit

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Re: Wieviel spitzgebuckelter Rauhkopf?

Matzinger, (vor 9152 Tagen) @ Christoph

Hi Birgit,
der Giftgehalt scheint stark zu schwanken. Vor drei oder vier Jahren gab es
hier in München einen Vergiftungsfall mit Cort. speciosissimus. Es hat ein
Erwachsener im Gelände einen viertel Hut (!) roh verspeist. Mehr nicht! Er
verlor beide Nieren komplett, überlebte dank Dauerdialyse und hat dann
eine Spenderniere erhalten.
Es kann also sein, dass schon kleinste Mengen absolut schädlich sein können.
Mach's gut und auf bald,
Christoph

Hallo Christoph,
war das Unwissenheit oder ein Selbstversuch?
viel grüße Matzinger

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Re: Wieviel spitzgebuckelter Rauhkopf?

Christoph ⌂, (vor 9152 Tagen) @ Matzinger

Servus Matzinger,

keine Ahnung. Ich würde mal von nem Selbstversuch ausgehen (little brown mushrooms -> Psilos???). Ich weiß es aber nicht.

Auf alle Fälle war's ne große Dummheit....

Grüße zurück, Christoph

Hallo Christoph,
war das Unwissenheit oder ein Selbstversuch?
viel grüße Matzinger