Hallo,
Dein Täubling Nr. 1 ist - der Name ist ja gleich gefallen - R. pectinatoides (ss. auct. europ.), der Kratzende Kammtäubling. Der Hut ist in Form und Farbe typisch für einen Kammtäubling. Die Art ergibt sich aus der Kombination von mildem (bzw. leicht kratzendem, aber nicht scharfem) Geschmack und roten Pünktchen an der Stielbasis, wie sie auf Bild 2 gut zu sehen sind. Ob der Geschmack als kratzend oder mild wahrgenommen wird, ist zweitrangig. Damit es "kratzt", muss man eine Weile kauen. Der Geruch dieser Art ist nach meiner Erfahrung eine Mischung aus Pelargoniengeruch und dem widerlichen Geruch der Stinktäublinge (R. foetens u.ä.).
@Svampskogen
Der andere milde Kammtäubling mit der gelblichen Stielbasis und der roten KOH-Reaktion, den Du wahrscheinlich meinst, ist R. insignis. Der hat aber nie die roten Punkte an der Stielbasis. Die scharf schmeckende R. sororia ist ein großer und kräftig gefärbter Doppelgänger des Camemberttäublings (R. amoenolens) ohne Camembertgeruch und mit negativer Guajakreaktion.
Täubling Nr. 2 scheint tatsächlich ein Heringstäubling zu sein. Charakteristische Merkmale dieser Gruppe sind außer dem fischigem Geruch das rasche Bräunen des Fleischs/Stiels im Schnitt bzw. bei Manipulation und die grünliche (und nicht rötliche) Eisensulfatreaktion. Was die Bestimmung der einzelnen Arten angeht, so herrscht insbesondere bei den Laubwaldarten keine Einigkeit unter den Spezialisten. Der von Dir gezeigte Pilz dürfte zu einer recht häufigen eichenbegleitenden Sippe gehören, die von den meisten als R. graveolens (zumindest ss.l.) bestimmt wird. Werner Jurkeit verwendet hierfür den Namen R. brevis.
Viele Grüße (auch von Felix ...).