Genau das wollt ich wissen, danke!
Hallo Thomas,
das ist genau die Antwort nach der ich gesucht habe! Es macht ja keinen Sinn übertriebene Panik zu schüren, man muss einfach wissen woran man ist. Dann schmeißt man auch nicht so viele Pilzkörbe weg 
Beispielsweise sind in dem Wald, wo ich mein Abendessen gesammelt habe grüne und auch weiße Knollis die bei weitem häufigsten Pilze. Wäre die Gefahr wirklich so groß, fielen mir einige Szenarien ein, wie meine Hexenröhrlinge oder Perlpilze kontaminiert werden könnten (Tiere, Pilzsammler die einen Knolli wegwerfen und meinen Parasol treffen ...).
Viele Grüße,
Hajo
Moin Hajo,
Matzinger hat ja schon geschrieben, dass 50 g Knolli reichen, um einen in die
ewigen Pilzgründe zu katapultieren.
Hast du einen Knolli im Pilzkorb liegen und er sport dabei auf die anderen
Pilze, ist kein Schaden zu befürchten. 1. sind Sporen, wie Birgit richtig
schrieb, unverdaulich, 2. ist die Menge zu gering, selbst für einen
Leberschaden, 3. nehme ich nicht an, dass du den Pilz in deinem Korb
derart zerbröselst, dass Lamellen oder andere Reste an den übrigen Pilzen
hängenbleiben, 4. gehören Pilze, die bestimmt werden sollen, in einen
Extra-Korb.
Die tödliche Dosis bezieht sich auf die Mengen an Pilz, die über den
Verdauungstrakt aufgenommen werden. Du kannst einen Knollenblätterpilz in
der Hand halten, bis er verschimmelt, und du würdest dich nicht vergiften
können: Das Amanitin-Molekül ist so groß, dass es nicht durch die Haut
diffundieren kann. Auch bei einer Verkostung, bei der du das Pilzstückchen
wieder ausspuckst, wirst du dich nicht vergiften können. Die Menge reicht
nicht, und außerdem wird das Amanitin, wiederum aufgrund seiner Größe,
auch nicht durch die Mundschleimhaut aufgenommen. Einen Leberschaden
riskiert, wer regelmäßig kleinste Mengen des Pilzes zu sich nehmen würde
(schleichende Vergifting). Aber ist eine Verkostung tatsächlich notwendig?
Alles in allem: Der Knollenblätterpilz ist tödlich giftig, und er sollte in
keiner Weise verharmlost werden. Aber für Panik besteht auch kein Grund.
Grüsslis
Thomas