Hi geli,
1.
glaube langsam, so tief wie Du in das Thema einsteigst brauchen wir einen
"Superexperten" z.B. einen Arzt der gleichzeitig Spezialist ist
für Vergiftungen, Allergien, Unverträglichkeitserscheinungen und Pilze!!!
Daß ich in diesem Fall alles ganz genau wissen will liegt an zwei Dingen (die du beide allerdings nicht wissen konntest
)
1. bin ich Naturwissenschaftlerin und will daher eigentlich immer alles ganz genau wissen und ich wills dann auch "bewiesen" und statistisch abgesichert haben. (man denke nur mal an das Märchen vom vielen Eisen im Spinat, das war auch ein jahrzehntelang abgeschriebener Fehler, wo jemandem eine Kommastelle verrutscht ist. Der Tee/koffeineffekt könnte ja wie Georg schrieb auch sowas sein.)
2. bin ich seit einigen Wochen selbst Pilzberaterin (mache allerdings im Moment keine Beratung und bin auch nicht als Ansprechpartner für Krankenhäuser eingetragen). Nachdem die Ausbildung noch relativ frisch und daher auf dem neuesten Stand ist, hätte es mich sehr gewundert, wenn man uns zu dem Tee/koffeineffekt und auch zur ALkoholunverträglichkeit des Parasols nix gesagt hätte.
Vielleicht läuft so einer ja irgendwo herum. Mein Pilzberater war ja
selbst ziemlich erstaunt über diese Fälle, glaube der wird uns nun doch
nicht bei all diesen Fragen behilflich sein können. Außerdem denke ich,
daß all diese Zusammenhänge von allergischen Reaktionen und
Unverträglichkeitserscheinungen sowie echten Allergien sowieso schon sehr
komplex sind und dann noch in Verbindung mit Pilzen, Alkohol und
Vergiftungserscheinungen wirklich nur von einem medizinischen
Fachspezialisten , wenn überhaupt, erklärt werden können.
Richtig und so lange ich nicht kausal erklären kann, muß ich ne statistische Grundlage haben.... Ich bring mit Pilzunverträglichkeiten oder potentiellen ALlergien und Warnungen vor den entsprechenden Pilzen oft ein nettes Beispiel: Was meinst du wieviel Leute bereits am Genuß von Erdbeeren gestorben sind, weil sie allergisch darauf reagieren? (Oder Nüsse oder Krabben....) Es sind ne ganze Menge, weil Erdbeerallergie sehr häufig ist. Trotzdem kommt niemand auf die Idee vor dem Genuß von Erdbeeren zu warnen. Beim Butterpilz ist 1! Person auf Grund einer Allergie gestorben, was dazu führt, daß in einigen Büchern vom Genuß abgeraten wird. Da erscheinen mir die Verhältnismäßigkeiten nicht gewahrt und deswegen reagiere ich skeptisch, wenn immer neue Geschichten über Pilzunverträglichkeiten erzählt werden. Anders verhält es sich zum Beispiel mit dem Grünling, da fand ja ne wissenschaftliche Untersuchung statt, auch wenn das noch weiter untersucht werden muß, würde ich niemandem mehr zum Genuß von Grünlingen raten.
3. Wußtest Du daß schon Menschen ganzer Dörfer ausgerottet wurden, da sie
früher, wie oben erzählt, alle möglichen Pilze in ihrer Not gegessen
haben!?
Ich kann sehr wohl zwischen Giftpilzen und Speisepilzen unterscheiden, muß ich ja können (und ich hab mich - obwohl ich noch nie als Ratsuchender bei der Pilzberatung war - noch nie vergiftet), Information ist sehr, sehr wichtig, das ist klar. Daß Laien manchmal etwas eigenartige Beurteilungen haben welcher Pilz giftig sein könnte, ist mir auch klar. Ich hab gestern beim Pilzesammeln und auch bei der Münchner Pilzausstellung Leute getroffen, die spontan Trompetenpfifferlinge und flockenstielige Hexenröhrlinge vom Aussehen her als giftig beurteilt haben. Warum - ebenfalls keine Ahnung.
Ich muß als Pilzberater warnen vor unverträglichen Pilzen, allerdings sage ich dann, daß dieser Pilz Unverträglichkeiten hervorrufen kann und die Leute selber entscheiden müssen ob sie ihn essen wollen. Wenn sie sich dann dafür entscheiden ihn zu probieren, sage ich ihnen auch noch, daß sie den Pilz erstmal solo in kleiner Menge probieren sollen, damit sie sehen, ob sie ihn vertragen (was man eigentlich generell mit Pilzen machen sollte, die man noch nie gegessen hat). Aber ich mach das nur bei Pilzen wo Unverträglichkeiten sicher bekannt sind.
Außerdem muß ich als Pilzberater auch zu alte, vergammelte oder schlecht gelagerte Pilze raussuchen, die mit SIcherheit für einige angebliche Unverträglichkeiten und Pilzvergiftungen verantwortlich sind. Auf die richtige Art der Zubereitung und auch auf die richtige Menge (wer 1 kg Pilze auf einen Satz verdrückt, bekommt halt auch Probleme....) sollte man eigentlich auch noch hinweisen....
4. Und was hat das mit dem Grünling auf sich, der galt auch bis jetzt als
guter Speisepilz und plötzlich diese Meldungen. Was ist da dran?
Genausogut könnte doch auch mit anderen Pilzen plötzlich etwas bekannt
werden, oder sich verändern oder !!??
Das ist richtig, aber da brauchts schon ein bißchen mehr Anhaltspunkte für einen solchen Verdacht. Bei dem Artikel über den Grünling wurde sorgfältig recherchiert (und viele mögliche Ursachen im Vorhinein ausgeschlossen) und auch Tierversuche durchgeführt, ich hab ihn in AUszügen gelesen und werde ihn sicher auch noch ganz lesen. AUch in diesem Fall müssen noch weitere Untersuchungen folgen. Oben hab ich noch einiges zum Grünling geschrieben.
Liebe Grüße
Birgit