Re: Peziza varia oder doch nicht?
Guten Morgen Hartmut,
Vielen Dank für die tollen Bilder, sie decken sich in etwa mit meinen Mikroskopergebnissen. Laut Breitenbach Kränzlin Band I kam ich nur auf den Braunvioletten Brandstellenbecherling, Peziza praetervisa, was mir von der Beschreibung her an sich passte. Zwar ist der Pilz im makroskopischen Habitus nicht ganz passend. ich hatte praetervisa schon einige Male und er war immer dunkler und kleiner, als dieses Exemplar, was ich gefunden habe. Manchmal spielen aber ja auch Lichtverhältnisse und so eine Rolle bei der Entwicklung von Fruchtkörpern, wir kennen das ja alle. Die Beschreibung der Mikromerkmale sind jedoch schon sehr zutreffend. Ob das ein Synonym ist, weiss ich auch nicht. Auf jeden Fall freute mich dieser Fund, nebst einigen anderen Raritäten welche ich in dieser Woche noch fand, wie z.B. Amanita caesarea und Trichophaea boudieri
Grüsse aus der CH Matthias
Guten Abend Matthias
Erst einmal vielen Dank, daß du meiner Bitte nachgekommen bist und mir eine
Probe geschickt hast. Da habe ich mich sehr gefreut. Nun habe ich mir den
Becherling etwas angeschaut und bin nach HOHMEYER ZfM 52/1 zu folgendem
Ergebnis gekommen:
Peziza petersii Berkeley et Curtis 1875 Ungestielter Kohlenbecherling
Ob Peziza praetervisa Bresadola ein Synonym ist, traue ich mir nicht zu
beurteilen. Schwieriger scheint die Abgrenzung zu Peziza proteana zu sein.
Die hier aufgenommenen Paraphysen besitzen aber bräunlichen Inhalt, auch
würde ich die Sporenornamente als "feinen verlängerten manchmal
untereinander verbundenen Graten" bezeichnen. Meine Sporenmessung
ergab
min 10,4 x 5,3 Q=1,78
max 11,9 x 6,3 Q=2,05
mittel 11,2 x 5,8 Q= 1,92
Deshalb und insgesamt denkt ich, liegt hier Peziza petersii vor, den ich noch
nie in der Hand hatte und gefunden habe.
LG Hartmut