Re: Cortinarius subgracilis oder barbaricus
Liebe Pilzfreunde,
nach monatelangem Stöckchenumdrehen kommt jetzt endlich die Zeit, wo ein
Mikropräparat pro Pilz zur Bestimmung meistens ausreicht - nämlich die
Klumpfußsaison. Allerdings gibt es für die Klumpfüße mittlerweile soviele
unterschiedliche Schubladen, dass ich mir nicht ganz sicher bin, wo ich
denn diese Kollektion reinpacken soll: Hut: bis 6 cm, blass cremeocker mit
Olivstich (ähnlich einem anserinus, nur blasser), von der Mitte aus schön
orangeocker umfärbend.
Lamellen, hell lilarosa bis malvenfarben.
Stiel weißlich, Knolle sehr flach (parvus-Typ), weiß, Mycelstränge ebenfalls
weiß.
Fleisch weiß ohne auffälligen Geruch.
KOH auf Huthaut und Bulbipellis schnell über karminrot nach hellrot färbend
(nicht eosinrot), im Fleisch von blass rosa nach rosabraun (siehe Foto).
Sporen: amygdaloid, grobwarzig [95% • 20 • SAP • v • H2O(nat) ] =
9,5-10,3-11,1 x 5,4-5,8-6,3 µm;
Q = 1,6-1,8-1,9; Vm = 183 µm³ (Foto 2).
Standort an einem Waldweg auf Kalkboden. Als Baumpartner kommt Fichte in
Frage, obwohl direkt neben den Fruchtkörpern eine kleine Hasel stand.
Mit der FN komme ich aufgrund der hellen Hutfarben zu C. subgracilis. Aber
auch C. barbaricus könnte in Frage kommen.
Wer kann mir einen Tipp geben?
Viele Grüße
Christian
Lieber Christian,
mal davon ausgehend, daß die Fichte der partner ist, hätte ich nichts gegen C. subgracilis (im ostschwarzwald rel. häufig) einzuwenden. C. barbaricus ist eine kräftige Art der skandinavischen Funga und hat größere Sporen (11-13 x 7-8)
Schön, daß die Cortinarien bei Euch schon mal an die Oberfläche kommen, bei uns ist es noch mau!
lieben Gruß
Günter