Re: Steinpilze züchten?
Hallo TomBerger,
Interessantes Thema! Ich vermute beim Steinpilz eine Sukzessions-Art, die nur
in Wäldern bestimmten Alters vorkommt. Das ist jedenfalls meine (nicht
wissenschaftliche) Beobachtung. Wenn Du im Zeitraum von 25 Jahren im
gleichen Wald (Du schreibt von "Hain" - das müsste ja schon ein
etwas älterer Baumbestand sein) an den gleichen Stellen?!
Ja, sogar an denselben Stellen 
Wenn man regelmäßig dasselbe Waldstück besucht, dann fällt einem dessen langsame Entwicklung natürlich nicht so sehr auf. Aber als ich das erste Mal da war, da war das schon ein ordentlich ausgewachsener Baumbestand. Jetzt sind die ältesten Bäume darin bestimmt deutlich älter als 50. Allerdings gibt es darin auch viele nachwachsende Buchen, die oft dichtes Buschwerk bilden.
Ich habe aber auch eine andere Stelle mit extrem altem Baumbestand im Reinhardswald, die ich seit Jahrzehnten regelmäßig aufsuche. Da kommen leider auch viele andere Pilzsammler hin, weswegen ich als Langschläfer da meist das Nachsehen habe, aber die Steinpilze wachsen inmitten der mehrere hundert Jahre alten Eichen und ziemlich alten Buchen (viele davon im nicht bewirtschafteten "Urwald" umgestürzt), ohne dass die Ertragskraft spürbar nachgelassen hätte.
Kann es eventuell sein, dass der Eindruck einer Sukzessions-Art dadurch entsteht, dass Steinpilz-Myzel eine begrenzte Lebensdauer hat, und dass absterbendes Steinpilzmyzel dann von anderen Pilzen besiedelt wird, die die Steinpilzpopulation ablösen? Dann wäre meine Methode des "Aussäens" der Sporen vielleicht eine Erklärung dafür, warum der Steinpilzbesatz trotz des fortschreitenden Alters des Baumbestands sogar immer besser wird.
![[image]](http://www.archtools.de/steinpilz1.jpg)