Re: Auf der Seidenstraße im Kohlerevier ...
Lieber Günter,
danke für Deine Antwort.
Bis in die Originalbeschreibung von geophyllus und Konsorten war ich noch nie vorgedrungen. Aber es lohnt sich anscheinend, da auch mal reinzuschauen. Bliebe natürlich auch hier das übliche Henry-Problem, ob man sich auf die Sporenmaße in den früheren Henry-Beschreibungen verlassen kann, denn so viel Großsporiges hat sonst niemand gefunden. Vermutlich war das Immersionsobjektiv mit nordfranzösischem Rapsöl geeicht und dann mit dickem südfranzösischen Olivenöl verwendet worden ...
Zumindest bei der Abbildung von acutispissipes in AdC XII muss ich sagen, dass ich so etwas wie oben auf der Tafel im Tagebau nie gesehen habe, sondern nur die kleinen, relativ blassen (bzw. rasch entfärbenden) Teile. Die dafür aber zu Hunderten.
Der alboviolaceus der Franzosen ist größer und kräftiger gefärbt, zu dem würde ich andere Funde von mir stellen (nicht von unseren Halden). Den alboviolaceus der Skandinavier habe ich so selbst noch nie gefunden.
- so was wie xanthocephalus mit einfarbig hellbraunem Hut hatte ich mal unter
Linde gehabt
Der als C. xanthocephalus ss. FN vorgestellte Pilz ist in den Rekultivierungsgebieten eine recht häufige Art bei Eiche. Vor ein paar Tagen hatte ich das erste Mal Exemplare rein bei Linde. Dass ich die Art nicht öfter bei Linde finde, liegt wohl einfach mit daran, dass es in den Rekultivierungsgebieten an geeigneten Lindenstandorten mangelt.
Auch von Anderen habe ich Abbildungen der Art bei Linde gesehen.
- Dein C. tabularis ist mir unbekannt.
Mir auch noch. Der war vielleicht eine kleine Überraschung. Hab noch nicht reingeschaut.
- C. urbicus: Was Du und Hias als urbicus darstellen, kenne ich eher aus
Kalk-Nadelwäldern und ist für mich nicht die Art, die in der CFP
dargestellt ist.
Das sehe ich nicht so. Ich finde so etwas auch bei Weide (bzw. Weide/Birke) und kann das nicht von meinen Funden bei Eiche unterscheiden. Im Übrigen lässt ja gerade CFP auch andere Begleitbäume zu.
Auf meinem Bild sind ganz junge und knuffige Exemplare zu sehen, bei denen das gestiefelte Velum noch sehr stark ausgeprägt ist (und den mit dem dicksten Velum habe ich nach vorn gelegt). Das Velum schwindet dann rasch und ist oft ganz weg, obwohl die Fruchtkörper noch einen recht frischen Eindruck machen. Auf Deinem dritten Bild sieht man das doch auch gut. Auf den anderen Bildern sind keine Stiele ganz junger Pilze zu sehen. Der Habitus ist sicher sehr variabel. Auch hier zeigt Dein drittes Bild keulige Stiele.
Dass hier weiterhin Klärungsbedarf besteht, daran gibt es keinen Zweifel. Ein paar Namen waren ja auch in der Diskussion gefallen.
Viele Grüße