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Edersee-Urwaldsteig *PIC*

Pilzschreck, (vor 5400 Tagen)

Hallo liebe Mykollegen,

heute haben meine Frau und ich ein Stück vom Urwaldsteig südlich des Edersees erkundet.

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Nebst Unmengen von Haareis stach mir direkt am Wegesrand ein Eichenstamm ins Auge.

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Naja, vielmehr der graue Belag auf der stark angewitterten Schnittfläche. Xylobolus frustulatus (Mosaik-Schichtpilz), noch im Halbstarken-Modus?

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Ein winziges Stückchen habe ich mitgenommen und zuhause unters scharfe Glas gelegt. Mein Verdacht erhärtete sich dann als ich die Acanthophysen erblickte.

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Diesen Pilz habe ich zum ersten mal letztes Jahr im Helenental bei Bad Wildungen gefunden (ca. 30 km südöstlich dieser Fundstelle). Scheint in dieser Region häufiger zu sein.

LG, Dietrich

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Re: Edersee-Urwaldsteig

wald-pauli, (vor 5400 Tagen) @ Pilzschreck

Hallo liebe Mykollegen,
heute haben meine Frau und ich ein Stück vom Urwaldsteig südlich des Edersees
erkundet.


Nebst Unmengen von Haareis stach mir direkt am Wegesrand ein Eichenstamm ins
Auge.

Naja, vielmehr der graue Belag auf der stark angewitterten Schnittfläche.
Xylobolus frustulatus (Mosaik-Schichtpilz), noch im Halbstarken-Modus?


Ein winziges Stückchen habe ich mitgenommen und zuhause unters scharfe Glas
gelegt. Mein Verdacht erhärtete sich dann als ich die Acanthophysen
erblickte.


Diesen Pilz habe ich zum ersten mal letztes Jahr im Helenental bei Bad
Wildungen gefunden (ca. 30 km südöstlich dieser Fundstelle). Scheint in
dieser Region häufiger zu sein.
LG, Dietrich

Guten Morgen, Pilzschreck

1. den Edersee besuche ich im Frühling für eine Woche und 2. : kannst Du mir sagen, wie dieses Haareis entsteht? Ich habe da keinen Plan. Habe es schon oft gesehen und kann mir dieses Phänomen nicht erklären.

Gruss vom Wald-Pauli

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Haareis

Schnuffel, (vor 5399 Tagen) @ Ulysses

zur Entstehung des Haareises: http://de.wikipedia.org/wiki/Haareis

Hallo Josef,

hier sind ja wirklich mal einige neue Aspekte zum Bildungsmechanismus von Haareis zu finden. Dieser Artikel ist selbstverständlich wesentlich fundierter als ein vor 5 Jahren erschienener ( http://www.waldwissen.net/wald/klima/lwf_haareis/index_DE), aber die Schlussfolgerung ist meiner Meinung nach trotzdem grober Unfug:
- Urheber des zur Haareisbildung führenden Prozesses ist ein im Holzkörper, vor allem in den Holzstrahlen (Fig. 10a-c) lebendes Myzel eines winteraktiven Pilzes. Es konnten mehrere Arten von auf Laubholz spezialisierten Asko- und Basidiomyzeten identifiziert werden.
- Der Pilz baut die in den Holzstrahlen vorhandenen organischen Nährstoffe (Kohlenhydrate, Lipoide) durch einen aeroben Dissimilationsprozess (Zellatmung) ab. Oxydative Endprodukte sind CO2 und H2O.
- Der Druck des entstehenden CO2-Gases drängt mit dem Oxydationswasser auch im Holz gespeichertes Wasser durch die Holzstrahlkanäle an die Oberfläche.

Ein Herausdrängen des Wassers durch das entstehende CO2-Gas ist natürlich völlig abwegig, da das CO2 nicht als Gas, sondern im gelösten Zustand durch Diffusion weggeführt würde. (Die Gasbildung bei der alhoholischen Gärung ist etwas anderes, da hierbei wegen der höheren Temperatur und des hohen Nährstoffangebots die Zellatmung erheblich lebhafter ist und wegen des wesentlich längeren Diffusionsweges nur ein kleiner Teil des CO2 im gelösten Zustand abgeführt werden kann.) Die Autoren haben bei ihren Überlegungen zwar berücksichtigt, dass für die Bildung von 1 Molekül CO2 1 Molekül O2 verbraucht wird, aber vergessen, dass für das gebildete CO2-Gas das gleiche Volumen O2-Gas verschwinden müsste und dadurch das Wasser wieder ins Holz eingesaugt würde. ;-)
Wenn an der Haareisbildung überhaupt Pilze beteiligt sind, dann meiner Meinung nach nur, indem sie durch die Struktur ihrer Zelloberfläche Kristallisationskeime zur Verfügung stellen. (Z. B. sind bei Bakterien Eisnukleationsproteine bekannt.) Im übrigen habe ich meiner Meinung zu Haareis nichts Neues hinzuzufügen. ( Beitrag 115765)

Gruß - Schnuffel

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Re: Edersee-Urwaldsteig

Pilzschreck, (vor 5400 Tagen) @ wald-pauli

Hallo Wald-Pauli,

der Wikipedia-link war auch für mich sehr lehrreich, so genau wußte ich das nämlich auch nicht. Der Edersee bzw das Gebiet drumherum ist schon sehenswert. Solltest Du dort Wanderungen geplant haben dann sorge vorher schon mal für eine gute Kondition. Die Steigungen sind nicht von schlechten Eltern. Aber die Ausblicke entschädigen schnell die Mühen:-)

LG, Dietrich

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Re: Edersee-Urwaldsteig

Ulysses, (vor 5400 Tagen) @ Pilzschreck

Hallo Dietrich,

zunächst natürlich eine Gratulation zu diesen schönen Funden!

Wie ist das denn mit diesem "Urwaldsteig" - gibt´s da tatsächlich "Urwald" oder sieht der Wald nur urig aus? Hier z. B.: http://www.urwaldsteig-edersee.de/ wird auch mal von einem Eichenpflanzwald gesprochen...

Schöne Grüße,
Josef

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Re: Edersee-Urwaldsteig

Pilzschreck, (vor 5400 Tagen) @ Ulysses

Hallo Josef,

der Teil des Steiges den wir gestern gelaufen sind war geprägt von Steilhängen mit drauf stockenden jungen bis sehr alten Buchen und Eichen. Gelegentliche Abwechslung mit Jungahornpflanzungen oder eingesprengten Kiefern und Fichten. Die Steilhänge bestehen aus grobsteinigen Halden mit sehr wenig Humus und vielen mit Moos bewachsenen Felsblöcken.
Was ich so gesehen habe scheint zumindest das südlich gelegene Gebiet so ziemlich nach diesem Muster gestrickt zu sein.
Das darin liegende Altholz hält sicherlich die ein oder andere Überraschung bereit.
Am Nordufer habe ich bisher nur einen Orchideen-Buchenwald besucht, aber dort rockte die Funga nicht schlecht. Der nördliche Rand des Edersees wird durch Kalkstein gebildet wobei der südliche Teil aus sauer verwitternden Gesteinen besteht.
Laut Karte scheint mir das Nordufer von der Vegetation interessanter zu sein. Laut Karte sollen dort auch Parzellen mit Edellaubhölzern zu finden sein.
Ein Besuch des Nationalparks ist auf jeden Fall empfehlenswert.
Ein toller Urwald ist übrigens der Urwald Sababurg bei Hofgeismar.

Eine gute Zeit,

LG, Dietrich