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Re: 10 Birkenpilze

Marc Houben, (vor 5348 Tagen) @ Nobi

möchte ich Euch heute zeigen.
Prolog: Da meine Feuchtkammern momentan dunglos sind, hatte ich während der
letzten Tage Zeit und Gelegenheit,
mich nach anderen mykologischen Objekten der Begierde umzusehen.
Einige schwarzpunktierte Birkenäste lächelten mir regelrecht zu, so dass
ich gar nicht anders konnte,
als diese einzusammeln und in der Folge eine Fotosafari zu starten.
Wieder bin ich fasziniert von der Schönheit der "kleinen Welt",
die ich Euch mittels einiger Collagen gern vorstellen möchte.
Hauptsächlich habe ich in einem kleinen Birken - Mischwald als auch an einer
Ruderalstelle gesucht, wo einige Birkenäste "entsorgt" wurden.
Auf dem folgenden Bild zeige ich Euch die beiden Biotope, außerdem die zwei
Arten, die sich bereits makroskopisch zu erkennen gaben.

Ebenfalls in freier Natur ansprechen kann man mit etwas Erfahrung die
häufige Diatrypella favacea.
Sie ist durch auffällige Stromata und langstielige, vielsporige Asci gut
charakterisiert.

Große Stromata, die bis zu 50 Perithecien enthalten können, kennzeichnen
auch Pseudovalsaria ferruginea.

Allerdings kann die Art auch an anderen Laubhölzern gefunden werden, doch
ist sie dank ihrer braunen,
zweizelligen Sporen gut von äußerlich ähnlichen Arten abgegrenzt.

Eine weitere Species, deren Perithecien in Stromata eingebettet sind, welche
in der Regel jedoch schlitzförmig die Rinde durchbrechen,
ist Pseudovalsa lanciformis.
Im Gegensatz zu vorheriger Art enthält ein Stroma allerdings nur wenige
Perithecien.

Besonders eindrucksvoll sind die großen Sporen mit mehreren Pseudosepten,
die ich Euch hier in je einem 2-, 6- und 8- sporigem Ascus zeigen kann.

Die nächste Art, Melanomma subdispersum, ging mir nur zufällig ins Netz,
was bei einer Fruchtkörpergröße von max. 0,4 mm kein Wunder ist.
Sie scheint an Birke gebunden und ist von der häufigeren Melanomma pulvis -
pyrius, welche verschiedene Laubhölzer besiedelt,
u.a. durch die größeren Sporen gut zu trennen. Eigene Messung: 18-24 x
7-8,5 µm.

Die Perithecien der folgenden Calosphaeria wahlenbergii fand ich in
größeren Gruppen mit +/- zueinander neigenden Hälsen.
Sie entwickelten sich unter der Rinde und wurden erst nach Ablösen dieser in
ihrer ganzen Schönheit sichtbar.

Ebenso wie bei der bereits gezeigten Melanomma subdispersum gelang der Fund
von Stomiopeltis betulae eher zufällig.
Die winzigen Thyriothecien werden gerade mal 250 µm groß. Auffällig sind
die kompakten Asci,
die mich zuerst an große vieltropfige Sporen denken ließen.

Erst eine längere Korrespondenz mit einem Spezialisten für Pyrenomyceten
führte zur Bestimmung der nächsten Art,
welche mehrere Aststücke fast flächenhaft überzog: Lophiotrema rubi.
Zu beachten ist die breite Gelhülle der Sporen.
Nochmals vielen Dank, Klaus (and I hope, that we'll never be "Too old to
Rock'n'Roll...")

Das schönste, zumindestens vom mikroskopischen Standpunkt aus betrachtet,
habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben.
Pleomassaria siparia heißt die Art, die gesellig unter der Rinde wächst und
sich nur durch die durchbrechenden Ostiolen verrät.

Die Sporen gehören für mich zu den eindrucksvollsten, die ich je gesehen
habe.
Goldgelb bis braun, riesig (eigene Messung: 55-80 x 18-21 µm) mit einer ganz
speziellen Septierung sind sie etwas ganz besonderes.

Epilog: Die Schönheit dieser in kurzer Zeit gefundenen Arten hat mich so
begeistert, dass spontan die Idee zu diesem Beitrag entstanden ist.
Auch wenn bald die "sichtbaren" Pilze wieder in den Fokus unserer
Aufmerksamkeit rücken werden,
sollten wir diese wundervolle "verborgene" Welt nicht vergessen.
Nobi

Hallo Nobi,

Sieht super aus.
Welche Literatuur gebrauchst Du fuer die bestimmung?

MfG

Marc

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