Hallo zusammen,
von meiner gestrigen Suche auf einer subalpinen Magerwiese über Kalk hab ich
noch 3 weitere Pilze, mit denen ich nicht klarkomme.
1. Hutdurchmesser 4 cm, beige, glatt matt, Geruch etwas mehlig; Lamellen
hellbeige, frei, dichtstehend; Sporen feinwarzig, 8x4,5 µm . Ich dachte an
eine Lepista?
Sicher eine Melanoleuca, aber ohne Mikromerkmale (Cystiden ja/nein, welche Form, Sporengröße, -ornamentation) kaum 'ne Chance. Und auch mit oft nicht ...
2. Hutdurchmesser 12 mm, nußbraun mit hellerem filzigem Belag im Zentrum;
Lamellen entfernt stehend, ausgebuchtet kurz hearblaufend; Sporenpulver
mittelbraun, Sporen leicht beige, glatt, 13,5x7,5 µm, granulärer Inhalt;
Stielfarbe wie Hut, flockig heller besetzt; Basidien mit zwei kräftigen,
zitzenartigen Sterigmen. Vom Habitus her hielt ich Galerina für möglich,
aber die glatten Sporen? Was meint Ihr dazu?
Sicher eine Galerina, was stört dich an den glatten Sporen? Es gibt nicht wenige glattsporige Häublinge. Dazu die zweisporigen Basidien. Müßte eigentlich rauszukriegen sein. Wichtig wäre noch die Cystidenform, sowie ob nur Cheilo- oder auch Pleurocystiden vorhanden sind (eher nicht). Ferner ob die Tamahyphen Schnallen haben oder nicht (vermutlich haben sie welche). Dann wichtig: Sind die Sporen kalyptrat, d.h. hebt sich die äußere Sporenhülle etwas blasig ab? Falls ja, käme vielleicht G. cerina in Betracht, die aber eigentlich an moosigem Holz wächst. Falls nein möglicherweise G. pumila, die aber eigentlich ockergelber sein sollte. Vermutlich haben Deine Magerrasenpilze aber schon ziemlich nasskalte Nächte oder gar Frost erlebt, vielleicht daher die relativ dunkel rotbräunliche Färbung.
3. Hutdurchmesser 32 mm, hellbeige mit kleieartiger Oberfläche, Lamellen
hellbeige, dichtstehend; Sporenpulver weiß, Sporen 6x4 µm, grob warzig,
fast leistig, z.T mit 1 -2 Vakuolen; Stiel hellnußbraun, jung unter den
Velumresten mit schuppig-krustigem Belag, bei älteren Exemplaren knopfige
Verdickung am Hutansatz. (Heute am 2.Tag Geruch nach Mottenpulver,
vielleicht Zersetzungsvorgang?) Bei dem bin ich ratlos.
Meiner Meinung nach klar eine Cystoderma-Art, C. carcharias oder vielleicht ambrosii (die ich nicht kenne). Der rötlichbraune Stiel dürfte auf entsprechend kalte und/oder nasse Witterung zurückzuführen sein.
Die warzigen Sporen kann ich mir nicht erklären. Entweder gehören sie nicht zum Pilz oder sie sind tatsächlich frostgeschädigt und werden dann vielleicht warzig (glaub' ich eher weniger) oder du hast falsch geguckt (tschuldige die Unterstellung, aber wenigstens theoretisch wär's ja noch 'ne Möglichkeit)
Gruß,
Andreas