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Re: unbekannter Röhrling (mit Bild)

Stinkmorcheling ⌂, (vor 9138 Tagen) 163 Beiträge @ Andreas

Hallo Andreas,

vielen Dank für die Aufklärung. Habe den Pilz ebenfalls schon mehrmals gefunden. Vom Zeitraum her liegen meine Funde Anfang und Mitte September (letztes Jahr) sowie im Oktober (dieses Jahr). Geschmeckt hat er jeweils ganz hervorragend (nicht zu vergleichen mit dem normalen Rotfuß).

Grüße Peter

Hallo,
wie die meisten schon richtig sagten, handelt es sich um Xerocoumus
pruinatus, den Bereiften Filzröhrling oder Herbst-Rotfuß.
Es handelt sich m.E. ganz klar um eine eigenständige Art und beileibe nicht
nur um eine Spätherbst- oder Kälteform vom normalen Rotfuß.
Es stimmt zwar, dass X. pruinatus den Schwerpunkt im (Spät-)Herbst hat und X.
chrysenteron mehr im Spätsommer-Frühherbst, aber die Vegetationszeiträume
überlappen doch weitgehend. Uch jetzt stehen noch genügend Rotfüße rum die
keineswegs X. pruinatus sind sondern eben "echte" chrysenteron.
Folgende Unterschiede: Hutoberfläche: Bei pruinatus glatt und
uneben-höckerig, ähnlich wie beim Steinpilz, am ehesten wie beim
Kiefernsteinpilz. Bei chrysenteron fein filzig fast wie bei der
Ziegenlippe, oft aufgerissen.
Hutrand: Bei pruinatus wenigstens in einem dünnen Häutchen rhabarberrot (ganz
selten mal nicht erkennbar), bei chrysenteron nicht rot.
Hutfarbe: Bei pruinatus jung immer sehr dunkel braun, fast schwärzlich,
manchmal rot (!), bei chrysenteron graubraun, dunkel braungrau, manchmal
auch schwärzlich, nie rot.
Stiel: Bei pruinatus jung rein gelb, erst alt rote Töne annehmend aber nicht
so sehr ins violett gehend wie bei chrysenteron. Bei chrysenteron von jung
an mit roten Stielen, auch im Fleisch, Rotfärbung des Stiel oft aus feinen
Flöckchen bestehend, wie beim Flockenstieligen Hexenröhrling.
Fleisch: Bei pruinatus lange fest, nicht immer blauend, am ehesten über den
Röhren und im Stiel. Bei chrysenteron sehr schnell schwammmig werdend,
stets blauend.
Poren: Bei pruinatus sehr fein, länger schön (butter-)gelb bleibend, erst alt
etwas größer und gelbgrün, nur alt blauend. Bei chrysenteron von jung an
recht groß, schon jung mehr grünlichgelb, auf Druck blauend.
Sporen: Bei pruinatus zumindest im REM Streifung erkennbar (auch bei
Lichtmikroskopen mit sehr guter Optik). Bei chysenteron auch im REM glatt.
Pigmente: Bei pruinatus schwach inkrustierend (die Zellwände sehen praktisch
glatt aus). Bei chrysenteron auffallend stark inkustierend, die Zellwände
sind deutlich schollig-zebriert
Ich denke, man hat schon aus weniger triftigen Gründen Arten gemacht ...
Gruß,
Andreas

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