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Frage zum Glimmertintling *PIC*

Wirderer, (vor 5264 Tagen)

Hallo zusammen,

habe gestern zum ersten Mal "Glimmertintlinge" gefunden. Bei Gerhardt und Lüder steht, dass die Art makroskopisch kaum von den Weidentintlingen unterschieden werden kann. Im Gminder finde ich keinen Hinweis auf die Verwechslungsmöglichkeit. Da die Weidentintlinge nicht zu den Speisepilzen zählen, wollte ich mal nachfragen, ob diese dennoch irgendwie makroskopisch unterscheidbar sind - leider gibt meine Literatur da keinen Hinweis. Bei den Weidenpilzen steht, dass diese auf Laubholz vorkommen - Weide könnte ich sicherlich ausschließen, aber das würde ja nicht helfen.

Bzw. nicht dass ich die kleinen Pilze unbedingt in der Pfanne haben möchte, aber wie machen es dann die anderen Pilzsammler? Werden die Pilze vorher mikroskopiert? :-)

Viele Grüße,
Wirderer

P.S.: ca. 500 m ü NN, lichter Buchenwald mit eingestreuten Fichten, auf Totholz

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Re: Frage zum Glimmertintling

Wirderer, (vor 5264 Tagen) @ hoennetaler

kenne keinen, der die kleinen Dinger isst. Ist für mich auch kein Speisepilz.

Vielen Dank für deine Antwort. Die Frage nach der Essbarkeit/Unterscheidbarkeit entstand nur, weil der Pilz in meinen Büchern als essbar beschrieben ist.

Viele Grüße,
Wirderer

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Re: Frage zum Glimmertintling

Marc, (vor 5264 Tagen) @ Wirderer

Servus!
Vielleicht hilft Dir ja die Webseite von Andreas (im Forum "pilzmel"): http://www.vielepilze.de/selten/gli/gli/cop.html
Na, spätestens wenn er Deine Frage sieht, wird er es sich bei seinen "Lieblingspilzen" nicht nehmen lassen zu antworten *grins*
Im Tintling hatte er auch mal nen Artikel "micaceus vs saccharinus" veröffentlicht. Leider weiss ich nicht mehr wann das war...
Grüße,
Marc

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Re: Frage zum Glimmertintling

Wirderer, (vor 5264 Tagen) @ Marc

Vielen Dank für den Link - da kommt ja noch ein Verwechslungskandidat hinzu!

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Tintling 71 Heft 4/2011

KARL, (vor 5264 Tagen) @ Marc

Gruß Karl

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Re: Frage zum Glimmertintling

Andreas ⌂, (vor 5264 Tagen) @ Wirderer

Hallo,

habe gestern zum ersten Mal "Glimmertintlinge" gefunden. Bei
Gerhardt und Lüder steht, dass die Art makroskopisch kaum von den
Weidentintlingen unterschieden werden kann. Im Gminder finde ich keinen
Hinweis auf die Verwechslungsmöglichkeit. Da die Weidentintlinge nicht zu
den Speisepilzen zählen, wollte ich mal nachfragen, ob diese dennoch
irgendwie makroskopisch unterscheidbar sind - leider gibt meine Literatur
da keinen Hinweis. Bei den Weidenpilzen steht, dass diese auf Laubholz
vorkommen - Weide könnte ich sicherlich ausschließen, aber das würde ja
nicht helfen.
Bzw. nicht dass ich die kleinen Pilze unbedingt in der Pfanne haben möchte,
aber wie machen es dann die anderen Pilzsammler? Werden die Pilze vorher
mikroskopiert? :-)

In "normalen" Pilzbüchern wird sicherlich der Glimmer-Tintling als "Gruppe der Glimmer-Tintlinge" anzusehen sein. So auch bei meinem angesprochenen Buch. Insofern ist kein Hinweis auf Verwechslungsmöglichkeit zu relativieren. Zumal in meinem Buch meist nur Verwechslungsmöglichkeiten bei Verwechslungen von essbaren mit giftigen Arten erwahnt sind. Die Arten dieser Gruppe sind aber sicherlich nicht unterschiedlich in ihrem Speisewert.

Den Begriff "die Weiden-Tintlinge" kenne ich nicht. Du meinst damit sicherlich den Coprinellus truncorum, also den Weiden-Glimmer-Tintlnig der vorrangig auf Weide wächst? Das ist halt eine Art aus dem Glimmer-Tintlings-Aggregat, zu dem der erwähnte C. saccharinus auch gehört.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Arten dieser Gruppe wesentlich in ihrer Genießbarkeit unterscheiden. Also dass C. micaceus essbar, aber C. truncorum giftig sein soll, halte ich für wenig wahrscheinlich. Es wird so sein, dass die Meinung über die Essbarkeit dieser Gruppe auseinander geht. Die einen halten sie für essbar, die anderen für eingeschränkt essbar wegen Coprin-Verdacht, die anderen dagegen für "kein Speisepilz" oder gar giftig.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Frage zum Glimmertintling

Wirderer, (vor 5264 Tagen) @ Andreas

Vielen Dank für die Erläuterungen.

Die Bezeichnung Weiden-Tintling wird bei Lüder und Gerhardt für den C. truncorum verwendet.

Viele Grüße,
Wirderer

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Re: Frage zum Glimmertintling

Andreas ⌂, (vor 5264 Tagen) @ Wirderer

Vielen Dank für die Erläuterungen.
Die Bezeichnung Weiden-Tintling wird bei Lüder und Gerhardt für den C.
truncorum verwendet.
Viele Grüße,
Wirderer

Hallo,

ja genau: DER Weiden-Tintling. Du schrobst aber DIE Weidentintlinge, so dass ich davon ausgehen mußte, dass damit eine Gattung oder Artengruppe gemeint ist. So etwa wie Die Feuerschwämme oder die Zapfenrüblinge ...

beste Grüße,
Andreas

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Re: Frage zum Glimmertintling

Wirderer, (vor 5263 Tagen) @ Andreas

Es war ja mehr als einer :-)

Ein wenig Spaß muss sein...

Viele Grüße!
Wirderer

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Re: Frage zum Glimmertintling *PIC*

KARL, (vor 5264 Tagen) @ Wirderer

Hallo Wirderer

Hans Bender hat mir neulich ein Merkmal gezeigt, welches wohl noch keinen Einzug in die Literatur gehalten hat.
Junge Exemplare von C. saccharinus haben eine Ringzone, die aber leicht vergänglich ist.
Bevor ich das Merkmal kannte, habe ich von unendlich vielen Kollektionen die Sporen geprüft, um endlich mal
C. saccharinus zu finden. Die Sporen von C. micaceus sind im Gegensatz zu C. saccharinus mitraförmig.

PS: Das Sporenbild habe ich mir hier http://www.bender-coprinus.de/ "geliehen".

LG Karl

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Re: Frage zum Glimmertintling

pilzmel ⌂, (vor 5264 Tagen) @ Wirderer

Hallo zusammen,
ein paar späte Gedanken dazu.
In Sachen Speisewert kann ich nichts beitragen...
Die Dreifaltigkeit micaceus-truncorum-saccharinus hat keine verlässlichen Makromerkmale. Vage zielführend ist lediglich bei micaceus ein (per Lupe) leicht flaumiger Stiel (die anderen beiden haben keine Kaulozystiden), bei saccharinus ein dicht-körniges und noch relativ lange vorhandenes Velum. Die Ringzone kann bei allen Arten vorhanden sein; das hat m. M. nach mit dem (wetterbedingten?) Streckungstempo zu tun.
Der Standort ist auch nicht exakt definierbar, auch wenn truncorum Weide bevorzugt. Als erster am jahreszeitlichen Start (hier meine Beobachtung, muss nicht stimmen), ist saccharinus - und den würde ich für die gezeigte Kollektion gar nicht ausschließen wollen.
Ohne Mikro kommt man nicht wirklich in die Puschen. Und: sowohl micaceus als auch saccharinus haben mitraförmige Sporen!
Beste Grüße!
Andreas

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Re: Frage zum Glimmertintling *PIC*

KARL, (vor 5263 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas

Die Dreifaltigkeit micaceus-truncorum-saccharinus hat keine verlässlichen
Makromerkmale. Vage zielführend ist lediglich bei micaceus ein (per Lupe)
leicht flaumiger Stiel (die anderen beiden haben keine Kaulozystiden), bei
saccharinus ein dicht-körniges und noch relativ lange vorhandenes Velum.

Das Makromerkmale nur Hinweise sein können und zu Bestimmung eine mikroskopische
Überprüfung erforderlich ist, sehe ich genau wie Du.

Die Ringzone kann bei allen Arten vorhanden sein; das hat m. M. nach mit
dem (wetterbedingten?) Streckungstempo zu tun.

Auch die Ringzone habe ich nur als möglichen Hinweis und nicht als sicheres Bestimmungsmerkmal
betrachtet. Seit ich das Merkmal kenne, habe ich allerdings 5 junge Kollektionen von C. micaceus
gesammelt und nie eine Ringzone wie im Bild oben gesehen. Das muss natürlich nicht repräsentativ
sein und Du hast sicherlich erheblich mehr Aufsammlungen bearbeitet.

Und: sowohl micaceus als auch saccharinus haben mitraförmige Sporen!

Die Formulierung überrascht mich jetzt. Unter mitraförmigen Sporen verstehe ich bisher im Extremfall
die Sporen von C. angulatus.
Ich habe inzwischen ein Bild mit den Sporen des abgebildeten Fundes rausgesucht. Die Sporen sind
zwar in Frontansicht zugespitzt aber doch deutlich von den Sporen von C. micaceus (rechts im Bild
in Frontansicht) verschieden.

PS: Die Farben solltest Du nicht so ernst nehmen, das liegt am automatischen Weißabgleich, mit dem
ich mir nur Mühe mache, wenn es wirklich wichtig ist.

LG Karl

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Re: Frage zum Glimmertintling

pilzmel ⌂, (vor 5263 Tagen) @ KARL

Hallo Karl,
bin wieder spät dran, sorry.

Auch die Ringzone habe ich nur als möglichen Hinweis und nicht als sicheres
Bestimmungsmerkmal
betrachtet. Seit ich das Merkmal kenne, habe ich allerdings 5 junge
Kollektionen von C. micaceus
gesammelt und nie eine Ringzone wie im Bild oben gesehen. Das muss natürlich
nicht repräsentativ
sein und Du hast sicherlich erheblich mehr Aufsammlungen bearbeitet.

Von saccharinus habe ich endlos viele Kollektionen bearbeitet oder wenigstens grob betrachtet. Die Ringzone ist mal da, mal nicht. Meist nicht, wenn die Pilze tief "wurzeln". Aber eben nur meist - Wetter?

Die Formulierung überrascht mich jetzt. Unter mitraförmigen Sporen verstehe
ich bisher im Extremfall die Sporen von C. angulatus.

Die Sporen sind frontal m. M. nach bei:
- micaceus stets irgendwie mitriform/submitriform.
- truncorum nie so; breiteste Stelle in der Mitte, wirken deshalb kurzelliptisch-moppelig.
- saccharinus extrem variabel. Zwar nie so kurzelliptisch wie bei truncorum, und dann findet man garantiert ein paar submitriforme eingemengt (Bild links, rechts oben?). Normal ist die Mehrheit deutlich mitriform (breiteste Stelle unter der Mitte). Es gibt aber auch fast herzförmige (wie beim obersten der rechten Bilder).

Ich möchte fast drauf wetten, dass saccharinus aus mehr als einer Art besteht. Natürlich dreht sich die Welt weiter, wenn man es bei einem Kollektiv bewenden lässt.
Beste Grüße!
Andreas

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Re: Frage zum Glimmertintling

KARL, (vor 5263 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas

Danke Für Deine Erläuterungen. Ich habe mir inzwischen Deine ganzen Kollektionen
aus der Gruppe angesehen. Bei C. saccharinus ist ja wirklich fast alles dabei.

LG Karl