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Problempilz *PIC*

interhias ⌂, (vor 5263 Tagen)

Hallo zusammen,

bei diesem Problemschwammerl komme ich auf keinen grünen Zweig, vielleicht kennt es jemand von euch:

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Gefunden wurden die Teile im Oktober 2011 in einem Tannenmischwald auf einer Ruderalstelle (vielleicht sehr alte Brandstelle) auf nacktem Boden mit etwas Streu. Ich dachte zuerst an ein Kohlengraublatt, aber die Basidien scheinen nicht siderophil. Ich schreibe „scheinen“, weil ich diese Test noch nicht oft gemacht habe, aber hier war er klar negativ und ich hatte schon klar positive. Bei Omphalina finde ich auch nichts passendes (O. baeospora passt makroskopisch und ökologisch nicht). Wenn ich wenigstens die Gattung wüsste ...

Auffallend der mehlig-ranzige Geruch und die basal etwas knorpeligen Stiele.

Sporen: schlank ellipsoid, zylindrisch, tropfenförmig (sehr variabel), basal meist schmäler, apikal bisw. breit gerundet, hyalin, glatt, nicht oder sehr schwach amyloid, Maße: 6,3 x 3,2 (4,5-8 x 2,5-4), Q=2,01 (1,38-2,60), 20 Sp. gemessen;
HDS:
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Hier noch die komplette Beschreibung:
Funddaten: 16.10.2011; Fundort: MTB 8136-4-2-1, 650 m; D - By -Weyarn, Gotzing, Taubenberg, Farnbachtal; im Tannenmischwald, am Wegrand auf Ruderalstelle (nicht auszuschließen, dass es da mal gebrannt hat), terrestrisch, gesellig bis kleinbüschleig (4 Fk);

Hut: bis 2,5 cm breit, flach gewölbt bis ausgebreitet, jung nur angedeutet, später deutlich genabelt (nicht tief), trocken, matt, sehr schwach durchscheinend gestreift (meist nicht vollständig, z.B. Hutrand durch Velum überdeckt und ungestreift, oder gar nicht gestreift), ziemlich düster graubraun, +/-stark silbriggrau glimmerig überreift, jung am Hutrand stärker von weißlichem Velum überzogen; hygrophan, nach dem Ausblassen hellgrau bis cremegrau;
Stiel: bis 3,5 x 0,3 cm, basal verjüngt bis scheinbar wurzelnd (Übergang von der Stielbasis ins erdige Substrat nicht deutlich zu erkennen), apikal am breitesten, zäh, basal etwas knorpelig, im oberen Drittel graubraun, stielabwärts dunkelbraun bis schwarzbraun, kaum bereift, fast glatt;
Lamellen: deutlich herablaufend, gedrängt, graubraun (heller als der Hut), etwas dicklich; Schneiden gleichfarbig und glatt;
Fleisch: wässrig und düster graubraun (Hutfarben), in der Stielspitze etwas heller, im Stielkern schmutzig creme, sonst im Stiel zur Basis hin schwarzbraun; nach dem Abtrocknen im Hut und im Stielkern cremegrau;
Geruch: aufdringlich ranzig-mehlig;
Geschmack: mild, mehlig;
Sporen: ellipsoid, glatt, sehr variabel in Form und Größe, nicht amyloid, ca. 5-6 lang und 3-4 breit;
Mikromerkmale vom Exsikkat:
HDS: glatte, trockene Cutis, Zellbreite ca. 5-12, mit Schnallen; Pigment fein inkrustierend, deutlich vor allem in tieferen Schichten, braun;
Lamellenschneide: fertil;
Lamellentrama: aus 6-12 breiten, etwas verflochten wirkenden Zellen, fein inkrustiert, mit Schnallen;
Basidien: überwiegend 4-sporig, 2-sporige eingestreut, 19x4,5, 21x4, 14x4, mit Schnallen; nicht siderophil;
Sporen: schlank ellipsoid, zylindrisch, tropfenförmig (sehr variabel), basal meist schmäler, apikal bisw. breit gerundet, hyalin, glatt, nicht oder sehr schwach amyloid, Maße: 6,3 x 3,2 (4,5-8 x 2,5-4), Q=2,01 (1,38-2,60), 20 Sp. gemessen;

Grüße aus München
Hias

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Re: Problempilz

DirkW, (vor 5263 Tagen) @ interhias

hallo hias,

mich erinnert das sehr an das, was bei ludwig unter lyophyllum osmophorum abgebildet ist! auch der schwärzende stiel wäre ein argument dafür ...
für mich wäre das klar ein lyophyllum. zum problem siderophil oder nicht kann ich leider mangels erfahrung nix konstruktives beitragen ...

schöne grüße

dirk

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Lyophyllum osmophorum

interhias ⌂, (vor 5263 Tagen) @ DirkW

hallo hias,
mich erinnert das sehr an das, was bei ludwig unter lyophyllum osmophorum
abgebildet ist! auch der schwärzende stiel wäre ein argument dafür ...
für mich wäre das klar ein lyophyllum. zum problem siderophil oder nicht kann
ich leider mangels erfahrung nix konstruktives beitragen ...
schöne grüße
dirk

Hallo Dirk,

ich schätze mal, das ist ein verdammt guter Tipp! Vielen Dank dafür.

In FN und im Gröger habe ich vorbeigeschlüsselt, weil meine Kollektion eine mittlere Sporenlänge von knapp über 6 aufwies. Angesichts reichlich eingestreuter 2-sporiger Basidien hätte ich sowieso beide Wege gehen müssen. Makroskopisch sieht das richtig gut aus.

Die Art stand wohl früher bei Clitocybe und eine Omphalina pruniodora wurde länger als 2-sporige Form davon angesehen (Gröger, Ludwig). Ich werde mir mal die Literatur zum Fund von Schwöbel organisieren.

Bezüglich siderophiler Granulation muss bei Gelegenheit nochmal die Giftküche anwerfen, obwohl ich kein Freund dieser chemischen Tests bin. Bei Lyophyllum-Arten, die ich gut kenne, hatte ich auch selten im ganzen Präparat schöne schwarze Körnchen.

Beste Grüße
Hias