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Re: Russula delica - Goldgräberpilze

michaelk, (vor 5267 Tagen) 134 Beiträge @ Jesko

Hallo Michael,
Sprich: Allein danach kannst Du bei der Bestimmung nicht gehen!
Was aber in diesem Beitrag noch nicht gesagt wurde, ist, dass es ein
einfaches Mittel gibt zu prüfen, ob Du mit der Vermutung Russula delica
überhaupt in der richtigen Untergattung bzw. Sektion bist, d.h. ob Du es
hier überhaupt mit einem sog. Weißtäubling zu tun hast. Hierzu schaust Du
Dir einfach an, wie viele Lamelletten Deine Pilze haben. Lamelletten sind
kurze Lamellen, die vom Hutrand ausgehend den Stiel nicht erreichen bzw.
nicht bis in Stielnähe kommen. Weiß- und Schwärztäublinge (Untergattung
Compactae, Sektionen Plorantinae und Nigricantinae), die gegenüber den
„echten Täublingen“ eine zahlenmäßig recht überschaubare Untergattung
darstellen, haben nämlich viele Lamelletten, und zwar etwa mindestens so
viele wie durchgehende Lamellen. Bei der anderen Untergattung, den „echten
Täublingen“ (Eurussula), hingegen sind Lamelletten (bis auf in sehr
wenigen Ausnahmefällen wie R. consobrina) nur in geringer Zahl vorhanden
oder fehlen völlig.
Solltest Du anhand dieses einfachen Merkmals feststellen, dass Du tatsächlich
einen Weißtäubling (also viele Lamelletten) hast, dann gehen freilich die
Probleme erst richtig los. Einen Sporenabwurf braucht man auf jeden Fall
für die Bestimmung. Ist er deutlich gelblich bis sattgelb, wird die
Bestimmung leicht. Ist er allerdings weiß bis weißlich (wie bei delica),
bist Du in einer der schwierigsten Gruppen der Täublinge, für die es nach
heutigem Stand kein wirklich gutes taxonomisches Konzept gibt. Aber dann
könntest Du immerhin Russula delica im weiteren Sinne zu Deinem Fund
sagen.
Viele Grüße,
Jesko
.

Herzlichen Dank, Jesko,

tja, ich habe ein Exemplar getrocknet (und könnte das zur Verfügung stellen, falls sich Jemand meldet). Da sieht man dieses Merkmal nicht mehr richtig.Ich fand einfach diesen Erdschieberhabitus bemerkenswert. Sollte es jetzt nochmals regnen und weitere Exemplare auftauchen werde ich nachsehen.
Türkische Webseiten über Pilze beschreiben diesen Pilz als eßbar. Meine türkischen Bekannten und ich lassen davon aber ab. Aus Gründen, die ich beschrieben hatte. Bei unserer Arbeit mit Färbepflanzen stolpern wir natürlich oft über irgendwelche Pilze. Systematische Interessen haben wir dabei nicht; wenn wir auf etwas stoßen dass vielleicht für den Einen oder Anderen hier von Interesse ist veröffentlichen wir das gerne.

Gruß,

michaelk

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