Re: Perlpilz oder doch nicht?
Servus Wirderer,
dass die Lamellen bei Amanita frei sein sollen, ist vermutlich eine historisch bedingte Ungenauigkeit. Ich habe darüber zusammen mit Till Lohmeyer in der Mycologia Bavarica publiziert - anhand eines grauen Wulstlings, dessen Lamellen teils im 90°-Winkel am Stiel angewachsen waren.
Bei der Gruppe um den Perlpilz/Grauen Wulstling und Konsorten sind angewachsene bis breit angewachsene Lamellen recht häufig. Sie können auch mit Zahn etwas herablaufen (auch bei Scheidenstreiflingen).
Die Knollis im engeren Sinne haben auch oft angeheftete Lamellen. Es gibt aber auch Amaniten, die freie Lamellen haben.
Man sollte daher schreiben: Lamellen frei, angeheftet und teils mit Zähnchen herablaufend, selten breit angewachsen.
Nur nebenbei erwähnt: in den meisten Büchern steht für Amanita "Sporenpulver weiß", wenn Gattungsmerkmale umschrieben werden. Das stimmt für die meisten Arten, aber eben nicht alle...
LG
Christoph
P.S.: schließe mich an, dass es die gelbberingte Varietät des Perlpilzes ist.
In den Bestimmungsbüchern lese ich immer von "freien Lamellen".
Im "Handbuch für Pilzsammler" vom Andreas lese ich auch von freien
Lamellen bei Amanitas, bis auf eine Ausnahme, die aber leider nicht
erwähnt ist (oder habe ich die übersehen).
Eben lese ich auf natur-lexikon, dass beim Perlpilz die Lamellen angeheftet
sind...
Viele Grüße,
Wirderer