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Schockfund :-) *PIC*

Thomas Pruss, (vor 5218 Tagen)

Moin zusammen,
meine Renovierungsarbeiten ließen mir eine „Freistunde“, die ich nutzte, um nach Pilzen zu schauen. Kurz: In den Wäldern Nordfrieslands herrscht immer noch tote Hose. Aber dann kam ich nach Ostenfeld, und dort entdeckte ich dies hier:

[image]

Nach einem Moment der Schockstarre beschloss ich, dass dieser gelbe Belag unbedingt gelichtet gehört, um den schönen grünen Pflanzen Platz zum Wachsen zu schaffen. Also machte ich mich mit scharfem Messer über die „Gelbe Gefahr" her. Es folgte eine Weile intensiven Aberntens, doch ich muss gestehen: Nachdem mein Eimerchen mit gut 800 g mehr als voll war, musste ich die Waffe strecken und vom Schauplatz der Bedrohung weichen. Einige der Gelblinge warfen höhnische Bemerkungen und Blicke hinter mir her und buckelten sich drohend zusammen:

[image]

Zur Strafe wurden die geernteten Individuen zu einer Pfifferlings-Rahmsauce zum Dahinschmelzen verarbeitet und zusammen mit einem formidablen, wilden Schweinefilet „vernichtet“.

Ernst beiseite: Das Mycel dieses Pfifferlings ist unglaublich vital. Es hat den Raum um eine Gedächtniseiche in Ostenfeld fest im Griff, und die Fruchtkörper erscheinen dort in den sechs Jahren, in denen ich es unter Beobachtung habe, ab Juni und bis weit in den September/Oktober hinein. Um die Eiche herum wächst ein Bodendecker, unter dem die Ernte der Pilze echt schwierig ist. Weitere Pilze, die sich die Eiche als Partner erkoren haben sind Pfefferröhrlinge, Perlpilze, Blutrote Röhrlinge und Rotfußröhrlinge.

Grüßlis
Thomas

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Re: Schockfund :-)

42, (vor 5218 Tagen) @ Thomas Pruss

Moin NF-Thomas,

Lu42 meinte angesichts des Bildes nur kurz: "... Thomas hat doch gesagt, dass es
bei ihm kaum noch Pilze geben würde - da ist doch kein Wald ...?".

Ich war hier vorhin ganz kurz hier im Wald (ca. 15 Minuten - Rudi erlaubt mir noch nicht
mehr, da ich krank war/bin). Hat Spaß gemacht: wunderschöne Sommersteinpilze (madenfrei),
viele Täublinge, Ziegenlippen, Pappelrauhfüße etc.

Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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Re: Schockfund :-)

HoBi, (vor 5218 Tagen) @ 42

Hallo Thomas,

na was lesen wir denn da? Da wünschen wir Dir gute Besserung und baldige Genesung,
wo es doch jetzt richtig losgeht mit den schönen "Schwammerln" :-)

Liebe Grüße von

Sabine & Holger

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Re: Schockfund :-)

Thomas Pruss, (vor 5218 Tagen) @ HoBi

Hallo Thomas,
na was lesen wir denn da? Da wünschen wir Dir gute Besserung und baldige
Genesung,

Danke, Ihr Lieben, aber ich bin nicht krank! ;-) Mit Renovierung meinte ich nicht meine Gesundheit, sondern unsere neue Wohnung.
Dennoch: Ich hoffe, dass ich wenigstens einen Teil der Pilzflut mitbekomme, die ich noch erhoffe. In der Nähe unseres neuen Domizils gibt es ein Dünengebiet, auf das ich pilztechnisch ganz besonders gespannt bin.
Grüßlis
Thomas

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Re: Schockfund :-)

Thomas Pruss, (vor 5218 Tagen) @ 42

Moin Franken-Thomas,
Lu42 meinte angesichts des Bildes nur kurz: "... Thomas hat doch gesagt,
dass es
bei ihm kaum noch Pilze geben würde - da ist doch kein Wald ...?".

Naja, was man hier so Wald nennt. ;-) Aber was für euch "Erhebungen" sind, firmiert hier auch unter "Berge" …
Grüßlis
Thomas

Ich war hier vorhin ganz kurz hier im Wald (ca. 15 Minuten - Rudi erlaubt mir
noch nicht
mehr, da ich krank war/bin). Hat Spaß gemacht: wunderschöne Sommersteinpilze
(madenfrei),
viele Täublinge, Ziegenlippen, Pappelrauhfüße etc.
Beste Grüße
Thomas '42' Wallner

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Re: Schockfund :-)

Thomas Pruss, (vor 5218 Tagen) @ Thomas Pruss

Sorry, bei der Thomas-Flut kommt man schon mal etwas durcheinander … ;-)
Grüßlis
NF-Thomas

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Auch geschockt...

Stephan Weißer, (vor 5218 Tagen) @ Thomas Pruss

... war ich, als ich heute in Waldenburg/Hohenlohe drei Pfifferlinge am Rande einer Straßenbaustelle entdeckte, direkt neben der Fahrspur einer Planierraupe. Da dieser Fund so unerwartet kam, hatte ich dooferweise keine Kamera dabei. Das ist bestimmt schon der fünfte neue Pfifferlingsstandort, den ich in diesem Monat entdeckt habe - also ein wirklich außergewöhnliches Pfifferlingsjahr!

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Re: Schockfund :-)

Schanni, (vor 5218 Tagen) @ Thomas Pruss

So einen Schock möchte ich auch mal bekommen. :-))

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Re: Auch geschockt...

UmUlmHerum, (vor 5217 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo,
ueber das "aussergewoehnliche Pfifferlingsjahr" musste ich schmunzeln - bei mir in der Gegend sind die Pfifferlinge seit ca. 20 Jahren quasi ausgestorben... obwohl es unweit sogar einen Huegel namens "Pfifferlingsberg" gibt. Von dort habe ich bisher nur jede Menge Zecken heimgebracht. Nun habe ich einen (in Zahlen: 1) Platz, an dem ich in guten Jahren 1-3 Fk finde - und selbstredend mit grosser Hoffnung auf weitere Vermehrung stehen lasse. Dieses Jahr waren es bereits 12 - 15 FK! WOW! Da habe ich tatsächlich ein paar mitgenommen und den Rest unter den Buchenblättern versteckt.
Gruesse - Rika

... war ich, als ich heute in Waldenburg/Hohenlohe drei Pfifferlinge am Rande
einer Stra�enbaustelle entdeckte, direkt neben der Fahrspur einer
Planierraupe. Da dieser Fund so unerwartet kam, hatte ich dooferweise
keine Kamera dabei. Das ist bestimmt schon der f�nfte neue
Pfifferlingsstandort, den ich in diesem Monat entdeckt habe - also ein
wirklich au�ergew�hnliches Pfifferlingsjahr!

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Re: Auch geschockt...

Der Juergen, (vor 5217 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo,
ueber das "aussergewoehnliche Pfifferlingsjahr" musste ich
schmunzeln - bei mir in der Gegend sind die Pfifferlinge seit ca. 20
Jahren quasi ausgestorben... obwohl es unweit sogar einen Huegel namens
"Pfifferlingsberg" gibt.

Hi Rika,

Als "Pfifferling" (Pfefferling), hat man in unserer Gegend auch Pfeffermilchlinge (und ähnliche) bezeichnet, und das kommt für den "Pfifferlingsberg" gut hin. Es gibt dort einige Hotspots mit Pfeffermilchlingen. Unsere Gegend ist keine ausgesprochene Pfifferlingsgegend (die paar Hotspots mit Laubwaldpfifferlingen kann man an einer Hand abzählen). Die Fichtenbestände im Pfifferlingsberg sind noch nicht soo alt, hier gab es früher vorwiegend Laubwald (Buche und auch Eichen!)

Grüßle
Jürgen

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Re: Auch geschockt...

UmUlmHerum, (vor 5216 Tagen) @ Der Juergen

Hallo Jürgen,
es muss hier wohl bis in die 80er Jahre massig Pfifferlinge gegeben haben. Jedenfalls berichtet das mein 88-jähriger Vermieter, von den Wiesen-Champignons - als es noch Viehweiden gab - ganz zu schweigen... Dass der bewußte Berg nach recht unbekannten und nicht gerade wohlschmeckenden Pilzen benannt sein soll, halte ich eher für unwahrscheinlich. Und warum keine Buchen-Pfifferlinge? Heute habe ich übrigens einen 1/2 Pfifferling an einem völlig "neuen" Ort gefunden, den ich seit mehreren Jahren wg. Steinis sehr häufig begehe! Die Hoffnung stirbt zuletzt... ;-)
Grüße - Rika

Hi Rika,
Als "Pfifferling" (Pfefferling), hat man in unserer Gegend auch
Pfeffermilchlinge (und ähnliche) bezeichnet, und das kommt für den
"Pfifferlingsberg" gut hin. Es gibt dort einige Hotspots mit
Pfeffermilchlingen. Unsere Gegend ist keine ausgesprochene
Pfifferlingsgegend (die paar Hotspots mit Laubwaldpfifferlingen kann man
an einer Hand abzählen). Die Fichtenbestände im Pfifferlingsberg sind noch
nicht soo alt, hier gab es früher vorwiegend Laubwald (Buche und auch
Eichen!)
Grüßle
Jürgen

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Re: Auch geschockt...

Der Juergen, (vor 5216 Tagen) @ UmUlmHerum

Hallo Rika;

es ist eher unwahrscheinlich, dass man den besagten Berg, der früher ein Nieder- dann ein Mittelwald war (Buchen, Hainbuchen, Eichen mit viel Hasel und anderen Laubbäumen), nach den eher seltenen Laubwaldpfifferlingen benannt hat. Ich habe die Quelle nicht zur Hand, wo steht, dass man z.B. scharf schmeckende Milchlinge oder auch andere Pilze als Pfefferlinge bezeichnet hat. Wenn Du darauf bestehst, kann ichs natürlich raussuchen. Die naheliegendste Erklärung wäre die, dass "Pfifferling" allgemein für Pilz steht, und die Leute damals auf dem Pfifferlingsberg eben Pilze gesammelt haben, und die gibts ja da reichlich, weil die Böden mineralreich (und damals!) sehr feucht und teilweise sumpfig waren (wegen der Hangquellen).

Die Fichte wurde erst Ende des 18ten Jahrhunderts im Ringinger Raum kultiviert, der Fichtenwald stockt auf Kalkboden und teilweise auf ehemaligem Ackerland und ist ziemlich langweilig, was das Artenspektrum anbelangt (außerdem haust der Wurzelschwamm darin). Den einzigen Nadelwaldpfifferling den ich hier in unserer Gegend mal gefunden habe, stammt aus einem sehr saueren Tannenforst, der auf tiefgründigem Lehm (Zementmergel und/oder Alblehm) stockt.

... und was ältere "Zeitzeugen" so erzählen, naja; Dichtung & Wahrheit sage ich da nur.

Grüßle
Jürgen

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Re: Auch geschockt...

UmUlmHerum, (vor 5216 Tagen) @ Der Juergen

Hi Jürgen,

natürlich glaube ich Dir (auch ohne Nachweis), dass man scharfe Pilze als "Pfefferlinge" bezeichnet, keine Frage! Und dass aus "Pfeffer" auch "Pfiffer" werden kann. Ich wundere mich nur, dass man einen Berg dann so benannt haben soll?! Mein Vermieter war zur Pfifferlingssuche übrigens immer im Salenhau oberhalb Eggingens, also weder am Pfifferlingsberg noch in meinem Lieblingsrevier auf der anderen Seite. Die Nabelinge stehen übrigens im Spitalswald zwischen Allewind und Arnegg

Gute Nacht - Rika

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Re: Auch geschockt...

Der Juergen, (vor 5216 Tagen) @ UmUlmHerum

Hi Rika,

mir brauchst Du nicht glauben; es ist auch nur Vermutungswissen, ich denke mir jedoch, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass es am Pfifferlingsberg in Massen sammelbare echte Pfifferlinge hatte. Hier mal aus "Die Geschichte der Mykologie" (Dörfelt/Heklau) S. 41/42:

In den Kräuterbüchern der Reneissance erwähnte Pilzsippen:
...
Lactarius vellereus (Wolliger Milchling) und verwandte Arten (L. piperatus-Gruppe, Pfeffermilchlinge) -- Boleti orbiculati (1), Piperitis (5), Piperallae (5) --- Pfifferling (1,5), Pfefferling (1,4,5)

1 = Bock 1539
4 = Mattioli-Bearbeitung nach Camerarius 1590
5 = Tabernaemontanus-Bearbeitung nach C. Bauhin 1613

Grüßle
Jürgen

P.S.: Was die Leute bei uns schon alles als "Pfifferlinge" gesammelt haben, geht wahrscheinlich auf keine Kuhaut *g*

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Rennaissance - Hergttnchml! Ein Königreich ...

Der Juergen, (vor 5216 Tagen) @ Der Juergen

für eine Editierfunktion.

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Ei, wo rennen Sie denn hin? ;-) *oT*

Birgit, (vor 5214 Tagen) @ Der Juergen

- kein Text -

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Re: Auch geschockt...

Älbler, (vor 5214 Tagen) @ Der Juergen

Hallo ihr Zwei,

ich glaube dass der "Pfifferlingsberg" nix mit Pfifferlingen oder sonstigen Pilzen zu tun hat, sondern ein Familienname darstellt. Der Berg, der dem Pfeifer gehörte war der Pfeifersberg. Im Verlauf der Zeit wird aus dem Pfeifersberg schneller ein Pfifferlingsberg als sich die verheißenen Pfifferlinge dort einstellen wollen ;o)

Gruß
Christian

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Re: Auch geschockt...

Der Juergen, (vor 5214 Tagen) @ Älbler

Hi Grischde,

wir sind letztlich alles "Gläubige":-):

Zur Etymologie der Flurnamen (Der Wald - im Alb-Donau-Kreis und in Ulm, S. 225):
Pfifferlingsberg: vom Pilz Pfifferling, alhochdeutsch "phifera".

Den ehrenwerten Herrn Pfeifer auf die Art verniedlichen (-ling als Diminutiv), ist wahrscheinlich zur damaligen Zeit auch nicht unbeding üblich gewesen:-) Als Beispiel: "Liebels-Berg" = nach dem Personennamen Liebel. Also nicht "Lieblingsberg oder Liebelingsberg" *g*

Grüßle
Jürgen

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LOL *oT*

Der Juergen, (vor 5213 Tagen) @ Birgit

- kein Text -