statt Sommer gibt's Sommer-Röhrlinge *PIC*
Hallo,
bereits das zweite Myzel durfte ich finden.
Da bestätigt sich die alte Regel: Hat man endlich den Erstfund, findet man die Art plötzlich häufiger.
VG
Gerd
![[image]](/archiv/forum/webbbs/userpics/pic224287.jpg)
Hallo,
bereits das zweite Myzel durfte ich finden.
Da bestätigt sich die alte Regel: Hat man endlich den Erstfund, findet man die Art plötzlich häufiger.
VG
Gerd
![[image]](/archiv/forum/webbbs/userpics/pic224287.jpg)
Erst war ich skeptisch, ob es nicht doch B. radicans ist.
Der Schnitt und der milde Geschmack sind aber doch starke Hinweise auf B. fechtneri. Er hatte auch noch einen überständigen Nachbarn.
![[image]](/archiv/forum/webbbs/userpics/pic224288.jpg)
Nebenan gab es noch einige dieser Milchlinge.
Könnte das Lactarius volemus sein? Die kenne ich bislang nur aus Büchern.
Heringsgeruch konnte ich nicht wahrnehmen.
Danke und VG
Gerd
![[image]](/archiv/forum/webbbs/userpics/pic224290.jpg)
Hallo Gerd,
der sieht mir etwas schmächtig und blass aus für nen Brätling aus. Hatte den aber auch erst einmal. Also ein vorsichtiges nein von mir.
Gruß Joschi
![[image]](/archiv/forum/webbbs/userpics/pic224291.jpg)
Hallo,
War die Milch denn nicht scharf?
Gruß
Gerhard
Hallo Joschi,
stimmt! Deiner sieht auch irgendwie fruchtiger aus.
Blumig gerochen haben meine schon und die üppige Milch war weiß und mild.
VG Gerd
Hallo Namensvetter,
die Milch floss sehr üppig und war weiss und mild.
VG Gerd
Sieht mir eher nach Lactarius fulvissimus/ichoratus/subsericatus aus. Der Brätling ist am Stiel mehr gelborange und hat eine mattere Oberfläche. Und schmeckt auch viel besser als L. fulvissimus, den ich irrtümlich mal als Brätling in die Pfanne gehauen hatte.
Jau - L. ichoratus würde auch besser zum sehr kalkigen Untergrund passen.
Heringsgeruch konnte ich nicht wahrnehmen.
Bei uns kommt Lactarius volemus recht häufig vor. Das mit dem Heringsgeruch kann ich allerdings nicht nachvollziehen (auch wenn es in fast jedem Pilzbuch steht!). Der Milchbrätling hat definitiv einen ganz besonderen und intensiven Geruch - aber nach Hering riecht er meiner Meinung nach mit Sicherheit nicht.
Gruß, Andreas
Hallo Gerd,
das ist - worauf Stephan schon hingedeutet hat - etwas aus dem Formenkreis fulvissimus/britannicus/rubrocinctus. Nach Maria Teresa Basso sind das drei unterschiedliche Arten. Der bei Heilmann-Clausen & al. als Lactarius fulvissimus vorgestellte (und z.B. in mitteldeutschen Laubwäldern auf neutralen und Kalkböden gut verbreitete) Pilz wäre danach nicht der echte fulvissmus, sondern Lactarius britannicus forma pseudofulvissimus (Syn.: L. subsericatus, L. pseudofulvissmus). Für diesen haben andere den alten Batsch'schen Namen (z.B. Neuhoff und diesem folgend Michael/Hennig/Kreisel) Lactarius ichoratus verwendet, den jedoch die beiden genannten Schulen für ein (nicht sanktioniertes) Synonym von Lactarius volemus, dem Brätling, halten. Zumindest bezüglich Lactarius rubrocinctus, einer Charakterart der Kalkbuchenwälder, besteht einigermaßen Einigkeit.
Du siehst, Du hast in ein Wespennest gestochen.
Was nun den echten Brätling (bzw. die Brätlinge) angeht, so sind das kräftigere Pilze, bei denen die Milche nur so heraussprudelt, wenn man sie nur ansieht. "Die Brätlinge" sage ich deshalb, weil inzwischen nach einer in Bälde erscheinenden Arbeit aus der Genter Lactarius-Schmiede drei in Mitteleuropa vorkommende Arten bekannt sind - der alte Lactarius volemus ist also eine Sammelart.
Viele Grüße, Jesko
Hallo Andreas,
nach Hering wie ein Heringstäubling riecht L. volemus (ss. l.), wie Du ja schreibst, gewiss nicht. Der Geruch ist - wohl etwas treffender - auch mit dem von Meeresfrüchten verglichen worden und entspricht meiner Meinung nach etwa dem von Russula amoena, Russula amoenicolor und - hier aber deutlich schwächer - Russula violeipes.
Viele Grüße,
Jesko
Hallo Jesko,
gerade bei den Täublingen und Milchlingen tue ich mich schwer mit den Gerüchen, da sind doch ein paar wilde Geruchsakkorde dabei.
Ich speicher den Nicht-Brätling mal für mich als Laubwald Milchling ab. Vielleicht stellt sich ja auch mal ein Brätling in meinen Weg. Den wüsste ich jetzt auf jeden Fall besser anzusprechen.
VG
Gerd
: Der Geruch ist - wohl etwas treffender - auch mit dem von Meeresfrüchten
[quote]verglichen worden und entspricht meiner Meinung nach etwa dem von Russula
amoena, Russula amoenicolor und - hier aber deutlich schwächer - Russula
violeipes. [/quote]
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Hallo Jesko,
diese Geruchsverwandtschaft kann ich bestätigen.
Wobei ich natürlich auch niemals müde werde, den angeblichen Krabbengeruch (den ich übrigens immer noch für einen Running Gag halte) von R. violeipes bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu relativieren 
Das kann doch nicht sein, dass ich der einzige bin, der diesen milden fischartigen Geruch an lupenreinen 1A Exemplaren noch niemals nie wahrgenommen hat.
Und ich finde sie zahlreich jedes Jahr - sowohl hier in Köln, als auch früher schon in Hannover.
Wenn R. violeipes fischartig riechen, kommt das meiner Erfahrung nach IMMER entweder davon, dass sie bereits eine längere Tortur von Begrapschen und/oder Transport hinter sich haben, oder (evtl. nur irgendwo in einer Falte des Hutes versteckt) schon diese kleinen bräunlichen Flecken haben.
LG, Gábor
Hallo Gerd!
Wie es der Zufall will habe ich heute das erste Mal Brätlinge gefunden.
In Bayern im Mischwald unter Eichen auf Sand.
Der Geruch war nicht besonders intensiv. Auf Wikipedia steht ja, daß der im weiten Umkreis wahrnehmbar sein soll.
Ich musste den Pilz zum Riechen in die Hand nehmen. Und da konnte ich den Geruch nicht mal zuordnen. Roch nur seltsam, nicht so wie ein Pilz riechen sollte.
Naja, ich habe weder mit Fischen noch mit Pilzen so arg viel Erfahrung. Jetzt wo ich es weiss, riecht er schon deutlich nach Scampi.
Die Milch verfärbt sich erst nach sehr langer Zeit (einmal Kartoffelsalat machen) auf Papiertuch deutlich braun.
Schönen Gruß
Jürgen
![[image]](/archiv/forum/webbbs/userpics/pic224324.jpg)
Hallo Jürgen,
die sehen tatsächlich sehr sehr appetitlich aus.
Wie ist das mit der üppig fliessenden Milch?
Die kleine Scharte vorne am Hut des rechten Exemplars sieht frisch aus, scheint aber gar nicht zu milchen.
VG
Gerd
Hallo Gerd!
Und weil die so appetitlich aussahen, habe ich mir drei Fruchtkörper mitgenommen. Soviel über Pilze weiss ich jetzt schon, daß milde Milchlinge wahrscheinlich ungiftig sind.
Nachdem ich die Art gestern auch noch mit dem Mikroskop abgesichert hatte (dickwandige Zystiden), habe ich die drei Pilze geradeeben zu einer Nudelsosse gemacht. Die Brätlinge haben eine sehr angenehme Konsistenz (fest, aber kein bischen zäh), die mich an die Schweinenierchen erinnert hat, die es früher bei Mutti gab. Die Beschaffenheit liegt wohl an dem kugeligen Zellaufbau der Täublinge und Milchlinge.
Ich habe die Pilze vor dem Braten in kleine Stücke geschnitten. Dabei ist soviel Milch ausgetreten, daß es lästig war. Es hat getropft und teilweise sogar gespritzt (Nicht aus den Pilzen raus, sondern durch den Schwung des Messers).
Ich kann also sowohl den Speisewert des Brätlings, als auch das üppige Auftreten der Milch bestätigen.
Die Kerbe auf dem Foto war ein Versehen meinerseits. Ich habe die gleich wieder anzudrücken versucht. Vielleicht ist deswegen gerade da nicht soviel Milch rausgetropft.
Viele Grüße
Jürgen
Hallo Jürgen,
mittlerweile bin ich ja auch von Täublingen (Wiesel-) und Milchlingen (Mohrenkopf-) begeistert. Am liebsten sind sie mir aus dem Backofen.
VG
Gerd
mittlerweile bin ich ja auch von Täublingen (Wiesel-) und Milchlingen
(Mohrenkopf-) begeistert.
So tolle Sachen gibts bei mir nicht.
Wie machst Du das mit dem Backofen?
Milchlinge trocken putzen und dabei nicht zerteilen.
Sahne in eine große, flache Auflaufform geben und leicht salzen.
Rote Pfefferkörner in die Sahne streuen.
Die Milchlinge hineinlegen und im Backofen bei 170 Grad 20 Minuten backen.
Nun erst werden größere Milchlinge halbiert oder geviertelt.
Weitere 20 Minuten backen und dabei die Pilze mehrere Male mit der Sahnesoße übergießen.
Die gebackenen Milchlinge neben Salzkartoffeln anrichten und die Soße darüber geben.
Zuletzt alles mit fein gehackte Petersilie bestreuen.
Das probier ich das nächste Mal.
Vielen Dank!
Jürgen