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Inocybe - Petiginosae (I. rufoalba/egenula?) *PIC*

Gernot, (vor 5189 Tagen)

Hallo,

ich bin auf der Suche nach Informationen zu I. rufoalba, da ich hier einen Fund habe, der
zu dieser Art passen könnte. Die Kollektion sieht I. jacobi recht ähnlich, weicht jedoch in
ihrer freudigen orangebraunen Färbung und den etwas kleineren Sporen ab. Die
Interpretationen dieser Art sind in der Literatur anscheinend sehr unterschiedlich, weshalb
ich mich über eure Erfahrungen mit I. rufoalba freuen würde. Ich denke, dass mein Fund
recht gut zur Beschreibung in Pilze der Schweiz (Nr. 92) passen würde, jedoch zeigt die
Darstellung von Ferrari eine ganz andere Art (dort wird eine Kollektion mit gelben Lamellen
unter Fagus dargestellt, also wie typische I. petiginosa). Zum Teil wird I. rufoalba ja auch
mit I. jacobi synonymisiert (z.B. in Großpilze BW).
Dann gibt es noch I. egenula, die ebenfalls Gemeinsamkeiten mit meinem Fund aufzuweisen
scheint. Die Art soll ja nicht nur im alpinen Bereich mit Dryas und Zwerg-Weide vorkommen
können, sondern auch in tieferen (aber immer noch montanen bis subalpinen) Lagen, was
zu meinem Fund passen würde. Hier fehlt mir jedoch jegliche persönliche Erfahrung.

Die wichtigsten Daten: Schotteriger Wegrand bei Alnus incana und Salix, weiter weg Picea
abies, montan. Hut bis 0,8 cm ø, mit intensiver gefärbter, ± deutlich zum Rand abgegrenzter
Mitte, Oberfläche fein schuppig. Stiel von der Spitze nach unten ca. zu 3/4 mit
Caulozystiden bedeckt, Cortina nicht beobachtet. Pleurozystiden sehr einheitlich
flaschenförmig, fast immer mit Kristallen besetzt, 43-62 x 12-19(21) µm, Wand 1,5-2 µm
dick. Sporen 7-9 x 5-6,5(7) µm, Höcker ziemlich ausgeprägt. Gemessen und fotografiert
anhand von Exsikkat-Material in KOH (3%).

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Schöne Grüße und danke für jegliche Hilfe
Gernot

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Re: Inocybe - Petiginosae (I. rufoalba/egenula?)

Helmut, (vor 5189 Tagen) @ Gernot

Servus Gernot,

da gibt es noch die eine oder andere Art in der weiteren Verwandtschaft. Die doch recht ausgeprägt (stumpf) höckerigen Sporen lassen bei Deinem Fund an I. sapinea / castanea denken.

I. rufoalba in dem Sinne, dass sie gelbe Lamellen hat, ist für mich synonym zu I. petiginosa. Zumindest habe ich noch keine Unterschiede entdecken können, die eine Trennung auf Artniveau rechtfertigen. Nicht auszuschließen ist natürlich, dass ich die "richtige" rufoalba noch nicht gefunden habe. Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

Gruß

Helmut

Hallo,
ich bin auf der Suche nach Informationen zu I. rufoalba, da ich hier einen
Fund habe, der
zu dieser Art passen könnte. Die Kollektion sieht I. jacobi recht ähnlich,
weicht jedoch in
ihrer freudigen orangebraunen Färbung und den etwas kleineren Sporen ab. Die
Interpretationen dieser Art sind in der Literatur anscheinend sehr
unterschiedlich, weshalb
ich mich über eure Erfahrungen mit I. rufoalba freuen würde. Ich denke, dass
mein Fund
recht gut zur Beschreibung in Pilze der Schweiz (Nr. 92) passen würde, jedoch
zeigt die
Darstellung von Ferrari eine ganz andere Art (dort wird eine Kollektion mit
gelben Lamellen
unter Fagus dargestellt, also wie typische I. petiginosa). Zum Teil wird I.
rufoalba ja auch
mit I. jacobi synonymisiert (z.B. in Großpilze BW).
Dann gibt es noch I. egenula, die ebenfalls Gemeinsamkeiten mit meinem Fund
aufzuweisen
scheint. Die Art soll ja nicht nur im alpinen Bereich mit Dryas und
Zwerg-Weide vorkommen
können, sondern auch in tieferen (aber immer noch montanen bis subalpinen)
Lagen, was
zu meinem Fund passen würde. Hier fehlt mir jedoch jegliche persönliche
Erfahrung.
Die wichtigsten Daten: Schotteriger Wegrand bei Alnus incana und Salix,
weiter weg Picea
abies, montan. Hut bis 0,8 cm ø, mit intensiver gefärbter, ± deutlich zum
Rand abgegrenzter
Mitte, Oberfläche fein schuppig. Stiel von der Spitze nach unten ca. zu 3/4
mit
Caulozystiden bedeckt, Cortina nicht beobachtet. Pleurozystiden sehr
einheitlich
flaschenförmig, fast immer mit Kristallen besetzt, 43-62 x 12-19(21) µm, Wand
1,5-2 µm
dick. Sporen 7-9 x 5-6,5(7) µm, Höcker ziemlich ausgeprägt. Gemessen und
fotografiert
anhand von Exsikkat-Material in KOH (3%).


Schöne Grüße und danke für jegliche Hilfe
Gernot

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Re: Inocybe - Petiginosae (I. rufoalba/egenula?) *PIC*

Andreas 2, (vor 5189 Tagen) @ Gernot

Hallo Gernot,

eine schwierige Gruppe, so dass ich Dir auch nur eine unbefriedigende Antwort geben kann. Ich denke, dass sich petiginosa in typischer Ausprägung und wenn bei Buchen sowie jacobi, an Hand der größeren, stärker höckerigen Sporen und wenn über Sand noch einigermaßen gut abgrenzen lassen. Bei den anderen zur Gruppe gehörenden Arten (sapinea, egenula, rufoalba, nematoloma, naucoriiformis, subexilis) stellt sich das sehr verschwommen für mich dar, so dass ich mich außerstande fühle, hier eine klare Zuordnung zu treffen.

Dein Fund erinnert mich an eine Aufsammlung von Frank Fischer, die er zu egenula gehörend vermutete. Auch hier konnte ich ihm das weder widerlegen noch bestätigen.

Vielleicht weiß jemand eine bessere Antwort.

Beste Grüße
Andreas

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Re: Inocybe - Petiginosae (I. rufoalba/egenula?)

interhias ⌂, (vor 5188 Tagen) @ Gernot

Servus Gernot,

mangels ausreichender Kollektionen habe ich noch keinen Durchblick bei den Petiginosae.

Du hast ja in KOH mikroskopiert und die Wände der Hymenialzystiden scheinen nur sehr blass gelblich bis hyalin. Das spricht wohl für I. castanea/sapinea. Die lebhafte Färbung würde zum Fund von Stangl passen, die Zweifarbigkeit eher nicht. Auch sind die Sporen deutlich stärker höckerig als von Stangl gezeichnet.

Die von Andreas gezeigte Kollektion passt wirklich sehr gut zu deiner Kollektion.

Vielleicht sollten wir im Winter mal schwierige Funde aus der Gruppe im Inocybe-Arbeitskreis-Forum der DGfM zusammentragen.

Grüße
Hias

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Re: Inocybe - Petiginosae (I. rufoalba/egenula?)

Gernot, (vor 5188 Tagen) @ Helmut

Servus Helmut,

I. sapinea/castanea habe ich eigentlich ausgeschlossen, da mir die Sporenhöcker doch stärker ausgeprägt erschienen wie z.B. in Funga Nordica oder Ferrari abgebildet. Ich kann aber natürlich nicht beurteilen, wie groß die Variationsbreite hier sein kann. Auch die Abbildungen im Ferrari passen nicht so richtig, aber das muss ja nicht viel heißen. Immerhin würde passen, was Stangl zu I. sapinea schreibt: "I. sapinea unterscheidet sich von I. petiginosa durch größere Sporen und Hymenialzystiden, die außerdem viel weniger gelb gefärbt sind. I. jacobi hat gleichgroße Sporen, die aber viel stärker höckerig sind, desgleichen sind Zystiden mit chromgelben Wänden vorhanden". Die Zystidenwände bei meiner Kollektion waren in KOH tatsächlich nur ± hell honigbraun gefärbt und nicht chromgelb.

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Inocybe - Petiginosae (I. rufoalba/egenula?)

Gernot, (vor 5188 Tagen) @ Andreas 2

Hallo Andreas,

typische I. petiginosa und I. jacobi meine ich auch halbwegs zu kennen, aber bei den anderen Arten dieser Untergattung fehlt mir der Durchblick. Zum Glück nicht nur mir! Dein angehängtes Foto passt makroskopisch wirklich hervorragend.

Ansonsten bleibt wohl nicht viel anderes übrig als Kollektionen zu sammeln und zu warten bis die Gruppe ordentlich bearbeitet wird.

Schöne Grüße
Gernot

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Re: Inocybe - Petiginosae (I. rufoalba/egenula?)

Gernot, (vor 5188 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

ja, die Zystiden waren in KOH tatsächlich recht einheitlich und unauffällig hellbraun gefärbt. Stangl hebt dieses Merkmal zwar extra hervor, aber, wie du ja schon geschrieben hast, weichen dafür andere Merkmale von I. castanea/sapinea ab.

Vielleicht sollten wir im Winter mal schwierige Funde aus der Gruppe im
Inocybe-Arbeitskreis-Forum der DGfM zusammentragen.

Gute Idee! Das kämen sicher spannende Funde zusammen.

Schöne Grüße
Gernot