Re: Inocybe - Petiginosae (I. rufoalba/egenula?)
Servus Gernot,
da gibt es noch die eine oder andere Art in der weiteren Verwandtschaft. Die doch recht ausgeprägt (stumpf) höckerigen Sporen lassen bei Deinem Fund an I. sapinea / castanea denken.
I. rufoalba in dem Sinne, dass sie gelbe Lamellen hat, ist für mich synonym zu I. petiginosa. Zumindest habe ich noch keine Unterschiede entdecken können, die eine Trennung auf Artniveau rechtfertigen. Nicht auszuschließen ist natürlich, dass ich die "richtige" rufoalba noch nicht gefunden habe. Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
Gruß
Helmut
Hallo,
ich bin auf der Suche nach Informationen zu I. rufoalba, da ich hier einen
Fund habe, der
zu dieser Art passen könnte. Die Kollektion sieht I. jacobi recht ähnlich,
weicht jedoch in
ihrer freudigen orangebraunen Färbung und den etwas kleineren Sporen ab. Die
Interpretationen dieser Art sind in der Literatur anscheinend sehr
unterschiedlich, weshalb
ich mich über eure Erfahrungen mit I. rufoalba freuen würde. Ich denke, dass
mein Fund
recht gut zur Beschreibung in Pilze der Schweiz (Nr. 92) passen würde, jedoch
zeigt die
Darstellung von Ferrari eine ganz andere Art (dort wird eine Kollektion mit
gelben Lamellen
unter Fagus dargestellt, also wie typische I. petiginosa). Zum Teil wird I.
rufoalba ja auch
mit I. jacobi synonymisiert (z.B. in Großpilze BW).
Dann gibt es noch I. egenula, die ebenfalls Gemeinsamkeiten mit meinem Fund
aufzuweisen
scheint. Die Art soll ja nicht nur im alpinen Bereich mit Dryas und
Zwerg-Weide vorkommen
können, sondern auch in tieferen (aber immer noch montanen bis subalpinen)
Lagen, was
zu meinem Fund passen würde. Hier fehlt mir jedoch jegliche persönliche
Erfahrung.
Die wichtigsten Daten: Schotteriger Wegrand bei Alnus incana und Salix,
weiter weg Picea
abies, montan. Hut bis 0,8 cm ø, mit intensiver gefärbter, ± deutlich zum
Rand abgegrenzter
Mitte, Oberfläche fein schuppig. Stiel von der Spitze nach unten ca. zu 3/4
mit
Caulozystiden bedeckt, Cortina nicht beobachtet. Pleurozystiden sehr
einheitlich
flaschenförmig, fast immer mit Kristallen besetzt, 43-62 x 12-19(21) µm, Wand
1,5-2 µm
dick. Sporen 7-9 x 5-6,5(7) µm, Höcker ziemlich ausgeprägt. Gemessen und
fotografiert
anhand von Exsikkat-Material in KOH (3%).
Schöne Grüße und danke für jegliche Hilfe
Gernot