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Pilzrätsel *PIC*

hansuwe, (vor 9115 Tagen)

Auf einer "Excursion" habe ich Freitag diesen Pilz gefunden. Stand auf einem Rasen, auf Sand, künstliche Bewässerung.
Leider war kein weiteres Exemplar in anderem Entwicklungsstadium dort.
Ich tippe auf irgendeinen Coprinus.

[image]

erlegt:
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zerlegt:
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Verspeist wurde er vorsichtshalber nicht.
Ich Werde Exsikkate anfertigen.

@ Georg: Ich hatte zufällig die Camera dabei, ein Champignon ist mir auch noch begegnet.

Pilzige Grüsse
hansuwe

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Re: Pilzrätsel

Huperzia ⌂, (vor 9115 Tagen) @ hansuwe

Auch wenn mir im Chat keiner glauben will ;-), denke ich nach wie vor an Montagnea (Coprinaceae) oder etwas anderes in der Richtung.

Wenn es denn trotzallem wirklich ein Tintling sein sollte, dann ist der aber haarscharf am Bauchpilz vorbeigeschlittert ;-).

Viele Grüße,

Tanja

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????

DieterB, (vor 9114 Tagen) @ Huperzia

Auch wenn mir im Chat keiner glauben will ;-), denke ich nach wie vor an
Montagnea (Coprinaceae) oder etwas anderes in der Richtung.

Hallo Hupi,

ist "Montagnea" ein Gag, den ich wieder mal nicht verstehe, oder gibt es diese Gattung? wirklich? Bitte erleuchte einen Unwissenden ;-)

Herzliche Grüße
Dieter

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Re: ????

Huperzia ⌂, (vor 9114 Tagen) @ DieterB

Hallo Hupi,
ist "Montagnea" ein Gag, den ich wieder mal nicht verstehe, oder
gibt es diese Gattung? wirklich? Bitte erleuchte einen Unwissenden ;-)
Herzliche Grüße
Dieter

Hallo Dieter,

Gibt es :-) und ist so ziemlich die einzige sekotioide Gattung, von der ich schon mal gehört hatte ;-).
Soll auch in der Wüste wachsen und darf man sich dann schon mal aus dem Fenster lehnen ...

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Pilzrätsel

Georg, (vor 9115 Tagen) @ hansuwe

Auf einer "Excursion" habe ich Freitag diesen Pilz gefunden. Stand
auf einem Rasen, auf Sand, künstliche Bewässerung.
Leider war kein weiteres Exemplar in anderem Entwicklungsstadium dort.
Ich tippe auf irgendeinen Coprinus.

erlegt:
zerlegt:
Verspeist wurde er vorsichtshalber nicht.
Ich Werde Exsikkate anfertigen.
@ Georg: Ich hatte zufällig die Camera dabei, ein Champignon ist mir auch
noch begegnet.
Pilzige Grüsse
hansuwe

Hi hansuwe,
könnte Podaxis pistillaris sein, ein 'Wüstenverwandter' des Schopftintlings.

Georg

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Stimmt! *oT*

Andreas Gminder, (vor 9115 Tagen) @ Georg

- kein Text -

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Re: Stimmt!

Huperzia ⌂, (vor 9114 Tagen) @ Andreas Gminder

Hallo Georg und Andreas,

Wißt ihr ein wenig mehr über den Pilz?
Öffnet der sich überhaupt noch oder kann man den schon "Bauchpilz" bzw. "sekotioid" (blödes Wort) nennen?
Wie sollte man ihn zubereiten?

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Stimmt!

Andreas Gminder, (vor 9114 Tagen) @ Huperzia

Hallo Georg und Andreas,
Wißt ihr ein wenig mehr über den Pilz?
Öffnet der sich überhaupt noch oder kann man den schon "Bauchpilz"
bzw. "sekotioid" (blödes Wort) nennen?
Wie sollte man ihn zubereiten?
Viele Grüße,
Tanja

Hallo Tanja,

leider kenne ich mich mit Bauchpilzen gar nicht aus und kann daher kaum was zu dieser Art sagen, zumal sie bisher in Europa noch nicht aufgetaucht ist.

Der Pilz öffnet sich nicht und kann daher ebensogut zu den Bauchpilzen gerechnet werden wie zu den Agaricales. Er steht eben genau dazwischen.
Es gibt eine ganze Menge dieser "secotioiden" Arten, die mehr oder weniger bauchpilz-/hypogäenartig aussehen und direkte Verwandtschaftsbeziehungen zu Blätterpilzen (Agaricales s.l.) haben. Z.B. zu Entoloma (Rhodogaster, Richoniella), Conocybe (Galeropsis, Podaxis?), Agaricus und/oder Coprinus (Montagnea, Podaxis?, Torrendia), Cortinariaceae (Setchelliogaster) aber auch zu Boletales (Alpova, Chamonixia, Gautiera, Melanogaster, Rhizopogon) und zu den Russulales (Arcangeliella/Zelleromyces, Elasmomyces, Macowanites, Martellia).
Die oberirdisch wachsenden sekotioiden Arten sind zum allergrößten Teil auf Wüstengebiete, Steppen und kontinentale Sandgebiete beschränkt. Die hypogäischen Formen wachsen dagegen oft auch bei uns, einige davon hast Du vielleicht selbst schon gefunden wie z.B. Rhizopogon (eigentlich zu Suillus gehörend).

Zurück zu Podaxis pistillaris:
Vermutlich eine Sammelart mit sehr weiter Verbreitung in Afrika und im Orient mindestens bis zum Mittleren Osten. KREISEL (Quelle: Österr. Zeitschr. Pilzkunde 10, 2001) listet nicht weniger als 16 Synonyme auf und gibt folgende Länder an:
Nordafrika: Algerien, Tunesien, Ägypten, Äthiopien, Senegal, Sudan
Westafrika: Ghana, Nigeria, Togo
Zentralafrika: Angola, Kenia
Südafrika: Mozambique, Namibia, Südafrika
Orient: Iran, Irak, Israel, Yemen
Der Typus stammt aus Indien.
Pilat beschreibt einen Fund aus Tadschikistan, nahe der afghanischen Grenze.
Dörfelt kennt die Art aus der Mongolei (pers. Mitteilung).
Aus Europa bisher nicht bekannt. Am ehesten wäre sie wohl in Südspanien zu erwarten, eventuell auch in der südöstlichsten kontinentalen Ecke Europas. Vielleicht kommst sie ja auch bei David in Georgien vor (Hallo david.ge, lebst Du noch ???).

Pilat beschreibt die Art in der Ceska Mycologia 13(4), 1959. Leider in tschechisch, mit einer für mich kaum besser verständlichen Zusammenfassung in lateinisch. Er schreibt, dass die noch nicht reifen Fruchtkörper eine olivliche "Gleba" haben (er meint damit in diesem Falle wohl die Schicht der reduzierten Lamellen), die der reifen aber rotbräunlich werden. Er hat sie zusammen mit Montagnea arenaria gefunden [die kommt ja auch in Spanien vor]. Er vermutet, dass Podaxis auf unterirdischen abgestorbenen (verholzten) Pflanzenteilen fruktifiziert.
Seine Verwandtschaftsbeziehung soll nach Pilat mit Conocybe liegen (wohl wegen dem Sporenpulver rotbraun), aber wir haben sie in unserem Verzeichnis wegen der äußeren Ähnlichkeit mit dem Schopftintling "Wüsten-Tintlingsstäubling" genannt. Es gibt noch weitere Tintlingsstäublinge, so Podaxis africanus und rugosporus [soll wohl eher "rugososporus" heißen ...] beide 1989 aus Südafrika/Pretoria beschrieben und Podaxis saharianus Moreno & Mornand 1997, aus Marokko/Sahara beschrieben. Ich weiß nicht wie sich die anderen Arten unterscheiden.

Wenn Du Dich für die Gattung interessieren solltest, so gibt es meines Wissens nur eine Monographie: MORSE, E.E. (1933) - A study of the genus Podaxis. Mycologia 25: 1-33.
Die neueren Arten sind hier beschrieben:
DE VILLIERS, J.J.R., EICKER, A. & G.C.A. VAN DER WESTHUIZEN (1989) - A new section and two new species of Podaxis (Gasteromycetes) from South Africa. South African Journal of Botany 55: 159-164.
MORENO, G. & J. MORNAND (1997) - Podaxis saharianus sp. nov. (Podaxales, Gasteromycetes), espèce nouvelle du Maroc. Cryptgamy and Mycology 18: 247-254

Letztere beiden Mykologen kenne ich und könnte Dir ihren Artikel besorgen, die anderen mußt Du Dir selbst über Fernleihe organisieren. Sollte kein Problem sein. Aber als Halb-Ossi kannst Du Dir sicherlich auch Auskünfte von Prof. Kreisel direkt organisieren, denn es gibt sicherlich noch mehr Wissenswertes. Ich kenne leider keine Bauchpilze und interessiere mich ehrlich gesagt auch nicht besonders für diese Dinger.

Über die Genießbarkeit habe ich nirgends was gesehen, stelle sie mir aber ziemlich faserig vor. Kann mir nicht recht vorstellen dass sie giftig sein sollen, aber bei der möglichen Verwandtschaft zu Conocybe sollte es wohl auch kein Speisepilz sein.

Vielleicht opfert sich hansa für uns und probiert's mal aus ;-)

Gruß,
Andreas

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Re: Stimmt!

hansuwe, (vor 9114 Tagen) @ Andreas Gminder

Hallo Andreas und Tanja,

Andreas, Du warst ja richtig fleissig.
Ich werde die Augen offenhalten, vielleicht finde ich ja noch Exemplare in anderen Entwicklungsstadien.
Wenn es die Art im Yemen und im Irak gibt, gibt es sie sicher auch hier. Wegen der regelmässigen Bewässerung, die ja es noch nicht so lange hier gibt, ist die Art wohl hier noch nicht beschrieben worden.
Ich habe soeben eine gefrorene Hälfte bearbietet, es sind keine Lamellen erkennbar, es handelt sich um eine Gleba.
Die trocknenden Scheiben der anderen Hälfte entwickeln einen leichten Pilzgeruch, nicht schlecht, aber einen Essversuch habe ich nicht vor.
Ich schicke Hupi ein Scheibchen zu diesem Zwecke.
Pilzige Grüsse
Hansuwe

leider kenne ich mich mit Bauchpilzen gar nicht aus und kann daher kaum was
zu dieser Art sagen, zumal sie bisher in Europa noch nicht aufgetaucht
ist.
Der Pilz öffnet sich nicht und kann daher ebensogut zu den Bauchpilzen
gerechnet werden wie zu den Agaricales.
Die oberirdisch wachsenden sekotioiden Arten sind zum allergrößten Teil auf
Wüstengebiete, Steppen und kontinentale Sandgebiete beschränkt.
Zurück zu Podaxis pistillaris: Vermutlich eine Sammelart mit sehr weiter
Verbreitung in Afrika und im Orient mindestens bis zum Mittleren Osten.
KREISEL (Quelle: Österr. Zeitschr. Pilzkunde 10, 2001) listet nicht
weniger als 16 Synonyme auf und gibt folgende Länder an: Nordafrika:
Algerien, Tunesien, Ägypten, Äthiopien, Senegal, Sudan
Westafrika: Ghana, Nigeria, Togo
Zentralafrika: Angola, Kenia
Südafrika: Mozambique, Namibia, Südafrika
Orient: Iran, Irak, Israel, Yemen
Der Typus stammt aus Indien.

Er vermutet, dass Podaxis auf unterirdischen
abgestorbenen (verholzten) Pflanzenteilen fruktifiziert.
Seine Verwandtschaftsbeziehung soll nach Pilat mit Conocybe liegen (wohl
wegen dem Sporenpulver rotbraun), aber wir haben sie in unserem
Verzeichnis wegen der äußeren Ähnlichkeit mit dem Schopftintling
"Wüsten-Tintlingsstäubling" genannt. Es gibt noch weitere
Tintlingsstäublinge, so Podaxis africanus und rugosporus [soll wohl eher
"rugososporus" heißen ...] beide 1989 aus Südafrika/Pretoria
beschrieben und Podaxis saharianus Moreno & Mornand 1997, aus
Marokko/Sahara beschrieben. Ich weiß nicht wie sich die anderen Arten
unterscheiden.
Über die Genießbarkeit habe ich nirgends was gesehen, stelle sie mir aber
ziemlich faserig vor. Kann mir nicht recht vorstellen dass sie giftig sein
sollen, aber bei der möglichen Verwandtschaft zu Conocybe sollte es wohl
auch kein Speisepilz sein.
Vielleicht opfert sich hansa für uns und probiert's mal aus ;-)
Gruß,
Andreas

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Re: Pilzrätsel - Podaxis pistillaris

hansuwe, (vor 9114 Tagen) @ Georg

Hi hansuwe,
könnte Podaxis pistillaris sein, ein 'Wüstenverwandter' des Schopftintlings.
Georg

Danke Georg und auch Andreas,
für Euren Tipp. Es gibt eine Menge weiterer Bilder und Beschreibungen im Internet.
Ich habe allerdings kein Foto eines jungen Exemplars bisher gefunden, deshalb bleiben noch Zweifel.
Es gibt den Podaxis pistillaris in Australien, USA, Burkina Faso z.B.
Aus den Emiraten gibt es natürlich keine Beschreibung.
Es ist zu vermuten, dass er aus Australien eingeschleppt wurde mit Vieh- und Gemüseimporten.
An Hupi: In einem Artikel wurde vom Verzehr abgeraten, In einem anderen Artikel wird der Sporenstaub als Haarfärbemittel erwähnt.
Den anderen Bildern nach zu urteilen öffnet sich der Schirm nicht.
Pilzige Grüsse.
Hansuwe