Pilze Pilze Forum
Erweitert

Re: Steinpilz, Parasol oder fransiger Wulstling -

Heinz Ebert ⌂, (vor 5155 Tagen) 968 Beiträge @ Stephan Weißer

Hallo alle,

"Garniert war das Machwerk mit dem Namen und dem Foto eines bedauernswerten Pilzsachverständigen". DER (ich wars nämlich) bekam sogar einen Vorabdruck als Datei zugesandt und hat auf alle Mängel in dem Artikel hingewiesen. Geändert wurde jedoch nichts. Wenn ich schon das Wort "Sorten" im Zusammenhang mit Pilzen lese runzelt sich schon meine Stirn in Falten. Das kann Euch mit JEDER Zeitung passieren. Besser zu händeln sind natürlich Sendungen in Radio und TV.
Beste Grüße, Heinz Ebert

Ich habe es mir jetzt angehört. Es ist ein gutes Beispiel für gelungene
Kommunikation über die Medien. Die beste Sendung über Pilze, die ich
bisher gehört/gesehen habe. Das liegt sicher auch daran, dass vor Ort in
der Sendung ein kompetenter Experte vorhanden ist, der unmittelbar
eingreifen kann, falls sich irgendein Unsinn den Weg über den Äther bahnen
sollte (z. B. bezeichnete der Moderator den Fransigen Wulstling zunächst
versehentlich als Wurstling).
Ein weniger gelungenes Beispiel kam mir am gestrigen Sonntag unter die Augen.
In der Sonntagsbeilage der Stuttgarter Zeitung (ich weiß nicht, ob von
diesem oder vergangenem Sonntag), die jemand zur Pilzexkursion mitgebracht
hatte, ging es unter Anderem um die Verwechslungsgefahr bei Pilzen.
Gegenübergestellt werden sollten der weiße Knollenblätterpilz und der
Dünnfleischige Anischampignon, also zwei Pilze, die in der Tat vom Laien
nicht leicht auseinanderzuhalten sind.
Nebeneinander abgebildet waren zwei Fotos. Das erste zeigte einen typisch
aussehenden Gelben Knollenblätterpilz und trug die Bildunterschrift
"Grüner Knollenblätterpilz". Das zweite zeigte Braune
Waldchampignons mit den typisch braunschuppigen Hüten, die nun wirklich
völlig anders als die propagierten Verwechslungspartner aussahen. Ein von
mir erstelltes, im Vorfeld der Reportageerstellung an die Redaktion
gepostetes Bild des Weißen Knollenblätterpilzes, zwecks deutlicher
Darstellung der Stielnatterung nur schwach belichtet, ging an mich zurück
mit dem Hinweis: "zu schwach belichtet, zu dunkel, können wir nicht
brauchen".
Garniert war das Machwerk mit dem Namen und dem Foto eines bedauernswerten
Pilzsachverständigen, der sich leider als Recherchepartner zur Verfügung
gestellt hatte und nun für diese schlimmen Redaktionsfehler sozusagen
"in Haftung genommen wurde".
Ich ziehe für mich die Lehre daraus, dass Artikel, in denen ich namentlich
erwähnt werden soll, mir künftig zur Autorisierung und Genehmigung
vorgelegt werden müssen. Schade, dass es so weit gekommen ist.

Eintrag gesperrt
46 Aufrufe

gesamter Thread: