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Psathyrella olympiana ? *PIC*

Jürgen Endres, (vor 5131 Tagen)

Hallo!

Dieses Pärchen habe ich gestern im Mischwald an einem Abhang zu einem Bach an einem Holzstück gefunden.
Nachdem ich jetzt schon eine ganze Weile über der Bestimmung brüte, dachte ich mir, ich frage einfach mal nach.
Die Sporen die ich gemessen habe waren 8,5-9,5 x 4,7-5,4µm groß.
Die Bilder zeigen Cheilozystiden.

Freundliche Grüße
Jürgen

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Re: Psathyrella olympiana ?

Jürgen Endres, (vor 5130 Tagen) @ Jürgen Endres

Hallo!

Ich ziehe die Frage vorerst zurück.

Auf P.olympiana bin ich einfach gekommen indem ich in PdS geblättert habe. Da ist der der einzige Pilz mit Kristallen an den Zystiden, der makroskopisch auch halbwegs hinkommt.

Nun habe ich den Psathyrella-Schlüssel von Andreas Melzer auf VielePilze.de gefunden und sehe, daß es so einfach wohl nicht ist. Für eine Bestimmung müsste ich die Pilze nochmal genau untersuchen.

Gegen P.olympiana spricht im Moment jedenfalls schon daß die Kristalle nicht nur am Schopf sind, daß mir nicht aufgefallen ist, daß es viele Pleurozystiden gibt und daß der Keimporus doch eher groß und deutlich ist.

Also heute abend nochmal von vorne mit Gefühl.

Bis dann
Jürgen

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Re: Psathyrella olympiana ?

pilzmel ⌂, (vor 5130 Tagen) @ Jürgen Endres

Hallo Jürgen,
schön, dass gelegentlich jemand meinen provisorischen Schlüssel testet! Den bekomme ich wahrscheinlich nie "rund", dafür gibt es in der Gattung zu viel Variabilität. Erfreulich ist dann jedes feedback.
Dein Fund passt m. M. nach makroskopisch prima zu olympiana. Auf deine neuen Mikros bin schon gespannt, vor allem auf die Pleurozystiden (deutlich dickwandig?). Die Krümel an den Seiten der Cheilos könnten von der Spitze abgewandert sein; sehr empindlich auf Druck. Die Sporen erscheinen etwas zu dunkel, der Keimporus müsste wirklich sehr klein sein.
Beste Grüße!
Andreas

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Psathyrella spec *PIC*

Jürgen Endres, (vor 5129 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas!

Ich habe mich jetzt nochmal ein wenig um die Pilze gekümmert.

Die Sporen als Abwurfpräperat in Wasser gemessen: 9-10 x 5-5,5 µm. Wie hell oder dunkel die Sporen auf einem Bild rüberkommen hängt wohl auch stark von der Belichtungszeit ab. Auf der Lamelle liegend, also mit dunklerem Hintergrund sehen sie deutlich heller aus.

In KOH kann man an jeder Spore deutlich einen Keimporus erkennen, den ich jetzt nicht als klein einschätzen würde.

Wenn es darum geht die Stärke von Zellwänden einzuschätzen bricht bei mir regelmässig Verzweiflung aus. Je nachdem wo man den Fokus des Mikroskopes hinsetzt schaut das anders aus.
Deswegen habe ich drei Zystiden mehrfach in verschiedenen Ebenen abgelichtet. So kannst Du es selber einschätzen.
Ich denke daß die Cheilozystiden allenfalls undeutlich leicht dickwandig sind. Die Pleurozystiden sollten dünnwandig sein, keinesfalls deutlich dickwandig.

Damit habe ich mich so durch Deinen Schlüssel gearbeitet:

1 Hut ohne Haare ---> 2
2 Pleurozystiden vorhanden ---> 3
3 Zystiden auffallend mit Kristallen besetzt ---> Teilschlüssel B

Teilschlüssel B
1 Pileozystiden fehlend ---> 2
2 Sporen stets mit deutlich sichtbarem Keimporus ---> 6
6 Zystidenwände undeutlich verdickt ---> 7
7 Zystiden mit starkem Kristallbesatz ---> P.pygmaea

P.pygmaea hat viel kleinere Sporen, ich komme also leider nicht zu einer Bestimmung.
Falls Du Dich in der Winterpause gerne einmal selbst daran versuchen möchtest, kann ich Dir gerne einen getrockneten Fruchtkörper zusenden.

Deinen Schlüssel finde ich Klasse! Die ganze Aufmachung macht Lust sich damit zu beschäftigen. Ich hoffe ich finde dieses Jahr noch die Zeit und die Pilze um den einen oder anderen Durchlauf damit zu machen.

Freundliche Grüsse
Jürgen

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Re: Psathyrella spec

pilzmel ⌂, (vor 5128 Tagen) @ Jürgen Endres

Hallo Jürgen,
bin spät dran, war aushäusig.
So eine richtig durchgreifende Idee habe ich nicht. Die Zystiden haben zumindest leicht verdickte Wände. Bei den Kristallen bin ich mir nicht sicher, ob das überhaupt welche sind. Könnten auch amorphe Anlagerungen sein.
Die Zystiden passen herrlich zu obtusata - da gibt es übrigens auch manchmal Anlagerungen. Allerdings hauen dann die Sporen nicht hin, die sollten eine ausgefallene Form haben, wenigstens so weit sie Ludwig beschreibt und auch ich sie an spanischem Material gesehen habe, und auch sehr hell. In der übrigen Lit. sind die schlicht ellipsoid, beim Typus von galeroides (jetzt zu obtusata) gibt es auch einen kleinen KP. Verwickelt.
Passen würde auch grob fibrillosa, aber dann müsstest du unendlich viele Pleuros gesehen haben.
Alles solch endlos variable Merkmale, die ich nach und nach in den Schlüssel einzubauen versuche. Vorher vergeht dir vielleicht die Lust noch...
Wenn es dir nix ausmacht, wäre ich an etwas Material sehr interessiert.
Beste Grüße!
Andreas

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Re: Psathyrella spec

Jürgen Endres, (vor 5128 Tagen) @ pilzmel

Hallo Andreas!

Wenn das keine Kristalle sondern Tröpfchen wären, dann käme mikroskopisch P.lutensis auch schön hin. Der Standort würde auch passen: Wenige Meter von einem Bach entfernt, feucht.
Leider habe ich keinen Ammoniak zur Hand.
Aber makroskopisch passt lutensis eher nicht. Der soll ja einen roten Stiel haben.

Aber ich hör jetzt auf mit dem Herumrätseln und schicke Dir ein getrocknetes Exemplar. Bitte fühle Dich damit nicht zu irgendwas verpflichtet. Kümmer Dich darum, wenn Du irgendwann einmal Zeit und Lust findest. Es eilt ja nicht mehr, es ist schon trocken.

Mit freundlichem Gruß
Jürgen

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Re: Psathyrella spec

pilzmel ⌂, (vor 5127 Tagen) @ Jürgen Endres

Hallo Jürgen,
super! Sieht tatsächlich nach einer interessanten Sache aus!
Beste Grüße!
Andreas