Re: Fundbesprechung zur Herbstmitte
Hallo Ingo,
Nach Ansicht einiger Mykologen sollten Dachpilze unbedingt mikroskopisch
abgesichert werden.
Welche anderen Möglichkeiten existieren im Fall dieses auffälligen Pluteus
eigentlich?
Keine Gattung ohne Ausnahme - das sollte doch wohl umbrosus sein (hat auch noch punktiert schwarze L-Schneiden).
Beim nächsten Fund geht es um einen Schwärztäubling. Ich hatte die Art hier
bereits vor zwei Jahren
gezeigt, das Ganze aber nicht vollständig beschrieben. Der Täubling lief, wie
gut zu erkennen, rosarot an
und verblieb eine längere Zeit in diesem Zustand. Erst wenn die Rottöne
verschwanden, blieb ein
grauer Farbton im Schnitt über. Ganz schwarz wurde die Art nicht. Die
Hutfarben blieben auch eher hell.
Die Lamellen sind, frisch probiert, leicht schärflich. Das Fleisch riecht
pilzig - aromatisch und ist fast mild.
Da der Standort definitiv nicht kalkhaltig ist, eher sauer - basisch, sollte
es sich wohl um Russula densifolia handeln.
Alternativ käme wohl nur R. acrifolia in Betracht. Was meint ihr dazu?
Das ist densifolia. Passt optisch (hell nach außen), ist mild und passt vom Standort (neutral / oberflächensauer).
Acrifolia ist unifarbener, hat eine +- speckig-glänzende HH, ist größer (und eher auf basischen Böden)
und schärfer (wobei densifolia zwar meist mild ist, manchmal aber auch etwas schärfer).
Das folgende Bild zeigt einen Lacktrichterling. Ziemlich hoch gewachsen mit
bis zu 20 cm Höhe
und Hdm von bis zu 6 cm. Irgendwo hier im Forum hatte ich neulich was über
Laccaria proxima
Bei dem Laccaria laccata-Komplex ist auch Mikroskopie angesagt.
Gibt es vielleicht in diesem Jahr meteorologische Indizien für einen
Mildwinter?
Ich bin sehr dafür :)
Beste Grüße
Robin