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Unklare Funde der letzten Jahre *PIC*

Emil, (vor 4996 Tagen)

Liebe Pilzfreunde,
ich erlaube mir noch einmal, ein paar unbestimmte Pilze der letzten Jahre einzustellen und euch um Rat zu bitten.

1) Agaricus spec
Aufgenommen 2007 in Brandenburg. Parkanlage, in der Nähe irgendwelche Laubbäume. Hut bis zu 25 cm, auffallend lang geschuppt. Geruch schwach, angenehm. Fleisch schwach rötend.
Was gibt es für braunschuppige Champignons mit diesen Merkmalen? Ich denke, es könnte zum Beispiel A. haemorrhoidarius sein. Oder?
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2) Keine Ahnung
Aufgenommen 2006 in Brandenburg. Grau und hart. Was kann das sein?
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3) Hygrophorus cf camaropyllus
Aufgenommen im späten Dezember 2012 in Thüringen. Bei Lärchen (daneben stand auch der Lärchenschneckling). Hut graubraun, schmierig, 5 cm. Lamellen hell. Stiel faserig, ockerweißlich, eigentlich nicht schleimig. Ohne besonderen Geruch.
Mit Großpilze Baden-Württembergs komme ich zu H. camarophyllus, bin aber damit nicht so ganz zufrieden. Was könnte es noch sein?
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4) Baeospora myosura?
Auf Fichtenzapfen. Wie kann man den von den Strobilurus-Arten unterscheiden?
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5) Mycena spec
Aufgenommen 2012 in der Schorfheide (Brandenburg).
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6) ?
Aufgenommen 2007. In einem Gebüsch grinste mich dieser Pilz hier an. Scheinbar auf dem Boden. Wahrscheinlich auf vergrabenem Holz. Hart. Was kann das sein?
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Vielleicht könnt ihr ja zu dem einen oder anderen einen Tipp geben?
Viele Grüße,
Emil.

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Re: Unklare Funde der letzten Jahre

Svampskogen, (vor 4996 Tagen) @ Emil

Hallo Emil

Ich versuche mal mein Glück.

2) Phellinus igniarius

3) Vielleicht einfach ein Butter-Rübling

4) Denke du hast recht

6) Ein Flacher Lackporling?

Beste Grüsse Svampskogen

Liebe Pilzfreunde,
ich erlaube mir noch einmal, ein paar unbestimmte Pilze der letzten Jahre
einzustellen und euch um Rat zu bitten.
1) Agaricus spec
Aufgenommen 2007 in Brandenburg. Parkanlage, in der Nähe irgendwelche
Laubbäume. Hut bis zu 25 cm, auffallend lang geschuppt. Geruch schwach,
angenehm. Fleisch schwach rötend.
Was gibt es für braunschuppige Champignons mit diesen Merkmalen? Ich denke,
es könnte zum Beispiel A. haemorrhoidarius sein. Oder?

2) Keine Ahnung
Aufgenommen 2006 in Brandenburg. Grau und hart. Was kann das sein?


3) Hygrophorus cf camaropyllus
Aufgenommen im späten Dezember 2012 in Thüringen. Bei Lärchen (daneben stand
auch der Lärchenschneckling). Hut graubraun, schmierig, 5 cm. Lamellen
hell. Stiel faserig, ockerweißlich, eigentlich nicht schleimig. Ohne
besonderen Geruch.
Mit Großpilze Baden-Württembergs komme ich zu H. camarophyllus, bin aber
damit nicht so ganz zufrieden. Was könnte es noch sein?

4) Baeospora myosura?
Auf Fichtenzapfen. Wie kann man den von den Strobilurus-Arten unterscheiden?

5) Mycena spec
Aufgenommen 2012 in der Schorfheide (Brandenburg).

6) ?
Aufgenommen 2007. In einem Gebüsch grinste mich dieser Pilz hier an.
Scheinbar auf dem Boden. Wahrscheinlich auf vergrabenem Holz. Hart. Was
kann das sein?

Vielleicht könnt ihr ja zu dem einen oder anderen einen Tipp geben?
Viele Grüße,
Emil.

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Re: Unklare Funde der letzten Jahre

Emil, (vor 4996 Tagen) @ Svampskogen

Hallo Swampskogen,
danke für die schnelle Antwort!

2) Phellinus igniarius

Passt ziemlich gut, finde ich. Ist Grauer und Gemeiner Feuerschwamm das Gleiche?

3) Vielleicht einfach ein Butter-Rübling

Interessante Idee! Es war auch ziemlich feucht, daher vielleicht das Schmierige. Wenn ich´s mir jetzt noch mal angucke bin ich immer mehr vom Butterrübling überzeugt.

4) Denke du hast recht

Woran hast du das jetzt festgemacht?

6) Ein Flacher Lackporling?

Könnte sein. Vielleicht auch Zunderschwamm oder so? Auf jeden Fall eine ungewöhnliche Form für einen wahrscheinlich gewöhnlichen Pilz.
Viele Grüße,
Emil.

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Re: Unklare Funde der letzten Jahre

Pilzmann, (vor 4993 Tagen) @ Emil

Hallo Emil,

Phellinus igniarius ist hier m. E. zutreffend und heißt sowohl Grauer als auch Gemeiner Feuerschwamm sowie zudem Falscher Zunderschwamm. Charakteristisch erscheinen hier die Farben der Hutoberflächen der alten Fkp. sowie ihre deutlichen Risse in der Huthaut.

Und Nr. 6 ist ziemlich sicher Ganoderma applanatum - Flacher Lackporling. Beim großen sind es die changierenden graubraunen Töne der Hutfarbe, bei den kleinen mit Hut und Stiel die weiße Zuwachskante, die mich zu dieser Erkenntnis bringen.

Zur Entscheidung ob H. camarophyllus oder Butter-Rübling wäre es hilfreich, sich an das Gefühl beim Zusammendrücken des Stieles zu erinnern. Das Fleisch des Wachsblättlers ist härter als das des ohnehin meist hohlen Butter-Rüblings-Stiels.

Mit liebem Gruß, Peter!

Hallo Swampskogen,
danke für die schnelle Antwort!
Passt ziemlich gut, finde ich. Ist Grauer und Gemeiner Feuerschwamm das
Gleiche?
Interessante Idee! Es war auch ziemlich feucht, daher vielleicht das
Schmierige. Wenn ich´s mir jetzt noch mal angucke bin ich immer mehr vom
Butterrübling überzeugt.
Woran hast du das jetzt festgemacht?
Könnte sein. Vielleicht auch Zunderschwamm oder so? Auf jeden Fall eine
ungewöhnliche Form für einen wahrscheinlich gewöhnlichen Pilz.
Viele Grüße,
Emil.

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Re: Unklare Funde der letzten Jahre

Emil, (vor 4993 Tagen) @ Pilzmann

Hallo Peter, Jesko, Stephan, Swampskogen und alle anderen,
Danke für die vielen praktischen Informationen und Tipps!
Ich fasse noch einmal zusammen, was die einzelnen Pilze wahrscheinlich sind.

1) Agaricus cf subperonatus

Sehr große Fruchtkörper, schwach rötendes Fleisch, schwacher, angenehmer
Geruch, das deutet für mich zumindest in die Richtung.

Schreibe ich nichts weiter dazu, es gibt ziemlich viele braunschuppige Champignons, wobei subperonatus auch in allen Punkten ziemlich gut passt.

2) Phellinus igniarius

...heißt sowohl Grauer als auch Gemeiner Feuerschwamm sowie zudem Falscher
Zunderschwamm.
Charakteristisch erscheinen hier die Farben der Hutoberflächen der alten
Fkp. sowie ihre deutlichen Risse in der Huthaut.

Beim nächsten Mal werde ich ihn wahrscheinlich erkennen. Danke!

3) Collybia butyracea

Zur Entscheidung ob H. camarophyllus oder Butter-Rübling wäre es hilfreich,
sich an das Gefühl beim Zusammendrücken des Stieles zu erinnern. Das
Fleisch des Wachsblättlers ist härter als das des ohnehin meist hohlen
Butter-Rüblings-Stiels.

Ich erinnere mich deutlich (auf dem Foto auch ein bisschen zu erkennen) an den hohl-faserigen, matschigen Stiel, der das Gewicht kaum mehr tragen konnte (wahrscheinlich lag das auch am Frost). Für mich ist das jetzt eindeutig Butter-Rübling.

4) Baeospora myosura

Makroskopisch haben die (zwei oder drei) Strobilurus-Arten mehr gelb- bis
ockerbraune Farbtöne, Baeospora ist mehr fleischbräunlich-incarant im
Farbton. Unter dem Mikroskop sind die Gattungen nicht zu verwechseln:
Strobilurus hat auffallend große, markant geformte Pleurozystiden, Baeospora
nur kleine, unauffällige. Baeospora hat amyloide Sporen (habe ich selbst
noch nicht getestet), Strobilurus nicht.

Der eher fleischfarbene Ton deutet eher auf den Mäuseschwanz-Rübling hin. In Pareys Buch der Pilze heißt es: "Lamellen auffallend gedrängt, Stiel bereift."

5) Mycena spec

Der Helmling lässt sich ohne Mikros wohl nicht absichern. Ich hätte zuerst an
Mycena metata gedacht.

Ist ja bei vielen Helmlingen so. Gut, jetzt weiß ich es.

6) Ganoderma applanatum

Beim großen sind es die changierenden graubraunen Töne der Hutfarbe, bei
den kleinen mit Hut und Stiel die weiße Zuwachskante, die mich zu dieser
Erkenntnis bringen.

Ok, ihr habt mich überzeugt :-)
Aber lustige Form. Wenn man sich noch eine Nase dazudenkt...

Viele Grüße,
Emil.

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Re: Unklare Funde der letzten Jahre

Emil, (vor 4993 Tagen) @ Emil

3) Collybia butyracea

Ach so, wird ja jetzt Rhodocollybia butyracea genannt.

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Re: Unklare Funde der letzten Jahre

jesko, (vor 4995 Tagen) @ Emil

Hallo Emil,

beim Champignon wäre vielleicht Agaricus subperonatus/vaporarius eine Idee. Sehr große Fruchtkörper, schwach rötendes Fleisch, schwacher, angenehmer Geruch, das deutet für mich zumindest in die Richtung.

Der Helmling lässt sich ohne Mikros wohl nicht absichern - zumindest ich bin dazu nicht in der Lage. Ich hätte zuerst an Mycena metata gedacht.

Ansonsten schließe ich mich dem Schweden an, nein, nicht EMF, sondern Svampskogen ;-)

Viele Grüße,
Jesko

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Re: Unklare Funde der letzten Jahre

Stephan Weißer, (vor 4995 Tagen) @ Emil

4) Baeospora myosura?
Auf Fichtenzapfen. Wie kann man den von den Strobilurus-Arten unterscheiden?

Makroskopisch haben die (zwei oder drei) Strobilurus-Arten mehr gelb- bis ockerbraune Farbtöne, Baeospora ist mehr fleischbräunlich-incarant im Farbton. Unter dem Mikroskop sind die Gattungen nicht zu verwechseln: Strobilurus hat auffallend große, markant geformte Pleurozystiden, Baeospora nur kleine, unauffällige. Baeospora hat amyloide Sporen (habe ich selbst noch nicht getestet), Strobilurus nicht.