Re: Unklare Funde der letzten Jahre
Hallo Peter, Jesko, Stephan, Swampskogen und alle anderen,
Danke für die vielen praktischen Informationen und Tipps!
Ich fasse noch einmal zusammen, was die einzelnen Pilze wahrscheinlich sind.
1) Agaricus cf subperonatus
Sehr große Fruchtkörper, schwach rötendes Fleisch, schwacher, angenehmer
Geruch, das deutet für mich zumindest in die Richtung.
Schreibe ich nichts weiter dazu, es gibt ziemlich viele braunschuppige Champignons, wobei subperonatus auch in allen Punkten ziemlich gut passt.
2) Phellinus igniarius
...heißt sowohl Grauer als auch Gemeiner Feuerschwamm sowie zudem Falscher
Zunderschwamm.
Charakteristisch erscheinen hier die Farben der Hutoberflächen der alten
Fkp. sowie ihre deutlichen Risse in der Huthaut.
Beim nächsten Mal werde ich ihn wahrscheinlich erkennen. Danke!
3) Collybia butyracea
Zur Entscheidung ob H. camarophyllus oder Butter-Rübling wäre es hilfreich,
sich an das Gefühl beim Zusammendrücken des Stieles zu erinnern. Das
Fleisch des Wachsblättlers ist härter als das des ohnehin meist hohlen
Butter-Rüblings-Stiels.
Ich erinnere mich deutlich (auf dem Foto auch ein bisschen zu erkennen) an den hohl-faserigen, matschigen Stiel, der das Gewicht kaum mehr tragen konnte (wahrscheinlich lag das auch am Frost). Für mich ist das jetzt eindeutig Butter-Rübling.
4) Baeospora myosura
Makroskopisch haben die (zwei oder drei) Strobilurus-Arten mehr gelb- bis
ockerbraune Farbtöne, Baeospora ist mehr fleischbräunlich-incarant im
Farbton. Unter dem Mikroskop sind die Gattungen nicht zu verwechseln:
Strobilurus hat auffallend große, markant geformte Pleurozystiden, Baeospora
nur kleine, unauffällige. Baeospora hat amyloide Sporen (habe ich selbst
noch nicht getestet), Strobilurus nicht.
Der eher fleischfarbene Ton deutet eher auf den Mäuseschwanz-Rübling hin. In Pareys Buch der Pilze heißt es: "Lamellen auffallend gedrängt, Stiel bereift."
5) Mycena spec
Der Helmling lässt sich ohne Mikros wohl nicht absichern. Ich hätte zuerst an
Mycena metata gedacht.
Ist ja bei vielen Helmlingen so. Gut, jetzt weiß ich es.
6) Ganoderma applanatum
Beim großen sind es die changierenden graubraunen Töne der Hutfarbe, bei
den kleinen mit Hut und Stiel die weiße Zuwachskante, die mich zu dieser
Erkenntnis bringen.
Ok, ihr habt mich überzeugt 
Aber lustige Form. Wenn man sich noch eine Nase dazudenkt...
Viele Grüße,
Emil.