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Mycena? *PIC*

Mani walter, (vor 4922 Tagen)

Hallo
Der Gelbstielige Nitrathelmling, Mycena renati ist meine Vermutung. Eigentlich stimmt alles das, was ich prüfen kann und wäre um eure Bestätigung dankbar.

Fund von heute;
Braunrosa Hütchen bis 2cm; Stiel bis 5cm x bis 2mm; büschelig auf moderigem Eschenrundholz; ausgebuchtete, weite Lam. durchmischt und am St.. Zähnchen herablaufend; St. hohl; Fleischgeruch chlorig bis Ammoniak; Sp.: 7-7,5-9 My x 4,5-5,2-6 My; Dähncke S374;

Mit den besten Grüssen Mani

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Re: Mycena?

jesko, (vor 4921 Tagen) @ Mani walter

Hallo Mani,

rein makroskopisch fiele mir jetzt auch nichts anderes als der Gelbstielige Nitrathelmling ein. Mikroskopisch kann man freilich viel mehr machen als nur Sporen messen. Helmlingsarten unterscheiden sich glücklicherweise durch eine Vielzahl mikroskopischer Merkmale. Beispielsweise im Lamellenpräparat (am besten gleich in Kongo) kannst Du gleich die Zystidenform, die Sterigmenzahl der Basidien und das Vorhandensein von Schnallen im Hymenium mit beurteilen. Normalerweise gehört auch die Beurteilung der Hut- und Stielhaut dazu. Ggf. ist die Amyloidität der Sporen bzw. die Dextrinoidität bestimmter Hyphen mit Melzer zu prüfen. Bei ganz kleinen, häutigen Arten (z.B. Blatthelmlingen) lässt sich eigentlich schon alles, was wichtig ist, sehen, wenn man einfach einen ganzen Pilz nimmt und vorsichtig anpresst.

Viele Grüße,
Jesko

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Re: Mycena?

Mani walter, (vor 4921 Tagen) @ jesko

Hallo Mani,
rein makroskopisch fiele mir jetzt auch nichts anderes als der Gelbstielige
Nitrathelmling ein. Mikroskopisch kann man freilich viel mehr machen als
nur Sporen messen. Helmlingsarten unterscheiden sich glücklicherweise
durch eine Vielzahl mikroskopischer Merkmale. Beispielsweise im
Lamellenpräparat (am besten gleich in Kongo) kannst Du gleich die
Zystidenform, die Sterigmenzahl der Basidien und das Vorhandensein von
Schnallen im Hymenium mit beurteilen. Normalerweise gehört auch die
Beurteilung der Hut- und Stielhaut dazu. Ggf. ist die Amyloidität der
Sporen bzw. die Dextrinoidität bestimmter Hyphen mit Melzer zu prüfen. Bei
ganz kleinen, häutigen Arten (z.B. Blatthelmlingen) lässt sich eigentlich
schon alles, was wichtig ist, sehen, wenn man einfach einen ganzen Pilz
nimmt und vorsichtig anpresst.

Danke dir vielmals Jesko
OK - ich schreibe mir dies mal hinter die Ohren. Gerade wollte ich ergänzen, dass es letztlich auch eines guten Buches bedarf. Doch ich fand nun in Funga Nordica einen ausführlicheren Beschrieb darüber.
Bei den Sp. konnte ich noch das Verhältnis Q ausmachen: Q = 1,17-1,42-1,73
Die Sporenform ist nach meiner Auffassung - glatt und in Melzer, in dem ich meine Messungen durchführte: Sporenrinde farblos und innen graulich ohne blauanteil - öfters einmal walzenförmig und aussen abgerundet und nicht so schön elliptisch. Müsste die Sp.auch noch in Wasser ansehen.
Man könnte auch die Caulozystiden am Stiel untersuchen, und diese gäben klarere Verhältnisse, mit solchen Wärzchen sehe ich. Doch das machte ich noch nie! Muss mal probieren.
N.b.: Eben fand ich noch eine A. praecox - bös bitterlich!
Mit besten Grüssen Mani

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Caulozystiden

Mani walter, (vor 4921 Tagen) @ jesko

Hoi Jesko
Nun untersuchte ich fein abgezogene Stielfasern mit Kongorot nach den gehöckerten Caulozystiden. Beidseitig von diesen feinen Faserstreifen zeigten sich tatsächlich diese gebeulten Zystiden.
Ob nun die mit M. renati verwechselbaren Arten, z.B. M. rubromarginata, keine Höcker haben? In Funga Nordica steht geschrieben: Stem surface hyphae smooth with sparse diverticulae. Übersetzt: Oberfläche des Stiels glatt mit spärlich ausgestülpten Hyphen.
Die Amyloidität ist bei M. renati sichtbar. Vergleich - Test mit Melzer und Wasser.
Ausserdem ist/wäre M. rubromarginata eher in zerstreuten Gruppen auf meistens koniferen Böden zu finden.
LG Mani

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Re: Caulozystiden

jesko, (vor 4921 Tagen) @ Mani walter

Hallo Mani,

schön, dass Du ein bisschen mehr probierst. Möglicherweise kennst Du nicht die schönen Helmlingsseiten des norwegischen Mycena-Spezialisten Aronsen? Schau doch mal z.B. hier:
http://home.online.no/~araronse/Mycenakey/renati.htm

Hervorragende Fotos, gute Beschreibungen und Bemerkungen zur Abgrenzung, leider keine Mikrozeichnungen - aber man kann halt nicht alles haben.

Du hast relativ kleine Sporen. Vorsichtshalber (ist nur eine Idee) könntest Du mal Mycena inclinata vergleichen, die auch einen gelben Stiel bekommt. Mit dem Stiel kommst Du da allerdings nicht viel weiter. Die Cheilozystiden von inclinata und renati unterscheiden sich stark. Unterschiede gäbe es auch bei den huthauthyphen (renati mit Auswüchsen).

Viele Grüße,
Jesko

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Vergleich

Mani walter, (vor 4920 Tagen) @ jesko

Hoi Jesko
Bei Renati passt das Verhltnis Q recht gut und die Caulocystiden von Renati in FuNo, haben etwa eine Form wie ein Steinbockgehörn, was bei den Meinen nun tatsächlich zutrifft.

Bei M. c(g)alopus bzw. M. inclinata wären es eher spindelige Elemente mit mehrendigem Junggeweih oben dran, gemäss FuNo. Auch deren nitröser (Cl-NH3) Fleischgeruch wäre gemäss Beschreibung nicht vorhanden. Das Rosa im Hut würde ich auch vermissen.

Es ist mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit M. renati.
Vielen Dank Jesko und Gruss Mani