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Niedersächische Ascos Teil 2

Pilzler13, (vor 4914 Tagen)

Hallo in die Runde
hier werde ich nun 2 häufige Gnomonia-Arten anhängen nach denen zurzeit unbedingt geschaut werden sollte...
LG,Eike

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Niedersächische Ascos Teil 2 a: Gnomonia cerestis *PIC*

Pilzler13, (vor 4914 Tagen) @ Pilzler13

So nun die erste der beiden...
Wächst zurzeit massig auf vorjährigen Blattstengeln von Ahörnern....
Gnomonia cerastis die jetzt Apiognomonia hysterix heist...
Zudeutsch: Ahornblatt-Schnabelkugelpilz
LG,Eike

[image]

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Gnomonia cerastis

jesko, (vor 4914 Tagen) @ Pilzler13

Hallo Eike,

danke dafür, dass Du im Forum auch mit ein paar foliicolen Kleinpilzen gegen das omnipräsente Gemörch ankämpfst, interessanter sind die allemal! Vielleicht – und vor allem wenn wir jetzt unbedingt nach diesen Arten suchen sollen – kannst Du uns ja gleich noch einen Hinweis geben, woran man Apiognomonia hystrix (bzw. Gnomonia cerastis) erkennen bzw. von anderen schwarzen Minikullern mit langen Schnäbeln, die so auf Blättern wachsen, unterscheiden kann. Bislang dachte ich, das funktioniert nur mit einem Mikroskop.

Viele Grüße,
Jesko

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Re: Gnomonia cerastis

Pilzler13, (vor 4914 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko
die meisten Arten aus dem Gnomonia-Terrain haben bestimmte Substrate ...
zb.wächst Gnomonia rhoicola die ich gleich vorstellen werde nur auf Rhus typhina
LG,Eike
Ps:Was genaueres kann ich leider noch nicht sagen da ich selbst erst seit Ende Dezember gezielt nach dem kleinen schwarzen Suche...
LG,Eike

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Re: Gnomonia cerastis

jesko, (vor 4914 Tagen) @ Pilzler13

Hallo Eike,

selbstverständlich sind viele foliicole Ascomyceten substratspezifisch, sie sind ja oft gewissermaßen auch einfach die theleomorphe Manifestation eines (anamorphen) Phytoparasiten bzw. einer sog. „Pflanzenkrankheit“ (Blattfleckenkrankheit) und lassen sich im Übrigen auch oft in diesem Stadium nachweisen/bestimmen. Und wie bei der Phytoparasitenbestimmung die Kenntnis des Wirtes das A & O ist, so hat man auch bei der Bestimmung foliicoler Ascomyceten ohne Kenntnis des Substrats oft eher schlechte Karten.

Nur allein mit dem Substrat funktioniert es eben auch nicht unbedingt. Während sich beispielsweise Funde an Blättern von Juglans regia, Prunus padus oder – wie Du schreibst – Rhus wohl auch „mit Handlupe“ mit hoher Sicherheit ansprechen lassen dürften, da auf diesen Substraten jeweils nur eine Art bekannt ist, muss man bei anderen Substraten teils weitere morphologische Merkmale, z. B. die Sporen, beurteilen, denn beispielsweise auf Betula, Carpinus, Corylus oder eben auch Acer kommen mehrere Arten vor, bei denen zumindest ich keine guten Unterscheidungsmerkmale für die Hand- oder Stereolupe parat habe. Ein Blick in ein gängiges Handbuch wie etwa Ellis & Ellis zeigt allein für Acer pseudoplatanus drei Arten, und zwar neben der relativbekannten Gnomonia cerastis (Apiognomonia hystrix) auch „Plagiostoma“ inclinatum mit Anhängseln an den Sporenenden und Gnomonia setacea (Ophiognomonia setacea) mit kleineren Sporen, die ebenfalls Anhängsel haben...

Ich will nur darauf hinaus, dass ein Ahornblattstiel mit den typischen langen Ostiolenhälsen („Schnäbeln“) nicht automatisch ein Nachweis für Apiognomonia hystrix ist, hier muss man wohl, soweit ich weiß, mikroskopieren. Es ist toll, dass es Dir die schwarzen Punkte angetan haben, aber auf diesem Gebiet muss man damit leben, dass vieles selbst mit dem Mikroskop nicht eindeutig bestimmbar ist, z.B. dann, wenn man HFF und NFF zur Bestimmung braucht.

Aber weiterhin viel Spaß mit den schwarzen Punkten, viele Grüße, Jesko

PS: Diesen Open-Access-Artikel würde ich noch empfehlen:
http://www.studiesinmycology.org/content/62/1/1.full
aber Achtung, auch hier ist der Schlüssel sicherlich nicht „exhaustive“.

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Re: Niedersächische Ascos Teil 2 a: Gnomonia ceres *PIC*

Nobi, (vor 4914 Tagen) @ Pilzler13

Hallo Eike,

erstmal gebe ich Jesko recht, zur Artbestimmung braucht es bei den Winzlingen unbedingt auch Mikrodaten.

Aber mein Kompliment für die inzwischen schon schönen Fotos mit der neuen Stereolupe!
Das machst Du richtig gut!
Mit einem einfachen Programm kannst Du ganz schnell die runden Ränder wegschneiden, alles noch ein wenig schärfen
- das könnte dann so aussehen:

[image]

LG Nobi

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Re: Niedersächische Ascos Teil 2 a: Gnomonia ceres

Pilzler13, (vor 4913 Tagen) @ Nobi

Hallo Jesko
ja im allgemeinen hast du ja recht...
Björn hat den aber bestimmt und der hat Erfahrung mit diesem Kleinkram..

Wie oft hast du eigentlich Gnomonia rhoicola gefunden???

@nobi:Ich weiß dass das eigentlich schnell mit den bearbeiten geht und werde es wohl auch machen aber immoment fehlt die Zeit.. Ich kann nur kurz Beiträge schreiben und dann muss ich an die Schulsachen wo es immoment heftig druck gibt
LG,Eike

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Re: Niedersächische Ascos Teil 2 a: Gnomonia ceres

Stephan Weißer, (vor 4913 Tagen) @ Pilzler13

Hallo Jesko
ja im allgemeinen hast du ja recht...
Björn hat den aber bestimmt und der hat Erfahrung mit diesem Kleinkram..

Es wäre toll, wenn dir Björn nicht nur sagt, um welchen Pilz es sich handelt, sondern dir auch genau erklärt, wie man den korrekt bestimmt (d. h. die Vorgehensweise). So lernst du noch viel mehr.

immoment fehlt die Zeit.. Ich kann nur kurz
Beiträge schreiben

Wenn du wenig Zeit hast, solltest du sie in das Erlernen von Bestimmungstechniken statt in das Schreiben von Beiträgen investieren.

Im übrigen finde ich es außergewöhnlich, dass ein Jugendlicher schon so viel über Pilze weiß, daher ein großes Kompliment an dich. Vielleicht laufen wir uns mal bei irgendeinem Seminar über den Weg, würde mich auf jeden Fall freuen.

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Re: Niedersächische Ascos Teil 2 a: Gnomonia ceres

Pilzler13, (vor 4913 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan
danke erstmal für das KOmpliment =)
Heute bestelle ich ein Mikro .....
Ist sozusagen ein Geburstagsnachgeschenk von meiner Oma
LG,Eike

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Re: Niedersächische Ascos Teil 2 a: Gnomonia ceres

jesko, (vor 4912 Tagen) @ Pilzler13

Hallo Eike,

an Blättern von Rhus habe ich nie gesucht, mir fallen auch in meinen Sammelgebieten keine nennenswerten Essigbaumbestände ein, die nicht hinter einem Zaun lägen oder mit Laubpustern und Laubharkern „gepflegt“ werden, um dort überwinterte Blätter absuchen zu können. Bei einigen Arten ist bei mir trotz reichlichen und Substratangebots und gezielter Nachsuche noch Fehlanzeige, z.B. Apiognomonia veneta an Platanus, ein paar andere Substrate haben zumindest in meinem Sammelgebiet mehrfach recht schnellen Erfolg gebracht, z.B. Juglans regia (Ophiognomonia leptostyla, praktisch immer gefunden), Tilia (Ophiognomonia melanostyla, ganz gut zu finden), Corylus avellana (Gnomonia gnomon ist gut verbreitet, andere Arten, die an diesem Substrat vorkommen, habe ich noch nicht gesehen), Alnus glutinosa (Ophiognomonia ischnostyla), Quercus petraea (Ophiognomonia setacea, ziemlich häufig an diesem Substrat, an Q. robur an denselben Stellen nicht gefunden) und freilich Acer specc. (neben der sehr häufigen Apiognomonia hystrix hatte ich mehrfach das, was mikroskopisch zumindest wie Ophiognomonia setacea aussieht, ob sie es dann auch ist, sei mal dahingestellt).
Ich wollte mir eigentlich immer mal einen synoptischen Schlüssel für Gnomonia ss. l. machen, also eine Tabelle mit den Arten, den Substraten und den wesentlichen Bestimmungsmerkmalen. Da hätte man auch gleich einen Überblick, wonach man gezielt schauen kann, denn diese Pilze sieht man schließlich nicht en passant. Aber bislang hat mir leider die Zeit gefehlt.

Viele Grüße,
Jesko