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Etwas rosa, etwas orange ... und völlig unerwartet *PIC*

jesko, (vor 4876 Tagen)

Wenn man zu einem verlängerten Wochenende ins nordöstlichste Sachsen aufbricht, das ja im Wesentlichen die südlichen Ausläufer der nordostdeutschen Sandkiste bildet, dann rechnet man wohl kaum damit, einem sozusagen „echten“ Korallenpilz, also einer ektomykorrhizabildenden Ramaria zu begegnen. Und doch ist genau das eingetreten, nicht einmal beim Pilzesuchen, sondern beim Gang vom Badesee auf die Zeltplatztoilette...
Freilich fragte ich mich schon, welchen Pilzen der mit Roteichen gesäumte Wegrand in einem Wald mit Kiefer, Birke und Buche wohl zusagen würde. Ein Narzissengelber Wulstling stellte sich ein – ja, das passt. Pfifferlinge könnte es doch hier geben. Und da leuchtete es auch schon orange hinter der Roteiche hervor.
Nix Pfifferlinge, eine fette Ramaria mit frisch satt pink gefärbten Ästen! Mit meinen Korallenbestimmungskünsten ist es nun leider nicht weit her. Schmale Sporen, keine Schnallen, da bleiben wohl nur subbotrytis und fagetorum. Letztere soll in Buchenwäldern auf Kalk vorkommen. Buchen waren zwar am Standort, aber von einem Kalkbuchenwald hatte das Ganze wirklich wenig. Die Kristalle, die diese Art an den Rhizomorphen haben soll, habe zumindest ich nicht gefunden. Also Ramaria subbotrytis. Wer kennt die Art gut und weiß etwas über ihre Standortansprüche?

Viele Grüße,
Jesko

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Re: Etwas rosa, etwas orange ... und v�llig uner

Rudi, (vor 4876 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,

Gut kennen ist etwas viel verlangt, aber zumindest gefunden hab ich sie mal- und mich dann bei der Bestimmung auf Josef Christan verlassen.
Meine Bilder zeigen eine gewisse Ähnlichkeit.
Frag doch auch mal Josef!

http://www.pilzseite.de/Pilzgalerie/Ramaria/subbotrytis/FrameSet.htm

LG Rudi

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Re: Etwas rosa, etwas orange ... und v�llig uner

AK_CCM, (vor 4876 Tagen) @ Rudi

Hallo Jesko,

Gut kennen ist etwas viel verlangt

das trifft auf mich noch stärker zu. Als unbedarfter Laie in dieser Pilzgruppe würde ich vom optischen Eindruck her auch Ramaria formosa ins Visier nehmen. Kann damit aber auch voll daneben liegen.

Frag doch auch mal Josef!

Rudis Tipp ist sicher der beste, denn Josef hilft erfahrungsgemäß gerne weiter, Arten aus seiner Lieblingsgattung zu bestimmen. Es macht vermutlich erst Sinn, einen Bestimmungsversuch zu wagen, wenn die Koralle Sporen entwickelt hat. Aber vielleicht kann Josef die infrage kommenden Arten durch seine Erfahrung auf ein paar wenige eingrenzen.
Wichtig ist auf jeden Fall, wenn ich mich recht entsinne, beim Aufsammeln der Frk. genügend Material von den Rhizomorphen an der Stielbasis aufzusammeln, da sich hier bestimmungsrelevante Merkmale verbergen können.

Viel Erfolg beim Bestimmen und halte uns bitte auf dem Laufenden.

Gruß, Andreas

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Re: Etwas rosa, etwas orange ... und v�llig uner

jesko, (vor 4875 Tagen) @ AK_CCM

Hallo Andreas,

formosa scheidet aus wegen der fehlenden Schnallen, für die schnallenlose neoformosa sind die Sporen (reichlich gefunden) deutlich zu schmal. Rhizomorphen habe ich mir in der Tat angeschaut und keine Kristalle gefunden, wie sie für fagetorum angegeben sind. Allerdings geht meine Erfahrung beim Rhizomorphen-Mikroskopieren gegen Null, und es ist ja immer leichter, etwas, was da ist, zu finden, als sich sicher zu sein, dass etwas nicht da ist. Josef meint vom Bild und den Angaben her auch, dass es sich um subbotrytis handelt. Ich werde ihm wohl etwas zur Nachuntersuchung schicken.

Viele Grüße, Jesko

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Re: Etwas rosa, etwas orange ... und v�llig uner

jesko, (vor 4875 Tagen) @ Rudi

Hallo Rudi,

dass Du die Art auch schon in Deiner Sammlung hast, hatte ich natürlich schon herausgefunden und mich wieder einmal gefragt, wie kurz Deine persönliche Desiderata-Liste der noch nicht gesehenen Arten wohl sein muss ;-)
Bliebe die Frage nach dem Habitat/den Bodenverhältnissen. Mich hatte ja vor allem "irritiert", dass die Art bei mir auf sandigem Boden wuchs, was nach meinem bisherigen Verständnis so gar kein Ramaria-Habitat war.

Josef hat sich übrigens auf den Beitrag hin selbst bei mir gemeldet und geht auch davon aus, dass es sich um Ramaria subbotrytis handelt.

Viele Grüße,
Jesko

Hallo Jesko,
Gut kennen ist etwas viel verlangt, aber zumindest gefunden hab ich sie mal-
und mich dann bei der Bestimmung auf Josef Christan verlassen.
Meine Bilder zeigen eine gewisse Ähnlichkeit.
Frag doch auch mal Josef!
http://www.pilzseite.de/Pilzgalerie/Ramaria/subbotrytis/FrameSet.htm
LG Rudi

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Re: Etwas rosa, etwas orange ... und völlig unerwa

gunter, (vor 4876 Tagen) @ jesko

hallo Jesko,
scheint mir auch r. sübbotrytis zu sein mein erster Fund
http://www.fungiworld.com/datenbank/GrossBild.php4?Pilz=1160&bildnum=4&Autor=Gunter%20Golla&name=Ramaria%20subbotrytis%20f.%20subbotrytis stammte aus der Schorfheide, der zweite ohne Foto von einem Friedhof bei Potsdam, beide Funde unter Buche.
gruß gunter

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Re: Etwas rosa, etwas orange ... und völlig unerwa

jesko, (vor 4875 Tagen) @ gunter

Hallo Gunter,

danke für die Infos. Sie beruhigen mich insofern, als dass +/- sandiger Boden ein durchaus normales Habitat für Ramaria subbotrytis sein kann (sofern ich mit meinen Mutmaßungen über die Bodenverhältnisse der von Dir angegebenen Fundorte richtig liege). Da ist die Welt für mich doch wieder in Ordnung!

Viele Grüße,
Jesko

PS: Da Du in und um Potsdam sammelst, hätte ich vielleicht noch eine Bitte an Dich. Wir brauchten da nämlich etwas aus dem Königswald.

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Re: Etwas rosa, etwas orange ...

Stephan Weißer, (vor 4876 Tagen) @ jesko

Hallo Jesko,
hier habe ich zwei Zitate aus Christans Ramaria-Werk für dich:
S. 194: "Typisch für R. fagetorum ss. Schild sind die gelbe Grundfarbe mit rosa- bis lachsrosafarbenen Ästen, das rosa oder teilweise rosa Fleisch sowie kleine, schlanke Sporen und das fehlen (sic!) von Schnallen. Sie wird vor allem mit R. subbotrytis verwechselt, die aber jung korallrote Astfarben hat, welche im Alter zu kühlem Geraniumrosa... ausblassen."
S. 236: "R. subbotrytis ist gut an ihren korallenroten bis kühl rosafarbenen Tönen zu erkennen."

Die Farbe der Astspitzen wird im Christan für R. fagetorum mit "gelb" (ein reines Gelb, das nur Y-Sättigung hat) angegeben. Bei R. subbotrytis heißt es dazu: "Astfarben junger Fruchtkörper korallenrot mit oder ohne blasser gelbliche Astenden... die Astenden eine Zeitlang den Gelbton beibehaltend, später den Ästen gleichfarben", und es wird als Farbsättigung eine Mischung aus Y- und M-Komponenten angegeben.

Freundliche Grüße
Stephan Weißer

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Ergänzung

Stephan Weißer, (vor 4876 Tagen) @ Stephan Weißer

Bei R. fagetorum sollen lt. Christan ausgesprochen zylindrische Sporen vorkommen. Dies wird für R. subbotrytis nicht gesagt, die Sporen sind deutlich bauchig gezeichnet, auf der Gegenseite des Apikulus rundlich zugespitzt.

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Re: Etwas rosa, etwas orange ...

jesko, (vor 4875 Tagen) @ Stephan Weißer

Hallo Stephan,

vielen Dank für die Infos aus der Literatur. Sie sind mir sehr nützlich, da ich aus diesem Buch irgendwie nur den Schlüssel habe. Schließlich komme ich auch in meinen nordwestsächsischen Sammelgebieten kaum in die Verlegenheit, eine Ramaria bestimmen zu müssen.
Auch bezüglich des farblichen Aspekts würde wohl R. subbotrytis deutlich besser passen. Die Äste sind jung knallig pink (was besonders meine kleine Tochter mit ihrem Mainstream-Geschmack begeistert hat), korallenrot wäre auch ein passender Ausdruck. Auf dem Foto sieht man das nicht so gut, besser ist es an umgedrehten jungen Fruchtkörpern zu sehen. Zu den Astspitzen hin bzw. älter sind sie mehr ockergelb bis ockerorange verfärbt, einen reinen Gelbton gibt es nicht. Das Fleisch im Strunk ist weiß, nur gegen die Äste hin ist es hier und da etwas rosa überfärbt.
Schnallenverhältnisse und Sporen passen wie gesagt.

Viele Grüße,
Jesko

Hallo Jesko,
hier habe ich zwei Zitate aus Christans Ramaria-Werk für dich: S. 194:
"Typisch für R. fagetorum ss. Schild sind die gelbe Grundfarbe mit
rosa- bis lachsrosafarbenen Ästen, das rosa oder teilweise rosa Fleisch
sowie kleine, schlanke Sporen und das fehlen (sic!) von Schnallen. Sie
wird vor allem mit R. subbotrytis verwechselt, die aber jung korallrote
Astfarben hat, welche im Alter zu kühlem Geraniumrosa... ausblassen."
S. 236: "R. subbotrytis ist gut an ihren korallenroten bis kühl
rosafarbenen Tönen zu erkennen."
Die Farbe der Astspitzen wird im Christan für R. fagetorum mit
"gelb" (ein reines Gelb, das nur Y-Sättigung hat) angegeben. Bei
R. subbotrytis heißt es dazu: "Astfarben junger Fruchtkörper
korallenrot mit oder ohne blasser gelbliche Astenden... die Astenden eine
Zeitlang den Gelbton beibehaltend, später den Ästen gleichfarben",
und es wird als Farbsättigung eine Mischung aus Y- und M-Komponenten
angegeben.
Freundliche Grüße
Stephan Weißer