Cortinarius stillatitius
2011 hatte ich auch eine Kollektion mitgenommen, bei der ich erwartungsgemäß
nichts anderes als Cortinarius stillatitius herausgefunden habe. Die
nordeuropäischen Arten, auf die Du Dich beziehst (wohl fennoscandicus und
septentrionalis), gehören 1) in die andere Gruppe (d.h. haben keinen
Honiggeruch und keine sphaeropedunculaten Cheilocystiden, dafür aber
Schnallen) und sollen 2) nur bei Laub-"Bäumen" vorkommen
(Betula, ibs. nana, Zwergweiden). Der typische schnallenlose und
ballonzystidentragende Schleimfuß des Fichtenwalds (die schnallenlosen
Arten verraten sich makroskopisch durch den starken Honiggeruch, der
spätestens beim Reiben/Drücken der Stielbasis deutlich wird) ist C.
stillatitius. Fraglich ist die Abgrenzung gegen C. mucifluus vor allem
dann, wenn mucifluus bei Fichte angegeben wird und womöglich auch noch
jung bläuliche Stiele hat (letzteres Merkmal, mit dem FN schlüsselt, halte
ich ohnehin für problematisch). Da mir noch keine Kollektionen, die als
mucifluus anzusprechen wären, über den Weg gelaufen sind, kann ich dazu
aber eigentlich nichts sagen. Der von Helmut erwähnte C. elatior (die
Gründe, weshalb die Art auf einmal C. lividoochraceus genannt wurde, sind
für mich nicht nachvollziehbar) ist eine größere Laubwaldart. Ihr
typisches Habitat ist der (meist saure) Buchenwald. Man kann das Ganze
auch noch komplizierter machen - dazu muss man lediglich in AdC
reinschauen, was i.d.R. mit Frust endet. Das will freilich nicht heißen,
dass es bei den Defibulati nicht noch weitere Arten gibt. Bspw.
"glaube" ich an mucifluoides und halte auch etwa C. elatior var.
ochraceoplicatilis für eine gut abgrenzbare Art und nicht lediglich für
eine Varietät (südeuropäischer Eichenbegleiter auf sauren Böden).
Der noch ins Feld geworfene Fichtenbegleiter collinitus lässt sich im Feld
wegen fehlenden Honiggeruchs ausschließen. Mikroskopisch hat er ebenfalls
Schnallen und triviale Marginalzellen.
Guten Morgen Jesko
Vielen Dank für deine ausführlichen Informationen. Ich bin leider nur dazu gekommen, die Sporen anzuschauen, aber die Feinwarzigkeit und Größe lassen keine andere Bestimmung zu.
Sporen [95% • 12 • SAP • v • KOH(2-5%)] = 13,5 - 14,9 - 16,4 x 7,8 - 8,7 - 9,5 µm
LG Hartmut
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