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Filzröhrling aus Südtirol *PIC*

Ufo, (vor 4815 Tagen)

Hallo zusammen,
hier noch ein Filzröhrling den wir beim Sprödblättler Workshop in Fahrn/Brixen vor 3 Wochen gefunden haben.
Im Feld habe ich die Pilze direkt als Xerocomus armeniacus, aprikosenfarbener Röhrling angesprochen.
So kenne ich sie aus dem Schwarzwald, auch das Biotop war quasi identisch wie die Stellen wo ich Armeniacus manchmal finde.
Saurer Fichtenwald, meist Hanglage an Erdabbrüchen oft in Wurzelhöhlen
Die mikroskopische Kontrolle durch einen Kollegen ergab dann etwas anderes
Es wurden keine kongophilen Placken in der Huthaut gefunden
Im Gröger geschlüsselt kamen wir dann auf Xerocomus persicolor, den Pfirsichfarbenen Röhrling, mit mediterraner Verbreitung

Was meinen die Röhrlingsexperten , passt das ?
Ich habe keine Angaben zum Verbreitungsgebiet dieser Art gefunden
Auch nicht ob sie selten oder verbreitet ist.
Vieleicht kann jemand etwas dazu sagen
Gruss+Danke
Uwe

Hier die Bilder
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Re: Filzröhrling aus Südtirol

Jürgen, (vor 4815 Tagen) @ Ufo

Hallo Uwe,

auch für mich ist das makroskopisch ein armeniacus. Ladurner & Simonini (2003: 185) bemerken, dass die kongophilen Placken ausnahmsweise auch fehlen können - dies ist also kein automatisches Ausschlusskriterium. Wie intensiv wurde denn danach gefahndet? Gibt es Mikrofotos?

Gegen persicolor sprechen noch andere Merkmale, v.a. die Stielfarbe (sollte viel mehr gelb sein). Das geschilderte Habitat passt auch nicht: Die Art kommt in mediterranen Laubwäldern mit Eiche und Hopfenbuche vor (Typus vom Gardasee); sie fehlt nördlich der Alpen bisher vollständig. Und dann an der Nordgrenze des Verbreitungsgebiets auf einmal im sauren Fichtenwald? Das geht nicht gut zusammen.

Falls ihr den Beleg getrocknet habt: bei persicolor soll sich der Frkp. spektakulär nach Safranorange umfärben (dieses lebhaft goldgelbe Pigment fehlt armeniacus).

Gruß, Jürgen

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Re: Filzröhrling aus Südtirol

Ufo, (vor 4814 Tagen) @ Jürgen

Hallo Jürgen,
Vielen Dank für deine Meinung.
Das Argument mit dem Habitat überzeugt mich aber, das kam mir schon vor Ort komisch vor
Leider ist kein Exsikkat vorhanden und Microbilder wurden keine gemacht
Zumindest hatten wir zu zweit nach den Placken gesucht
Bei meinem nächsten Armeniacus, werde ich mir die mal genau anschauen
Beste Grüsse
Uwe

Hallo Uwe,

auch für mich ist das makroskopisch ein armeniacus. Ladurner & Simonini
(2003: 185) bemerken, dass die kongophilen Placken ausnahmsweise auch
fehlen können - dies ist also kein automatisches Ausschlusskriterium. Wie
intensiv wurde denn danach gefahndet? Gibt es Mikrofotos?
Gegen persicolor sprechen noch andere Merkmale, v.a. die Stielfarbe (sollte
viel mehr gelb sein). Das geschilderte Habitat passt auch nicht: Die Art
kommt in mediterranen Laubwäldern mit Eiche und Hopfenbuche vor (Typus vom
Gardasee); sie fehlt nördlich der Alpen bisher vollständig. Und dann an
der Nordgrenze des Verbreitungsgebiets auf einmal im sauren Fichtenwald?
Das geht nicht gut zusammen.
Falls ihr den Beleg getrocknet habt: bei persicolor soll sich der Frkp.
spektakulär nach Safranorange umfärben (dieses lebhaft goldgelbe Pigment
fehlt armeniacus).
Gruß, Jürgen