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Lactarius cf pterospora? *PIC*

Joschi Siembida ⌂, (vor 4778 Tagen)

Hallo Zusammen,

heute fand ich einen Korallenmilchling im Buchenwald über neutralen bis leicht basischen Boden vulkanischen Urspungs.

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[image]

Geschmack des Fleisches war im Feld mild. Die Milch ist zuerst weiß und verfärbt sich nach einer ganzen weile rötlich / rosa.
Das Fleisch ebenso. Der Geschmackstest der Milch ergab gerade: zuerst bitter und dann noch ein klein wenig Schärfe dazu.
Vergleichbar mit ganz milden Radieschen, die sind machmal ja auch mehr bitter als scharf. Lamellen sind dichtstehend.

So einen hatte ich noch nicht daher währe ich um Eure Meinung dankbar.

Gruß Joschi

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Tipp

Gelbfieber, (vor 4778 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo und guten Tag Joschi,

bei deinem Fund kommen m. E. (Schlüssel F. Gröger) zwei Arten in Betracht: Lactarius azonites und L. pterosporus.

Der Standort Buche, die Hutfarbe und die Lamellen sprechen für L. pterosporus. Die verzögerte Färbung des Fleisches ist ein Indiz auf L. azonites. Beim Geschmack und der Farbe der Milch habe ich keinen klaren „Sieger“, da könnten beide Arten in Frage kommen die man aber sehr leicht anhand des Sporenornaments trennen kann.

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

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Re: Tipp

Joschi Siembida ⌂, (vor 4778 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Gelbfieber,

erst mal Danke für Deine Hilfe.

bei deinem Fund kommen m. E. (Schlüssel F. Gröger) zwei Arten in Betracht: Lactarius azonites und L. pterosporus.

Mit schweren Augenliedern hab ich gestern Abend in Pilze BaWü und der FN nachgesehen. In beiden Schlüsseln wird schon früh nach dem Sporenornament ausgeschlüsselt. Das finde ich als Makroskopiker immer etwas schade, aber so ist das halt.

Habe mir gerade beide Beschreibungen noch mal durchgelesen. In der FN sind beide als mild angegeben. Das finde ich mal interessant!
Was mir für L. azonites jetzt nicht passt sind die fehlenden Anastomosen in Stielnähe und der Lammelenabstand auf dem Foto in Pilze BaWü. Bei meinem Fund sehen die mir im Vergleich gedrängter aus. Von der Fleischverfärbung bleibt über Nacht nur ein leichter karottenroter Ton vor allem direkt über den Lamellen, im Lammellenquerschnitt und unter der Huthaut übrig.

Ohne die Sporen angeschaut zu haben würde ich das cf jetzt deutlich kleiner schreiben.

Gruß Joschi

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Re: Tipp

Gelbfieber, (vor 4777 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo und guten Abend Loschi,

….. In beiden Schlüsseln wird schon früh nach dem Sporenornament ausgeschlüsselt. Das finde ich als Makroskopiker immer etwas schade, aber so ist das halt.

aus diesem Grund ein Auszug aus dem o. g. Schlüssel der ohne diesen ollen mikroskopischen Kram auskommt:

1a) Milch und Fleisch orange oder dunkelrot. Fruchtkörper oft grün angelaufen. ............................. 2

1b) Milch weiß, weißlich oder wasserklar. Fleisch weder rot noch orange. ....................................... 6

6a) Milch wasserklar oder fast so (die vielen Arten, die wässrig-weiße Milch haben siehe Nr.9). .... 7

6b) Milch weiß oder weißlich (nicht selten verfärbend !) ................................................................... 9

9a) Milch auf dem Fleisch violett oder rosa verfärbend (ältere Bruchstelle oder verletzte
Lamellen betrachten !) ........................................................................................................................ 10

9b) Milch unveränderlich, wenig auffallend grau oder grau¬grün verfärbend oder gilbend. .............. 20

10a) Milch auf dem Fleisch rosa bis rostfarben werdend. ................................................................. 11

10b) Milch auf dem Fleisch violett verfärbend. ................................................................................ 16

11a) Hut und Stiel dunkelbraun oder schwarzbraun gefärbt ............................................................. 12

11b) Stiel immer wesentlich heller als der Hut. ................................................................................ 14

14a) Hut feucht schleimig. Milch rötet auch abgetropft. Hut dunkel kastanienbraun, bald
ausblassend. Im Laubwald, vor allem bei Buchen, oft auf Kalk, zerstreut. Ungenießbar:
LACTARIUS ACRIS Fr.

14b) Hut völlig trocken. Milch rötet nur (langsam) auf dem Fleisch. ............................................... 15

15a) Milch mild bis bitter. Hut blaß bis rauchgrau, rußig-braun, haselfarben, kaum radial-
runzelig. Lamellen fast entfernt, blaß. Fleisch langsam (10 Minuten) verfärbend. Sporen
gratig. Im Laubwald, besonders bei Eichen, häufig. Un-genießbar:
LACTARIUS AZONITES Fr.
= Lactarius fuliginosus auct.

15b) Milch sehr scharf (Fleisch mild !). Hut mattocker, ockerbraun, strahlig-runzelig,
4-10 cm. Lamellen gedrängt, zuletzt fuchsig-ocker. Fleisch bald korallenrot verfärbend.
Sporen flügelartig ornamentiert (Abb.29). Im Laubwald, besonders bei Hainbuchen (ob
auch bei Buchen ?), gern auf Kalkböden, häufig. Ungenießbar:
LACTARIUS PTEROSPORUS Romagnesi

Quelle: F.Gröger - Mykologisches Mitteilungsblatt 1980

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

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Re: Tipp

Joschi Siembida ⌂, (vor 4777 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Gelbfieber,

Hallo und guten Abend Loschi,

das gespiegelte J hatte ich bisher noch nicht. Ansonsten bin ich bei meinem Namen ja schon einiges gewohnt. :-)

... ohne diesen ollen mikroskopischen Kram ...

Als oll würd ich das jetzt nicht unbedingt bezeichnen, aber für den Anfänger der sich erst mal kein Mikroskop zulegen möchte etwas unpraktisch. Daher gleich meine Frage, ist das Schlüsselwerk von Gröger generell oder zumindest in erster Linie makroskopisch aufgebaut?

Danke für den Auszug aus dem Schlüssel.

15a) Milch mild bis bitter. Hut blaß bis rauchgrau, rußig-braun,haselfarben, kaum radial-
runzelig. Lamellen fast entfernt, blaß. Fleisch langsam (10 Minuten) verfärbend. Sporen
gratig. Im Laubwald, besonders bei Eichen, häufig. Un-genießbar: LACTARIUS AZONITES Fr.
= Lactarius fuliginosus auct.

15b) Milch sehr scharf (Fleisch mild !). Hut mattocker, ockerbraun, strahlig-runzelig,
4-10 cm. Lamellen gedrängt, zuletzt fuchsig-ocker. Fleisch bald korallenrot verfärbend.
Sporen flügelartig ornamentiert (Abb.29). Im Laubwald, besonders bei Hainbuchen (ob
auch bei Buchen ?), gern auf Kalkböden, häufig. Ungenießbar: LACTARIUS PTEROSPORUS Romagnesi

Beim Geschmack scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Ich z.B. esse gerne scharf, bin dafür aber empfindlich gegenüber bitterem Geschmack. Also lege ich die Betonung mal auf die belastbareren Merkmale wie die Lamellen. In dem Fall schägt das Pendel deutlich für L. pterosporus aus.

Ich lege den Fund jetzt als solchen ab. Auf jeden Fall hab ich dabei etwas über die Korallenmilchlinge gelernt, was mir das nächste mal im Feld hoffentlich wieder einfällt. :-)

Danke nochmals.

Gruß Joschi

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Re: Tipp

Gelbfieber, (vor 4777 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo und guten Abend Joschi,

…. das gespiegelte J hatte ich bisher noch nicht. Ansonsten bin ich bei meinem Namen ja schon einiges gewohnt. :-)

bitte entschuldige aber J und L liegen so nah auf der Tastatur zusammen und das O ist so praktisch über dem L ;-)

….. ist das Schlüsselwerk von Gröger generell oder zumindest in erster Linie makroskopisch aufgebaut?

Der Schlüssel ist überwiegend makroskopisch aufgebaut aber schau bitte selbst denn du hast den Schlüssel bereits.

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

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Re: Lactarius cf pterospora?

Werner E., (vor 4776 Tagen) @ Joschi Siembida

Griasdi Joschi,

Geschmack des Fleisches war im Feld mild. Die Milch ist zuerst weiß und
verfärbt sich nach einer ganzen weile rötlich / rosa.
Das Fleisch ebenso. Der Geschmackstest der Milch ergab gerade: zuerst bitter
und dann noch ein klein wenig Schärfe dazu.
Vergleichbar mit ganz milden Radieschen, die sind machmal ja auch mehr bitter
als scharf. Lamellen sind dichtstehend.

rein makroskopisch schaut Dein Fund sehr nach L. pterosporus aus, der in den Buchenwäldern im Münchner Süden häufig ist.
Bei älteren FK sieht man meist auch die typischen Runzeln in der Hutmitte.
In der Literatur existiert noch ein L. subruginosus, der sich u. A. durch Kokosgeruch unterscheiden soll.
Heilmann-Clausen berichtet aber von typischen L. pterosporus mit Kokosgeruch und akzeptiert L. subruginosus deshalb nicht als eigenständige Art.
Unsere L. pterosporus-Funde riechen fast alle nach Kokos.......
L.azonites ist ein wohl strikter Eichenbegleiter mit weißem Stiel, anderer Hutfarbe und fehlendem Kokosgeruch.

Gruaß, Werner

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Angebot

Gelbfieber, (vor 4775 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo und guten Tag Joschi,

um der „Raterei“ ein Ende zu machen, biete ich dir folgendes an:

Schick mir deinen Fund * und ich mikroskopiere und dokumentiere ihn.

Eine gute Zeit
Gelbfieber

* Sag jetzt bitte nicht das du ihn nicht mitgenommen hast.

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Re: Angebot

Joschi Siembida ⌂, (vor 4775 Tagen) @ Gelbfieber

Hallo Gelbfieber,

mittlerweile bin ich mir sehr sicher mit der Bestimmung, da ich die letzten Tage noch weitere Korallenmilchlinge gefunden habe. Darunter schon ziehmlich sicher L. acer, L. fuliginosus / romagnesii und die von Dir vorgeschlagene Verwechslungsart L. azonites. L. pterosporus war auch wieder dabei. Muss mir das aber erst noch mal anschauen und die Bilder etwas bearbeiten. Melde mich dann wieder.

Den Fruchtkörper habe ich natürlich mitgenommen und er trocknet vorsichhin. :-)

Gruß Joschi

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Lactarius acer / acris *PIC*

Joschi Siembida ⌂, (vor 4775 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Zusammen,

den nächsten Korallenmilchling fand ich gestern 1-2 km weiter im gleichen Gebiet. Wieder unter Buchen und einzelnen Eichen.

[image]

[image]

Besondere Merkmale:
Der Stiel wird zu Spitze hin deutlich breiter und ist verhältnismäßig kurz / kompakt. Der Hut ist nicht filzig / samtig, sondern fühlt
sich eher ein B. edulis an. Die Milch verfärbt sich sofort Schweinchenrosa, auch ohne Fleischkontakt, z.B. auf dem Fingernagel,
nur etwas langsamer. Beim Geschmack der Milch wird der Knilch fieß! 1-2 Sekunden mild, dann stark zusammenziehend und nach
5 Sekunden wird er scharf und das nicht zu knapp! Hätt ich doch mal gewartet bis sich die Milch auf dem Fingernagel verfärb.
Das nächste mal weis ich aber Bescheid! :-)

Den Rosaanlaufenden Milchling werd ich so schnell nicht vergessen.

Gruß Joschi

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Re: Lactarius acer / acris

Werner E., (vor 4775 Tagen) @ Joschi Siembida

Griasdi Joschi,

Besondere Merkmale: Der Stiel wird zu Spitze hin deutlich breiter und ist
verhältnismäßig kurz / kompakt. Der Hut ist nicht filzig / samtig, sondern
fühlt
sich eher ein B. edulis an. Die Milch verfärbt sich sofort Schweinchenrosa,
auch ohne Fleischkontakt, z.B. auf dem Fingernagel,
nur etwas langsamer. Beim Geschmack der Milch wird der Knilch fieß! 1-2
Sekunden mild, dann stark zusammenziehend und nach
5 Sekunden wird er scharf und das nicht zu knapp! Hätt ich doch mal gewartet
bis sich die Milch auf dem Fingernagel verfärb.
Das nächste mal weis ich aber Bescheid! :-)

auch die gilbende Stielbasis ist ganz typisch für L. acris.

Gruaß, Werner

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Lactarius romagnesii *PIC*

Joschi Siembida ⌂, (vor 4775 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Zusammen,

den nächsten Korallenmilchling fand ich im Buchen-Eichen Wald über Muschelkalk.

[image]

[image]

Besondere Merkmale:

Sehr dunkler samtiger Hut. Der Stiel ist bei jungen Fruchtkörpern fast genauso dunkel. Vorallem mit dem Alter auffallend stark
gekerbter Rand. Die dunkle Huthaut ist am Rand auch bei alten Exemplaren über die Lamellen "gekrempelt". Die Dunkle Stielfarbe
höhrt sehr abrupt an der Stielspitze auf, ohne Übergang. Milch zieht leichte Fäden, max. 5mm. Geschmack der Milch erst mild und
dann leicht bitter, nicht zusammenziehend oder scharf.

Die Beschreibung in der FN finde ich sehr passend.

Irgend welche Einwände?

Gruß Joschi

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Re: Lactarius romagnesii

coco, (vor 4775 Tagen) @ Joschi Siembida

hi joschi,

schöne funde!
mit dem hellen stiel würde ich zunächst l. fuliginosus vermuten. bei romagnesii würde die milch fäden ziehen, so schleimig ist sie.

gruß von coco

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Re: Lactarius romagnesii

Gelbfieber, (vor 4775 Tagen) @ coco

Hallo und guten Morgen Coco,

bislang war ich der Meinung L. fuliginosus und L. romagnesii ist eine Art. Wie ich eben lese trennt FN sie!

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

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Re: Lactarius romagnesii

Gelbfieber, (vor 4775 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo und guten Morgen Joschi,

….. Irgend welche Einwände?

aus meiner Sicht hast du diesen Fund richtig bestimmt.

Eine gute Zeit
Gelbfieber & Co

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Re: Lactarius cf romagnesii *PIC*

Joschi Siembida ⌂, (vor 4773 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Zusammen,

vor lauter Wald und Pilzausstellung bin ich kaum noch zu den Korallenmilchlingen gekommen.

den unten hab ich am Donnerstag Abend noch versucht rauszubekommen.

[image]

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Lactarius cf romagnesii 2. Versuch *PIC*

Joschi Siembida ⌂, (vor 4773 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo nochmal,

jetzt hab ich aus versehen auch noch auf abschicken geklickt. *arg*

Also noch mal von vorne.

Den unten hab ich am Donnerstag Abend noch versucht rauszubekommen.

Auffällig war die radial runzelige Huthaut, die etwas helleren Hutfarben als bei der anderen Kollektion und die helleren Flecken. Die Lamellen stand recht weit entfernt. Der Stiel war heller als der Hut und die Färbung lief zur Spitze hin aus, höhrte also nicht plötzlich auf. Die Milch war zuerst mild und dann ganz leicht zusammenziehend. Den "Fadenziehtest" konnte ich leider am Donnerstag mangels Milch nicht mehr durchführen. Die Pilze standen neben der Stelle mit den zuvor gezeigten L. romagnesii.

Mit der helleren Hutfarbe, dem helleren Stiel und den Runzeln uf dem Hut tue ich mir aber schwer den auch als L. r. einzuordnen. Meine alternative wäre L. ruginosus, er war aber nicht scharf und ausgesprochen gekerbt waren auch keine Exemplare.

Vielen dank schon mal an Euch, Gelbfieber, Werner und coco für die Hilfe.

Gruß Joschi

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Re: Lactarius cf romagnesii 2. Versuch

Birgit, (vor 4772 Tagen) @ Joschi Siembida

Hi Joschi,

jetzt wärs halt noch interessant, was die Milch isoliert auf dem Finger macht, verfärbt sie rosa oder bleibt sie so weiß?

L. romagnesii habe ich selber noch nicht gefunden, aber die Fäden ziehende Milch, der gekerbte Hutrand und die dunkle Farbe sollten ausreichend sein ihn zu bestimmen. Meiner Meinung nach hattest Du die auch richtig bestimmt.

Was mich allerdings ein bißchen durcheinander gebracht hat waren deine Fotos von Lactarius acris, der netterweise einen gekerbten Hutrand hatte. Ohne die isoliert verfärbende Milch und die schnelle Verfärbung der Milch insgesmt hätte das auch L. ruginosus (im Sinne von Heilman-Clausen, Verbeken und Vesterholt) sein können. Den gekerbten Hutrand hatte ich bisher immer mit L. ruginosus (bzw. romagnesii) in Verbindung gebracht....

Auffällig war die radial runzelige Huthaut,

spricht eher für L. pterosporus, der auch mal entfernt stehende Lamellen haben kann, wie im Lactarius Band von Heilmann-Clausen, Verbeken und Vesterholt abgebildet.

die etwas helleren Hutfarben als
bei der anderen Kollektion und die helleren Flecken. Die Lamellen stand
recht weit entfernt. Der Stiel war heller als der Hut und die Färbung lief
zur Spitze hin aus, höhrte also nicht plötzlich auf. Die Milch war zuerst
mild und dann ganz leicht zusammenziehend. Den "Fadenziehtest"
konnte ich leider am Donnerstag mangels Milch nicht mehr durchführen. Die
Pilze standen neben der Stelle mit den zuvor gezeigten L. romagnesii.

Meiner Meinung nach ist das nicht L. romagnesii und du hast nun die Wahl zwischen L. pterosporus und L. ruginosus. Bei zweifelhaften Teilen ohne gekerbten Hutrand, ohne Runzeln in der Hutmite, mit weiter entfernten Lamellen habe ich trotz Mikroskop meist das Handtuch geworfen. Wer will schon unterscheiden, ob die Grate der geflügelten Sporen bis zu 2 µm oder bis zu 2,5 µm hoch sind?

liebe Grüße

Birgit

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Re: Lactarius cf romagnesii 2. Versuch

phragmobasidie, (vor 4772 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

Meiner Meinung nach ist das nicht L. romagnesii und du hast nun die Wahl
zwischen L. pterosporus und L. ruginosus. Bei zweifelhaften Teilen ohne
gekerbten Hutrand, ohne Runzeln in der Hutmite, mit weiter entfernten
Lamellen habe ich trotz Mikroskop meist das Handtuch geworfen. Wer will
schon unterscheiden, ob die Grate der geflügelten Sporen bis zu 2 µm oder
bis zu 2,5 µm hoch sind?

diese Probleme kenne ich nur zu gut. Runzeln, gekerbter H-Rand, Lamellenstand und -Farbe
sind meiner Meinung nach Indizien aber keine sicheren Merkmale. Geh mal in einen Wald, wo es viele Pilze
dieser Sektion hat...
Man müsste das alles mal neu zusammen tragen. Das mit der unterschiedlichen Schärfe von Milch und Fleisch, wie in HC beschrieben,
war mir neu. Bzw. ich habs wohl immer geflissentlich überlesen und somit außer acht gelassen.
Und ob das sichere Merkmale oder auch nur Indizien sind? Ist die Merkmals-Kombination ausreichend für eine sichere Artbestimmung?

Soweit ich weiß: L. pterosporus soll vor allem auch breitere Ornamente und mehr "Saturn-Ringe" haben,
d.h. weniger netzartig als ruginosus sondern auffälliger um die Spore laufend. Aber dafür müsste man einige
sicher bestimmte mal eindeutig nebeneinander sehen.

L. azonites (rein makroskopisch) gibts im Übrigen auch noch. L. fuliginosus ist keine gute Art.
L. romagnesii ist das hier meines Erachtens nicht, der ist dunkler. Ein "halber Mohrenkopf" des Laubwaldes,
rel. groß. Habe ich aber auch nur wenige Male gesehen.

Beste Grüße
Robin

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Re: Lactarius cf romagnesii 2. Versuch

Birgit, (vor 4772 Tagen) @ phragmobasidie

Hallo Robin,

diese Probleme kenne ich nur zu gut. Runzeln, gekerbter H-Rand, Lamellenstand
und -Farbe
sind meiner Meinung nach Indizien aber keine sicheren Merkmale. Geh mal in
einen Wald, wo es viele Pilze
dieser Sektion hat...

Ja eben. Meinen ersten L. ruginosus-Fund hat mir netterweise Peter Reil bestimmt, aber in diesm Wald stehen 200 m weiter dann gleich aussehende Pilze mit ungekerbtem Hutrand rum....

Man müsste das alles mal neu zusammen tragen. Das mit der unterschiedlichen
Schärfe von Milch und Fleisch, wie in HC beschrieben,
war mir neu. Bzw. ich habs wohl immer geflissentlich überlesen und somit
außer acht gelassen.

Ich auch, also muss man wohl wirklich immer alles prüfen.

Und ob das sichere Merkmale oder auch nur Indizien sind? Ist die
Merkmals-Kombination ausreichend für eine sichere Artbestimmung?
Soweit ich weiß: L. pterosporus soll vor allem auch breitere Ornamente und
mehr "Saturn-Ringe" haben,

breitere Ornmente ja, aber die Zahl der "Flügel" soll meines Wissens nach bei L. ruginosus größer sein.

d.h. weniger netzartig als ruginosus sondern auffälliger um die Spore
laufend. Aber dafür müsste man einige
sicher bestimmte mal eindeutig nebeneinander sehen.

Laut HC haben L. pterosporus und L. ruginosus beide keine netzartigen Sporen, L. romagnesii wäre in der Flügelgruppe ;-) der mit den netzartigen Sporen.

Und eben, das alles ist ganz schön graue Theorie, wenn man die beiden nicht direkt nebeneinander hat. Aber ich hab da noch viele unbestimmte Exsikkate ;-).

L. azonites (rein makroskopisch) gibts im Übrigen auch noch.

Der sollte aber eigetnlich einen weißen Stiel haben oder?

L. romagnesii ist das hier meines Erachtens nicht, der ist dunkler. Ein
"halber Mohrenkopf" des Laubwaldes,
rel. groß. Habe ich aber auch nur wenige Male gesehen.

Den würde ich zu gerne mal selber finden, ist ein sehr schöner Pilz.

liebe Grüße

Birgit

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Nachtrag zu L. pterosporus

Birgit, (vor 4772 Tagen) @ Birgit

Hi Robin,

laut einigen Mitgleidern des Münchner Pilzvereins riecht Lactarius pterosporus nach Kokos.

Birgit

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Re: Nachtrag zu L. pterosporus

phragmobasidie, (vor 4772 Tagen) @ Birgit

auch das kann man wohl vergessen... die Gerüche der Arten sind toll: Von Oregano bis Kokos,
was ja grundverschiedene Gerüche sind. Aber wohl nicht artspezifisch bzw. nicht konstant bzw. ineinander übergehend.

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Re: Lactarius cf romagnesii 2. Versuch

phragmobasidie, (vor 4772 Tagen) @ Birgit

breitere Ornmente ja, aber die Zahl der "Flügel" soll meines
Wissens nach bei L. ruginosus größer sein.

oh je

Laut HC haben L. pterosporus und L. ruginosus beide keine netzartigen Sporen,
L. romagnesii wäre in der Flügelgruppe ;-) der mit den netzartigen Sporen.

ich meinte: "optisch mehr in Richtung Netz", aber natürlich nicht wirklich netzig

Der sollte aber eigetnlich einen weißen Stiel haben oder?

kA

Den würde ich zu gerne mal selber finden, ist ein sehr schöner Pilz.

genau, und den hab ich makroskopisch bestimmt ;-)
An meiner Fundstelle sieht der wirklich recht eigen aus...
100% nachgeprüft hab ich ihn nicht, aber ich würde wetten

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Re: Lactarius cf romagnesii 2. Versuch

phragmobasidie, (vor 4772 Tagen) @ Birgit

Und eben, das alles ist ganz schön graue Theorie, wenn man die beiden nicht
direkt nebeneinander hat. Aber ich hab da noch viele unbestimmte Exsikkate
;-).

ich auch. Und ich hab zwar auch jeweils Fotos, aber das mit der Schärfe von Milch und Fleisch nie überprüft :-(
Ich glaub, ich muss nochmal neu anfangen...

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Re: Lactarius cf romagnesii 2. Versuch

Joschi Siembida ⌂, (vor 4772 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

jetzt wärs halt noch interessant, was die Milch isoliert auf dem Finger macht, verfärbt sie rosa oder bleibt sie so weiß?

die Milch blieb weiß. Der Varbumschlag verlief auch viel zu langsam. Bei L. acris war der fast sofort da.

spricht eher für L. pterosporus, der auch mal entfernt stehende Lamellen haben kann, wie im Lactarius Band von Heilmann-Clausen, Verbeken und Vesterholt abgebildet.

Den Band hatte ich heute mehrfach in Händen und habe mich über die Abbildung gewundert. Kann ich irgendwie nicht ganz glauben, daß der so variabel sein soll. Die werden es wohl wissen.

Generell würde mich mal interessiern ob es davon in absehbarer Zeit auch eine Neuauflage geben wird, wie von FN 1? Die Monographie ist ja schon 13 Jahre alt.

Meiner Meinung nach ist das nicht L. romagnesii und du hast nun die Wahl zwischen L. pterosporus und L. ruginosus.

So wie ich Robin verstanden habe sind die makroskopischen Merkmale nur Indizien und keine handfesten Bestimmungs "relevanten" Merkmale. Dann stellt sich für mich als Laie allerdings die Frage wieso überhaupt trennen, wenn sich die Mikromerkmale auch nur unwesentlich unterscheiden?

Ich glaube ich habe da unbewust in ein Wespennest gestochen. Oh je!

In dem Wald standen neben den "beiden" L. romagnesii Kollektionen übrigens auch noch zwei L. cf. pterosporus Kollektionen mit dichtstehenden Lamellen. Die sind mitlerweile schön zusammen getrockenet, deshalb werde ich mich an denen nicht groß versuchen. Bei einer dieser Kollektionen rochen 2 von 4 ganz leicht nach Kokos, die beiden anderen allerdings nicht! Soweit dazu.

Ich werde also auf neues Frischfleisch warten und bedanke mich derweil bei Euch für Eure Hilfe. Immerhin weis ich jetzt noch mehr worauf ich zu achten habe.

Gruß Joschi

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Re: Lactarius cf romagnesii 2. Versuch

phragmobasidie, (vor 4772 Tagen) @ Joschi Siembida

Hallo Joschi,

So wie ich Robin verstanden habe sind die makroskopischen Merkmale nur
Indizien und keine handfesten Bestimmungs "relevanten" Merkmale.
Dann stellt sich für mich als Laie allerdings die Frage wieso überhaupt
trennen, wenn sich die Mikromerkmale auch nur unwesentlich unterscheiden?

die Sektion sollte reichlich durchsequenziert sein.

Grüße
Robin