Re: Lac lac
Hallo Peter,
Allerdings ist dieser Artbegriff ja von uns gemacht in Wirklichkeit ist es
eine große Wolke von Individuen, die sich an 26 Stellen verdichtet hat.
Alles was dazwischen ist, bezeichnen wir als "mit intermediären
Merkmalen ausgestattet".
Diese Betrachtungsweise, die vermutlich auch unter den Fachleuten nicht so viele Anhänger hat, kommt vielleicht der Realität am nächsten. Man spricht auch von der Population als der reell existierenden Einheit, nicht unbedingt von der Art. Weil wir Menschen uns selbst als Individuen sehen, und gern unverwechselbar und einmalig, liegt uns der Gedanke der Art als singuläre Einheit näher, als z.B. die Sippe. Das ist ja auch oft verständlich, wenn man sich mal so seine krummbucklige Verwandtschaft anguckt, für die man ja nichts dafür kann *g*
In der Gensequenzierung werden sich die Individuen nun voneinander
unterscheiden oder eben nicht. Soweit ich weiß, ist von niemanden
festgelegt worden, wie groß ein Unterschied sein darf oder muss, damit wir
sagen können: ist eine andere Art oder ist nur eine andere Varietät.
Ja, das Gefühl habe ich auch. Bisher konnte ich von solchen Bestrebungen nichts lesen. Ich befürchte da auch in Zukunft eine Flut an Neubeschreibungen. Vielleicht hilft eine Novellierung des ICNafp, z.b. die Eliminierung der Autorennamen. Somit würde eine wichtige Motivation zu Splitten wegfallen ... und vielleicht die Originaldiagnose in Mandarin abfassen *g*
Das was mal vor 25 Jahren galt: 3 Unterschiedliche Merkmale sind eine Var., 5
untersch. Merkmale sind eine Art und nur 1 abweichendes Merkmal ist eine
Forma, ist ja anerkanntermaßen Blödsinn.
Nunja, es ist halt so definiert worden, so wie man demnächst den genetischen Abstand zweier Arten definieren wird (was ja mal in irgend einer Form geschehen muss).
Grüßle
Jürgen