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Re: Fragen über Pilzökologie

Svampskogen, (vor 4697 Tagen) @ phragmobasidie

Hallo zusammen,

Schön, dass bislang so viele Antworten zusammengekommen sind.

Dass Pilze wie der Schopf-Tintling entlang von Wegrändern vorkommen, weil es dort nährstoffreicher ist, erscheint mir plausibel. Wieso jedoch Wegränder genau nährstoffreicher sind, ist mir nicht ganz klar. Ist das wegen dem eingebrachten Schotter oder werden irgendwelche Mineralisierungsprozesse in Gang gesetzt?! Das Phänomen ist mir auch schon entlang von Wegen (oft Arten der Hochtauden) durch Flachmoore aufgefallen. Eventuell könnte auch die Verdichtung (und wohl auch Staunässe) von Wegen eine Rolle spielen, beispielsweise beim Stadt-Champignon.
Von den Kalkpilzen entlang von geschotterten Wegen in Silikatgebieten habe ich schon gehört, jedoch noch nie selber erlebt, da es hier nur wenige saure Gebiete gibt.
Ich hatte letztens mal einen schwedischen Artikel über das Vorkommen von seltenen Mykorrhizapilzen entlang von Wegrändern in Kiefernwälder gelesen. Anscheinend benötigen viele Arten dieser Habitate eine dünne Streuschicht um Fruchtkörper zu bilden. Innerhalb der Wälder scheint sich die Moos- und Streuschicht jedoch aufgrund ausbleibender Branddynamik immer mehr zu akkumulieren, was das Pilzaufkommen zu hemmen scheint. Ob die Pilze dann aber immer noch vorhanden sind, jedoch nicht mehr fruchten, wäre wohl wieder eine andere Frage. Könnte ja vielleicht auch irgendwie sein, dass die Pilze gerade durch gelegentliche mechanische Störungen zur Fruchtkörperproduktion angeregt werden...
Die Baumtraufe ist bestimmt auch sehr wichtig, daran hatte ich bislang noch nicht gedacht.
Bezüglich der Gratlagen habe ich mir auch schon überlegt, ob dort der Konkurrenzdruck für Mykorrhizapilze geringer sein könnte (da weniger streuabbauende Pilze).

Beste Grüsse Jonas

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