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Rätselpilz *PIC*

interhias ⌂, (vor 4582 Tagen)

Hallo zusammen,

diese kleinen Pilzchen mit Hüten von 1,6-2 cm Durchmesser fand ich im vergangenen Herbst auf finalmorschem Fichtenholz am Rand eines Hainbuchenwäldchens:

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Auf welche Gattung würdet ihr tippen, ohne die Mikroskopie zu kennen?

Beste Grüße
Hias

Re: Rätselpilz

Gernot, (vor 4582 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

am ehesten Hebeloma.

Schöne Grüße
Gernot

Hallo zusammen,
diese kleinen Pilzchen mit Hüten von 1,6-2 cm Durchmesser fand ich im
vergangenen Herbst auf finalmorschem Fichtenholz am Rand eines
Hainbuchenwäldchens:


Auf welche Gattung würdet ihr tippen, ohne die Mikroskopie zu kennen?
Beste Grüße
Hias

Re: Rätselpilz

Andreas ⌂, (vor 4582 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

Naucoria?
Das finalfaule Holz soll uns wohl verwirren?

beste Grüße,
Andreas

Re: Rätselpilz - Nachtrag

Andreas ⌂, (vor 4582 Tagen) @ Andreas

Hallo Hias,

zuerst dachte ich übrigens an Pholiotina subnuda. Aber der Pilz hat ja Velum am Stiel und außerdem graubraunes Sporenpulver (vermute ich).

Könnte natürlich auch sowas exotisches wie Phaeogalera oder sowas sein ....

beste Grüße,
Andreas

Re: Rätselpilz

Der Juergen, (vor 4582 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

Ich habe mal identisch aussehende in einem Fichtenwald gefunden, konnte die aber nicht schlüssig bestimmen. Ich ging ebenfalls von Hebeloma aus, kam aber nach der Mikroskopie in einer ganz anderen, abstrusen Ecke raus, und hab dann die Bestimmung verworfen, oder besser gesagt, auf Eis gelegt. Auf was ich kam, sage ich hier lieber nicht ;-)

Grüßle
Jürgen

Re: Rätselpilz

Joschi Siembida ⌂, (vor 4582 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

ich tippe mal auf was abwegiges wie 'ne sterile Hypholoma.

Gruß Joschi

Auflösung *PIC*

interhias ⌂, (vor 4582 Tagen) @ interhias

Hallo nochmal,

ich will nicht verschweigen, dass ich vor diesem Thread selbst keinen blassen Schimmer hatte, was das für eigenartige Schwammerln sind. Am Standort war ich mir nicht mal sicher, ob es überhaupt ein Dunkelsporer ist. Daheim, nachdem die Lamellen etwas nachgedunkelt waren, hatte ich auf eine Psilocybe getippt, auch weil die Hüte im Alu etwas zusammengepappt waren.

Beim Mikroskopieren bin ich ziemlich ratlos geworden, als ich die schwach kalyptraten, dextrinoiden Hebelomasporen und die ebenso für Hebeloma typischen Cheilozystiden sah und dann 2-sporige Basidien und keine Schnallen fand. Die Untersuchung der HDS ergab eine Art Hyphoepitelium und keine Ixocutis, wie für Hebeloma vorschriftmäßig wäre. Mein Stand war also eine verunglückte Hebeloma.

Der richtige Tipp, auf den ich gehofft hatte, kam von Andreas (Merci!). Es ist eine Naucoria, und so weit ich das auf die Schnelle nachgeschlagen habe, N. bohemica, der Silberstielige Erlenschnitzling. Ludwig schreibt, dass diese Art auch Pflanzenresten oder Holzstückchen ansitzend wächst und gern bei noch jungen Laubbäumen vorkommt. Das passt alles ziemlich perfekt.

Jetzt liefere ich noch die Mikroskopie und die vollständige Beschreibung nach:
HDS:
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Cheilozystiden:
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Basidie:
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Sporen:
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Funddaten und Beschreibung:
Funddaten: 14.09.2013; Fundort: MTB 7934-4-2-4, 600 m; D-By-Baierbrunn-Buchenhain, Forstenrieder Park, bodensaure Fichtenmischwälder und Sukzessionswälder (Fichte, Buche, Eiche, Birke, Hainbuche, Weide) auf hochwürmeiszeitlichen Schottern (kalkhaltig); am Rand eines Hainbuchenwäldchens, auf finalmorschem Fichtenholz am Grund eines alten Fichtenstrunks; gesellig (4 Fk);

Hut: 1,6 - 2 cm, flach gewölbt und schwach gebuckelt, glatt, schwach klebrig (pappen im Alu zusammen), bis zum Scheitel durchscheinend gestreift, lehmbraun bis rehbraun; Velumreste fehlend oder sehr flüchtig;
Stiel: bis 4,5 x 0,3 cm, basal schwach verdickt, apikal grob bereift bis beschürfelt, sonst weißlich befasert; cremeweiß, bisw. bräunlich verfärbt;
Lamellen: aufsteigend, ausgerandet und schmal angewachsen, gedrängt, jung auffallend hell cremebeige, später graubraun; Schneiden weißflockig;
Fleisch: im Hutkern weißlich, sonst im Hut wässrig braun, im Stiel blassbraun;
Geruch: schwach rafanoid;
Sporenpulver: kakaobraun;
Mikromerkmale vom Exsikkat:
HDS: Sehr eigenartiges Hyphoepithelium, mit dickem, zelligem Hypoderm, darüber teils aufragende kurze, keulige oder zylindrische Endzellen, teils auch längere, liegende, septierte, schmale Hyphen; Hypodermzellen dickwandig mit gelbem bis bernsteinfarbenem, teils grob inkrustierendem Dickwandpigment; Epicutishyphen teilsweise schwach gelifiziert, gelbbraun quergestreift inkrustiert, stellenweise auch mit goldgelbem intrazellulärem Pigment (Nekropigment?); ohne Schnallen;
Cheilozystiden: schlank zylindrisch mit keulig-kopfigem Apex, schmalem, dünnwandigem Hals und schwach ausgeprägtem, bisw. fehlendem Bauch; ohne Schnallen; Maße: 32-42 x 5-8/3-5/4-7 (Länge x Apex/Mittelteil/Bauch); Apex im Schnitt 6,4 µm breit;
Sporen: citriform, mit papillenförmig ausgezogenem Apex, sehr grob warzig, mit konstant, aber schwach ablösendem Perispor, kräftig dextrinoid; Maße: 14,3 x 7,8 (13,2-15 x 7-8,4), Q=1,84 (1,67-1,99), 20 Sp. gemessen;

Beste Grüße aus München
Hias

Re: Auflösung

Andreas 2, (vor 4582 Tagen) @ interhias

Hut: ... schwach
klebrig (pappen im Alu zusammen) ...

Hallo Hias,

durch die auf den Bildern sehr schleimig wirkenden Hüte, kann man eigentlich nicht auf Naucoria kommen. Erstaunlicherweise gibst du sie nur als etwas klebrig an. Auf Fotos ist eben kein Verlass.

Gruß Andreas

Re: Auflösung

Svampskogen, (vor 4582 Tagen) @ interhias

Vielen Dank für das interessante Rätsel! Auf Naucoria wäre ich natürlich selbst mit Mikros nicht gekommen ;-)

Beste Grüsse Jonas

Re: Auflösung

AK_CCM, (vor 4582 Tagen) @ Andreas 2

Hallo Andreas,

durch die auf den Bildern sehr schleimig wirkenden Hüte, kann man eigentlich
nicht auf Naucoria kommen. Erstaunlicherweise gibst du sie nur als etwas
klebrig an. Auf Fotos ist eben kein Verlass.

das Umfeld scheint nass auszusehen - vielleicht hat's ja zuvor geregnet?

Gruß, Andreas

Naucoria bohemica im Zwielicht

interhias ⌂, (vor 4577 Tagen) @ interhias

Hallo zusammen,

noch ein kurzer Nachtrag zum Rätselpilz:

Die Bestimmung als N. bohemica stützt sich auf die Aquarelle von E. Ludwig und den Schlüssel in GpBW, wo die weißlichen Stiele betont werden. Nach Funga Nordica wäre diese Bestimmung allerdings nicht korrekt, denn dort werden die Sporen wie von Moreau im Horak nur mit 11-13 µm Länge (hier 13-15) und „without iodin reactions“ angegeben (die Sporen der Kollektion sind stark dextrionid). N. salicis bzw. rubriceps sind durchaus nicht auszuschließen. Lediglich in PDS5 (Nr. 134) findet sich ein Hinweis auf ablösendes Perispor bei N. salicis, allerdings werden die Sporen auch als riesig und schwach warzig bezeichnet. Auch die Aussagen über die Huthaut differieren: Bei Moreau heißt es zu N. bohemica Huthaut kutikulär (soll wohl "ähnlich einer Cutis" heißen?) ohne differenzierte Endzellen, im Kompendium heißt es "aus überwiegend rundlichen Zellen, mit flaschen- oder spindelförmigen durchsetzt. Über die Dextrinoidität schweigen sich die meisten Autoren aus. Originalbeschreibungen liegen mir nicht vor.

Grüße
Hias